Mozartfest Würzburg ¦ Das Eröffnungskonzert

Immer mittwochs schreibt hier der künstlerische Leiter des Mozartfests Würzburg.

Am Freitag war es endlich soweit: Eröffnung des Mozartfestes 2009! Ich war schon um 18.30 Uhr in der Residenz, zwei Stunden zu früh, aber ich wollte so viel als möglich von der festlich-betriebsamen Atmosphäre eines solchen Events mitbekommen. Manchmal ist das Wort „Routine” leicht negativ besetzt, aber wenn ich sehe, mit welcher Routine Elke Kuhn es geschafft hat, dass alle Platzanweiser, alle Kartenverkäufer, die Tresen und Stellwände an ihrem richtigen Platz stehen, gewinnend lächeln und eine Stimmung gelöster Heiterkeit verstrahlen - das ist einfach super.

Und schon um 19.30 Uhr begann der Auftritt unserer Ehrengäste. In der Person von Wolfgang Bötsch, dem ehemaligen Postminister, unserem Schirmherren, haben wir einen unersetzlichen „Patron” in des Wortes bester Bedeutung, der über all die Jahre hinweg es immer geschafft hat, dass die große Politik (und auch die kleinere) Station in Würzburg gemacht hat. Unser Alt-Ministerpräsident Stoiber samt Gattin stieg aus dem Auto, gleich danach Alt-Bundespräsident Roman Herzog, Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos und Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, dazu Prominenz aus der Wirtschaft und natürlich alles, was in Würzburg Rang und Namen hat, allen voran unser OB Georg Rosenthal mit seiner Gattin Hannah, die sich weit über das gewohnte Maß hinaus für Kultur interessiert, mehr noch: aktiv einsetzt.

Dazwischen immer wieder - durch den Dienstfrack erkenntlich - Musiker aus dem Symphonie-Orchester des Bayr. Rundfunks, von denen ich viele persönlich kenne, weil sie im Bachorchester Würzburg mitspielen oder Mitglied im Bach-Collegium München sind, das ich vor mehr als 30 Jahren gegründet habe und das jetzt von Florian Sonnleitner geleitet wird, der auch Konzertmeister im BR-Orchester ist.

Die Stunde vor dem Konzert ist wunderbar gefüllt mit Gesprächen - endlich lerne ich alle die Leute (oder wenigstens einen Teil davon) kennen, die für unsere Stadt und letztendlich für das Mozartfest wichtig sind, sein oder werden könnten.

Sir Neville ist im April 85 geworden, steigt aber mit fast jugendlichem Schwung aufs Podest und dirigiert die fabelhaften Münchner, eine Ouvertüre in B-Dur, bei der einem schon nach 10 Takten klar wird: Das ist kein Mozart … Dann das Flöte-Harfe-Konzert, souverän musiziert von Boucly und Moretti, nach der Pause (für Viele der Höhepunkt des Konzerts!) Brittens „Les Illuminations” nach Gedichten von Rimbaud mit Laura Aikin, - traumhaft! Und dann - wegen Mozart & Paris - die Pariser Sinfonie D-Dur.

Nach dem Konzert möchte Sir Neville noch ein bisserl feiern und so sind wir schließlich eine lustige Gesellschaft, die bei Spargel, Bratwürsten, Weißburgunder und vielen Anekdoten vor allem Sir Neville Marriner feiern.

von Christian Kabitz

Bisher erschienen

I-Mein Mozartfest
II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
III-Eine kleine Nachtmusik
IV-Les petits riens
V-Aufgehende Sterne
VI-Mozart und Paris
VII-Kabitz trifft Hengelbrock
VIII-Die Suche nach dem Sturm und Drang Komponisten
IX-Randnotizen
X-Mozarts Posthorn-Serenade
XI-Nur noch neun Tage bis zum Eröffnungskonzert
XII-Mozarts Zauberkiste

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