Reputation versus Image

In der PR wird viel von Image geredet. Ich halte diesen Begriff für völlig falsch und sehe meine Arbeit immer als Investition in die Reputation, also in den guten Ruf, des jeweiligen Kunden.

Image ist für mich etwas oberflächliches, das einer Kultureinrichtung, einem Künstler oder auch einem Unternehmen von außen übergestülpt wird, um ein postives Bild - das Image - zu kreieren. Es ist ohne Tiefgang und es kann sich auch ganz schnell wieder ändern, weil es immer den jeweiligen Gegebenheiten angepasst wird. Es ist ein Vorstellungsbild von einer Kultureinrichtung, das durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen gemacht werden soll.

„Kurzfristig” und PR schließen sich allerdings schon per se aus und auch eine Vorstellung von etwas zu vermitteln, das nicht unbedingt etwas mit dem „wahren” Akteur zu tun hat passt nicht zur PR. Ich höre schon die Stimmen, die sagen, dass die Maßnahmen der PR doch auch Kommunikationsmaßnahmen sind. Stimmt. Bei PR geht es für mich allerdings darum, in die Tiefe zu gehen, Geschichten zu erzählen und aufzuzeigen, weshalb ein Akteur so handelt oder so ist und nicht anders. Mittels Pressetexten, Interviews, Blogs und Hintergrundberichten etc. gibt es viele Möglichkeiten, zum guten Ruf beizutragen und Vertrauen zu schaffen niemals aber ein Image zu kreieren. Ganz wichtig finde ich dabei auch, der Reputation Zeit zu lassen, sich zu entwickeln, und die PR-Maßnahmen ebenso langfristig anzudenken wie auch den Aufbau der Reputation. Das geht nicht von heute auf morgen.

Kürzlich bin ich auf ein Interview des Kommunikationswissenschaftlers Dr. Mark Eisenegger gestoßen. Für ihn setzt sich der gute Ruf immer aus drei Komponenten zusammen, die auch „gelebt” werden müssen.

  1. funktionale Reputation, d.h. jeder Reputationsträger muss seine entsprechende Kompetenz und die damit verbundenen Erfolge unter Beweis stellen
    »» Der Akteur ist ein Experte
  2. soziale Reputation, d.h. jeder Reputationsträger muss sich in der sozialen Welt bewähren. Entscheidend ist hier, ob er sich an ethische Normen hält und ein „good citicen” ist
    »» Der Akteur ist integer
  3. expressive Reputation, hier geht es um die Frage, wie einzigartig jemand ist und welche emotionale Attraktivität und Faszinationskraft von seinem Wesen ausgeht
    »» Der Akteur fällt positiv auf, ist faszinierend

Ich finde, dass er den Begriff Reputation sehr einleuchtend und nachvollziehbar erklärt hat. Nur wenn diese drei Komponenten zusammentreffen, kann eine Kultureinrichtung, ein Künstler oder auch eine Privatperson eine Reputation erwerben. Diese langfristig und nachhaltig zu steigern ist meiner Meinung nach die Aufgabe der PR und nicht eine kurzfristige Imagepflege oder Imagesteigerung.

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