Konzert in Dur und Moll. Mein Beitrag zur Blogparade der Duisburger Philharmoniker

2. Philharmonisches Konzert

Bei der Frage „Wie das Konzert der Zukunft“  aussehen kann, die die Duisburger Philharmoniker im Rahmen einer Blogparade gestellt haben, schlagen zwei Herzen - Dur und Moll - in mir.

Einerseits wünsche ich mir, dass sich NICHTS verändert. Ich bin eine große Anhängerin der Konzertform, in deren Mittelpunkt ausschließlich die Musik steht ohne Moderation und sonstigen Schnickschnack. Einfach konzentriert und in Ruhe Musik hören und genießen und das live.

Aber - um mit Giuseppe Tomasi di Lampedusas Tancredi zu sprechen „Wenn wir wollen, daß alles bleibt wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert.” werde auch ich mich mit einer sich ändernden Konzertform auseinandersetzen müssen. V. a. wenn man sich die Entwicklung des Altersdurchschnitts der Konzertbesucher ansieht, scheint ein Handlungsbedarf dringend nötig. Und das nicht nur aufgrund des demographischen Wandels, sondern auch aufgrund der Fülle der Freitzeitangebote.

Ich hoffe, dass es „DAS” Konzert nicht mehr geben wird, sondern dass es vielmehr ein auf das jeweilige Konzertpublikum zugeschnittenes Konzert geben wird. Beide sollten gleichberechtigt nebeneinander her existieren. Also für das jüngere Publikum mit einem anderen klassischen Musikgeschmack Cross-Over-Projekte mit entsprechenden Künstlern. Vorstellbar sind für mich auch die Einbindung bewegter Bilder, die das Thema des Stücks bildlich darstellen oder auch die Einblendung einzelner Musiker in Nahaufnahmen. Überraschungsmomente, welcher Art auch immer sowie Licht- und Raumeffekte bzw. auch die Wahl eines ganz anderen Konzertortes als den klassischen Konzertsaal - etwa ein (stillgelegtes) Fabrikgelände - können sicherlich dazu beitragen, dass sich ein jüngeres Publikum von klassischer Musik angezogen fühlt.

Vergessen werden sollten allerdings auf keinen Fall die Konzertbesucher, die nicht nur mit den Konzertritualen vertraut sind, sondern sie auch schätzen und einhalten.

Meiner Meinung nach wird die Herausforderung für die Veranstalter darin bestehen, verschiedene Konzertformen anzubieten, um sowohl das „klassische” Publikum zu halten und dennoch neues Publikum durch neue Aufführungspraxen zu gewinnen. Ob Livestreams oder eine Digital Concert Hall die Rettung sind, wird sich zeigen.

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