Kulturbetriebe und Web 2.0 – Teil 2 ¦ Der Einrichtung ein Gesicht geben

Der Einrichtung ein Gesicht geben ist eines der Schlagworte, die im Zusammenhang mit Web 2.0 zu hören sind. Ganz wörtlich genommen meine ich damit: Bei wie vielen Kultureinrichtungen, die twittern oder auch eine Facebook-Fanseite haben, wissen Sie tatsächlich mit wem Sie sich austauschen?

Das führt dann zwangsläufig zu der Frage: Soll eine Kultureinrichtung als solche (und dann eher anonym) oder besser eine Person twittern? Eine allgemeingültige Antwort dürfte es wohl kaum geben.

Ich gehöre zu denjenigen, die gerne wissen, mit wem sie sich austauschen. Dabei stört es mich auch keineswegs, wenn dass Profilfoto dem Logo der Kultureinrichtung entspricht und die Einrichtung als solche twittert. Dennoch möchte ich gerne wissen, welche Person und welches Gesicht hinter den Tweets steckt. Ein Hinweis in der Profilbeschreibung wäre der erste Schritt. Noch besser fände ich es, wenn die Personen sich „auch mal zeigt”, sei es mittels eines über Twitpic hochgeladenen Fotos oder im Hintergrundbild. Füllen mehrere Mitarbeiter den Twitter-Channel mit Inhalten können alle Beiträge mit Kürzeln versehen werden, die in der Profilbeschreibung aufgeschlüsselt sind. Auch eine denkbare Variante.

Eine Alternative wäre natürlich auch, auf einen personenbezogenen Kanal zu setzen. Dass eine Kultureinrichtung diese Variante nur in den seltensten Fällen wählt, kann ich gut nachvollziehen. Die Gefahr, dass bei einem Jobwechsel möglicherweise die Follower gleich mitwechseln oder dass die neue Verantwortliche mühsam die Kontakte aufbauen muss ist groß.

Für welche Variante sich eine Kultureinrichtung auch entscheidet, wichtig finde ich, dass eine Person erkennbar ist, um einen Bindung herzustellen, die Lust auf Dialog macht und der Kultureinrichtung ein Gesicht gibt.

Wie sehen Sie das? Stört es Sie, wenn Sie nicht wissen, mit  wem Sie es zu tun haben?

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3 Responses to “Kulturbetriebe und Web 2.0 – Teil 2 ¦ Der Einrichtung ein Gesicht geben”

  1. VioWorld Says:

    Danke für den Beitrag - genau diese Fragen stelle ich mir auch immer wieder. Ich werde demnächst einen persönlichen Twitter-Account einrichten, um berufliches und privates Interesse besser trennen zu können.

    Auch ich will gerne erfahren, wer hinter einem Twitter-Account steckt, entweder über das Kurzprofil oder den verlinkten Blog/ die verlinkte Website.

    Ich versuche beispielsweise schon länger herauszufinden, wer für @gewandhaus twittert - keine Chance.

    Und da ich auch bei Blog-Kommentaren nicht anonym bleiben möchte, unterschreibe ich hier mit
    Hagen Kohn :-)

  2. Christian Henner-Fehr Says:

    Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es immer eine namentlich bekannte Person sein sollte, die im Social Web die Kultureinrichtung vertritt. Ansonsten sind wir von den office@xyz-Mailadressen nicht weit entfernt. Dann kann man sich das eigentlich sparen. Dementsprechend unpersönlich sind dann auch die Infos, die rausgehen.

    @Hagen: stimmt, bei Euch hatte ich anfangs auch immer das Problem, dass ich nicht wusste, wer da eigentlich bloggt. Mittlerweile weiß ich, dass es eh (fast) immer Du bist. :-)

    Spaß beiseite: was mich interessiert, Du sprichst davon, einen zweiten Twitter-Account einzurichten, um persönliches und berufliches besser zu trennen. Ohne Dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber meinst Du mit den persönlichen Dingen dann Privates? Dann würde mir die Trennung einleuchten. Wenn nicht, dann verstehe ich Dich noch nicht.

    Ich hatte mir mal überlegt, einen englisch- und einen deutschsprachigen Account zu installieren. Aber davon habe ich wieder Abstand genommen und versuche nur darauf zu achten, dass ich in beiden Sprachen twittere. Eigentlich funktioniert das ganz gut. Insofern gehöre ich eher zu denen, die nur einen Account verwenden.

  3. Hagen Kohn Says:

    @Christian Bei dem “Persönlichen” hatte ich wohl im Hinterkopf, dass ich bald einen privaten Blog starten möchte. Da ich Twitter auch als Blog-Multiplikator nutze, wäre die Überlegung, das zu trennen.

    Bei vielen Twitterern mit zwei Accounts (Firma + Eigenname) überschneiden sich berufliche und private Tweets häufig in beiden Accounts, nur die Schwerpunkte sind unterschiedlich verteilt. Eine klare Trennung wäre hier sicherlich sinnvoll.

    Ich überlege mittlerweile, ob den VioWorld-Account nicht einfach in Hagen_Kohn umbenenne - die Follower bleiben einem ja erhalten.