Studie Museen und Orchester im Social Web

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Ein sprunghaftes Ansteigen von Twitter-Accounts und Facebook-Fanseiten von Kultureinrichtungen innerhalb des vergangenen Jahres lassen auf den ersten Blick vermuten, dass Kultureinrichtungen das Social Web entdeckt haben. Doch ist dem wirklich so? Und wenn ja, wie sehen die Aktivitäten aus? Wie viele Kultureinrichtungen sind es tatsächlich, die aktiv das Social Web nutzen? Sind es nur die „großen” Häuser oder sehen es auch kleine Häuser als attraktiv an, im Social Web präsent zu sein?

Diesen und anderen Fragen will ich in den nächsten Wochen nachgehen.

Ausgangssituation
In Deutschland gibt es allein rund 6.500 Museen und Ausstellungshäuser und die Deutsche Orchestervereinigung listet 133 Kultur- und Kammerorchester. Nicht zu vergessen, die Bibliotheken, Festivals, Musik(hoch)schulen, Theater, Literaturhäuser, Archive, Chöre und so weiter und so fort. Wenn man all diese Einrichtungen zusammenzählt, kommt man leicht auf eine fünfstellige Zahl deutscher Kulturinstitutionen. Dagegen mutet die Zahl der im Social Web Aktiven geradezu bescheiden an.

Methode
In meiner Untersuchung beschränke ich mich auf Museen (ich verwende den Begriff Museen synonym für Museen, Ausstellungshäuser, Kunstvereine) und Orchester. Aufgrund der hohen Anzahl kultureller Einrichtungen in Deutschland (u. a. Schauspiel- oder Opernhäuser, Festivals etc.) ist eine Begrenzung notwendig, um eine sinnvolle Analyse durchzuführen. Qualität geht in auch in diesem Fall vor Quantität. Die Auswahl der beiden Kategorien, Museen und Orchester hängt - ganz ehrlich - auch mit meinen persönlichen Vorlieben und Erfahrungen zusammen. Die Gegenüberstellung Orchester/Museen wird - so meine Erwartung - sicherlich aufzeigen, dass es im Bereich der Kommunikation kultureller Einrichtungen nicht nur Unterschiede in Bezug auf die „Größe” der Einrichtungen geben wird. Vielleicht ist das Kommunikationsverhalten - zumindest bezogen auf das Social Web - ja auch abhängig, welche Inhalte wie in dieser Welt kommunizierbar sind?

Vorgehen
Selbst bei Beschränkung auf zwei Kategorien ist eine weitere Eingrenzung der zu untersuchenden Einrichtungen notwendig. Hierbei bin ich u. a. mit einer, wie ich natürlich weiß, sehr vereinfachenden Prämisse vorgegangen: eine geringe Webpräsenz lässt auf noch geringere Aktivitäten im Bereich Social Media schließen.

Auswahl der Orchester
Die zu untersuchenden Institutionen habe ich folgendermaßen recherchiert. Im Falle der Orchester war es relativ einfach. Die Anzahl 133 ist überschaubar und bei der Deutschen Orchestervereinigung sind alle Kultur- und Kammerorchester gelistet. Eingang in die Untersuchung fanden alle jene Orchester, die mindestens 20.000 Google-Einträge haben, denn dies ist für mich ein Indiz dafür, dass sie im Netz rege sind. Mir ist sehr wohl bewusst, dass dies noch nichts über Social Media-Aktivitäten aussagt und begrenzte „Google-Treffer” auch andere Ursachen haben können, als eine bescheidene Social Media-Präsenz. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.

Auswahl der Museen
Schwieriger war es, Museen zu recherchieren (nicht alle Museen sind auch Mitglied beim Deutschen Museumsverband) und dann von den rund 6.500 Museen eine überschaubare Zahl zu untersuchen. Da sich bei Wikipedia eine sehr umfangreiche Liste deutscher Museen findet, diente diese mir als erstes Auswahlkriterium. Im nächsten Schritt hatte ich festgelegt, dass ich nur all die Museen in die „enger Auswahl” nehme, die bei Google mindestens 50.000 Einträge haben. Bei kleineren Einrichtungen, die mir erst im Laufe des Beobachtens und Vergleichens aufgefallen sind, hab ich diejenigen zusätzlich mit aufgenommen, die mindestens 100 Follower bei Twitter und/oder Fans auf der Facebook-Fanseite haben.

Von den 6.633 Museen und Orchestern blieben letztendlich insgesamt rund 160 111, die ich mir näher ansehe. Über die Ergebnisse werde ich an dieser Stelle regelmäßig berichten.

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5 Responses to “Studie Museen und Orchester im Social Web”

  1. Christian Henner-Fehr Says:

    Finde ich super, dass Du Dir die Social Media-Aktivitäten der Kulturbetriebe ansiehst. Welche qualitativen Kriterien bzw. Indikatoren fließen denn in Deine Bewertung ein?

  2. Ulrike Schmid Says:

    @Christian Danke. Eigentlich ganz viele Kriterien, die ich immer bei der Vorstellung der einzelnen Kanäle aufzeigen wollte. Dazu gehört zu vergleichen ob und wie sie mit ihren Dialoggruppen kommunizieren, ob sie etwas von sich preisgeben oder nur Veranstaltungshinweise geben, ob ein Dialog stattfindet, ob sie über “den Tellerrand hinausschauen”, ob eine Strategie erkennbar ist etc. Also im Prinzip all die Punkte, die wir immer wieder diskutieren.

  3. uberVU - social comments Says:

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by UlrikeSchmid: Untersuchung zu #Museen und #Orchester im Social Web http://bit.ly/dulQSf...

  4. PR-Kloster » Ranking: Deutsche Museen bei Twitter und Facebook Says:

    [...] bisher noch nicht. Lediglich Ulrike Schmid hat sich im Zuge ihrer geplanten qualitativen Studie mit dem Thema beschäftigt und uns dankenswerter ihre Liste zur Verfügung [...]

  5. morgens halb zehn « Kultur + Kommunikation + Web 2.0 Says:

    [...] nutzen Web 2.0 eher zur Selbstdarstellung als zur Kommunikation” untermauert. Die Studie von Kultur 2.0 Ulrike Schmid könnte vielleicht darauf eingehen. Ich hab´s beim Querlesen aber nicht [...]