Kulturtipp ¦ Das Wesen im Ding

Februar 5th, 2010

Meine Empfehlung in dieser Woche gilt der Ausstellung „Das Wesen im Ding”, die ab heute im Frankfurter Kunstverein zu sehen ist. Die Gruppenausstellung kreist um Fragen der Mimesis, verstanden als nachahmende Darstellung der Wirklichkeit, und spürt der Rolle nach, die sie heute in künstlerischen Produktionen einnimmt.

Gezeigt werden Arbeiten der Künstler Nina Canell, Florian Haas, Till Krause, Bettina Lauck, Yoon Jean Lee, Egill Saebjörnsson und Andreas Wegner. Sie präsentieren unterschiedliche Methoden der Suche nach dem „(lebenden) Wesen im (leblosen) Ding”. Dabei bedienen sie sich einer formal zunächst ähnlichen Sprache: Sie zeigen zumeist Serien malerischer, fotografischer oder gefilmter Abbilder profaner Dinge wie Flaschen, Gläser, Eimer aber auch von Naturgegenständen wie Steinen, Pilzen, Blumen oder Früchten.

Ein paar Eindrücke:

Mittels verschiedener Beobachtungs- und Darstellungsmethoden stellen sie Versuche an, von der Gestalt eines Gegenstands auf dessen Wesen zu schließen. Auf diese Weise bringen sie aber auch grundsätzlich Neues hervor. So befragen die Arbeiten exemplarisch eine Verfasstheit von „realer Welt” und das Verhältnis des Betrachters zu ihr. Ergänzend zu den sieben Positionen werden einige Exponate aus der Sammlung des Museum der Dinge des Berliner Werkbundarchivs gezeigt.

Die Ausstellung  ist bis 25. April zu sehen. Mehr Informationen, auch zu den Vorträgen und Künstlergesprächen, gibt es auf der Homepage des Frankfurter Kunstvereins.

Eindrücke vom barcamp +kultur Osnabrück

Februar 3rd, 2010

StundenplanVergangenen Freitag und Samstag (29. und 30. Januar) fand im Haus der Jugend in Osnabrück das barcamp +kultur statt.

Eine Übersicht über die einzelnen Sessions gibt es hier (Freitag) und hier (Samstag)

Am Samstag habe ich spontan beschlossen, eine Session zu halten und am Beispiel der Kronberg Academy auf zu zeigen, wie Kultureinrichtungen Social Media nutzen können und welche Vorüberlegungen es gab. Als Präsentation habe ich auf die „stART.09-Präsentation” zurückgegriffen, die auf slideshare für jedermann öffentlich zugänglich ist.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Sessions:

Die einzelnen Video-Mitschnitte wird es sicherlich in Kürze auf der mixxt-Seite zu sehen geben.

Besonders gefreut hat mich, alte Bekannte wieder zu treffen, neue Menschen kennen gelernt zu haben und den virtuellen Freunde wie Susanne und Norbert endlich im realen Leben zu begegnet zu sein.

Insgesamt war die Stimmung war gut und es fand ein reger Austausch statt. Dank an die Organisatoren und bis zum nächsten barcamp +kultur in Osnabrück …

Kulturtipp ¦ George Grosz. Korrekt und anarchisch

Januar 29th, 2010

Immer freitags gibt’s hier jetzt einen Kulturtipp. Den Anfang macht die Ausstellung „George Grosz. Korrekt und anarchisch”.

George Grosz, Frau im roten Mantel. Studie aus einem Skizzenbuch, 1925, 16,3 x 10,1 cm.Akademie der Künste, Kunstsammlung. © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

George Grosz, Frau im roten Mantel. Studie aus einem Skizzenbuch, 1925, 16,3 x 10,1 cm.Akademie der Künste, Kunstsammlung. © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Die Akademie der Künste stellt ihre reichen Bestände zu George Grosz, die sie in Kunstsammlung und Archiv bewahrt - und die bisher weitgehend der Forschung vorbehalten war -  erstmals umfassend öffentlich vor.

Die Ausstellung präsentiert exemplarisch die Vielfalt des Überlieferten: Zeichnungen, Collagen, Skizzenbücher, Korrespondenz, Dokumente, Fotografien, Druckgraphiken, Sammelwerke und Zeitschriften. Erstmals stellt die Akademie nahezu alle ihre 207 Skizzenbücher aus, erstmals auch die Folge aller 23 Porträtstudien zu Max Herrmann-Neisse sowie die collagierten Postkarten, die Grosz nach 1945 seinen Freunden John Heartfield, Paul Westheim und vor allem Otto Schmalhausen geschickt hat. Neben Zeichnungen und Mappenwerken werden auch Zeitschriften aus der Zeit der Weimarer Republik einbezogen, die Zeichnungen von Grosz publizierten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Grosz’ wenig bekannten Jugendzeichnungen, die erstmals umfassend gezeigt werden können. Die Fülle der im Archiv vorhandenen Materialien gibt der Forschung noch Stoff für viele Jahre.

Bis 5. April 2010 bietet sich nun die Gelegenheit, George Grosz als genialen Zeichner, politischen Künstler und engagierten Bürger neu bzw. wieder zu entdecken.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation „George Grosz montiert. Collagen 1917-1958″.

Berlin, Akademie der Künste. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage.