Mozartfest Würzburg ¦ Eine kleine Nachtmusik

Seit Januar spuckt die Faxmaschine im Mozartfestbüro Kartenbestellungen fast im Minutentakt aus - ich bin stolz und glücklich! Anscheinend hat das neu gestaltete Festspielmagazin nebst frischen Ideen doch Tausende von neuen Interessenten angelockt …?! Ruhm und Ehre warten auf mein Team und mich! Vor drei Tagen dann die kalte Dusche - im Vergleich zu den Vorjahren sind bisher deutlich weniger Kartenbestellungen eingegangen!
So kann man sich täuschen. Es sind vor allem die großen Firmen, die in den letzten Jahren für ihre Kunden die Karten gleich in kleinerer bis größerer Paketstärke geordert haben und jetzt auf Sparflamme einkaufen: die Wirtschaftskrise hat da schon erste Mozartfest-Opfer gefordert.

Gartenansicht der Würzburger Residenz Foto pixelio ©WernersbacherNatürlich: die großen Symphoniekonzerte im Kaisersaal sind rappelvoll, unsere Erfindung der Doppelkonzerte wird sehr gut angenommen (um 20.30 Uhr können 300 Leute im Kaisersaal ein größeres Ensemble hören, parallel können 300 Leute im Gartensaal ein Klavierquartett hören - nach der Pause tauscht man die Säle und hat an einem Abend zwei unterschiedliche Programme genießen können). Und die Mozartnächte, in denen von halb acht Uhr abends bis fast Mitternacht in allen Räumen der Residenz Musik gemacht wird, sind ebenfalls gut gebucht. Aber es gibt so eine Art magische Zahl: 23.000 Besucher sollten es 2009 schon sein, - und weil ich neu bin in diesem Amt, erwartet man von mir, dass ich das wenigstens erreiche, wenn nicht gar toppe.

Nun habe ich eine Riesenchance: Bei zwei Nachtmusiken - open air im Hofgarten, wunderbare Atmosphäre - verkaufen wir maximal 800 Sitzplätze, damit bei Regen alle Karteninhaber in der Musikhochschule (dem Ausweichquartier) eine trockene „Kleine Nachtmusik” anhören können. Wenn das Wetter aber mitspielt, können wir ab drei Stunden vor Konzertbeginn bis zu 3.000 Promenadenplätze (Rumlaufen und/oder auf dem Rasen sitzen) zusätzlich verkaufen - das mal zwei wären im Idealfall 6.000 Besucher - das wäre natürlich super.

Obwohl ich sonst nichts davon halte (und verstehe), habe ich den Mondkalender studiert, denn meine liebe Freundin Bettina, Besitzerin eines der größten privaten Weingüter in Deutschland, hat mir versichert, dass bei zunehmendem Mond das Wetter statistisch immer viel besser ist als im abnehmenden. Die Nachtmusiken sind beide im zunehmenden Mond - na, da stehen die Chancen ja doch nicht so schlecht …

von Christian Kabitz

Bisher erschienen:

II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
I-Mein Mozartfest

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One Response to “Mozartfest Würzburg ¦ Eine kleine Nachtmusik”

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