Ausstellungstipp ¦ Spickzettel. Bloß nicht erwischen lassen!

Wer erinnert sich nicht an den wohl berühmtesten Spickzettel - den Zettel den Jens Lehmann bei der WM 2006 im Spiel gegen Argentinien aus dem Stutzen zog? Dieser und weitere 1.000 weniger prominente Mathe-Spicker, 12. Klasse Gymnasium, 2009 ©Schulgeschichtliche Sammlung Nürnberg Spickzettel aus 100 Jahren Schulgeschichte in allen Farben und Formen werden derzeit im Museum für Kommunikation Frankfurt in einer Wechselausstellung „Spickzettel. Bloß nicht erwischen lassen” präsentiert.

Lange geisterte die Frage durch die Medien, was denn nun wirklich auf Jens Lehmanns Zettel stand. Die Besucher des Museums für Kommunikation Frankfurt können sich nun selbst davon überzeugen, was sich der Nationalkeeper zu den gegnerischen Elfmeter-Schützen notierte. Neben den klassischen Spickzetteln aus Papier können in der Ausstellung aber auch umgebaute Armbanduhren, präparierte Schokolade, Hightech-Brillen und andere kuriose Basteleien bestaunt werden. Darüber hinaus warten spannende interaktive Stationen zum Mitmachen und Raten auf die Besucherinnen und Besucher.

Die in der Ausstellung gezeigten Spicker zeugen von Kreativität und handwerklichem Geschick - Fähigkeiten, die sich die Lehrer oftmals für den Unterricht wünschten - allerdings ohne Mogeleien. Schließlich ist effektives Lernen dem Herstellungsprozess eines Spickzettels ähnlich: Der Unterrichtsstoff muss komprimiert und zusammengefasst werden. Um mit den Stichworten etwas anfangen zu können, müssen auch die Inhalte dazu „sitzen”.

Im Mittelpunkt der Ausstellung, die vom Schulmuseum Nürnberg entwickelt und in Kooperation mit dem Museum für Kommunikation umgesetzt wurde, stehen die Funktion und Bedeutung des Spickzettels im Kosmos Schule. Eröffnet werden ungewohnte Einblicke in die Welt des Lernens: die Effekte des Spickens für die Leistungsmessung und die Lernstrategien von Schülerinnen und Schülern. Gezeigt werden auch historische Entwicklungslinien, der Spickzettel als internationales Phänomen, persönliche Erfahrungen und Geschichten von Schülerinnen und Schülern von 1900 bis heute sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Motiven, Methoden und zur Verbreitung des Spickens. Die Ausstellung bietet somit einen faszinierenden, aber auch ernsten Blick auf die Vielschichtigkeit und Spannbreite des Themas Spicken.

Die Ausstellung ist noch bis 5. September 2010 zu sehen.

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