Entfacht die aufbruch-Tagung einen Social-Media-Flächenbrand?

Das aufbruch-Team: Tanja Praske, Christian Gries, Sybille Greisinger, Hararld Link (von links); Foto: FrankTentler)

Das aufbruch-Team: Tanja Praske, Christian Gries, Sybille Greisinger, Hararld Link (von links); Foto: FrankTentler

Vor der Tagung sagte mir Christan Gries, einer der Mitorganisatoren, im Interview, dass mit der ersten Tagung

„eine Brandfackel geworfen [wurde], die deutlich Klärung bewirkt und Initiativen geweckt hat. Heute, ein Jahr später, sieht die Situation anders aus: viele Einrichtungen haben sich auf den Dialog mit dem Publikum eingelassen und sind in die eine oder andere Richtung der digitalen Landschaft „aufgebrochen”. Zuweilen war es unsere Konferenz, die dazu einen wichtigen Impuls setzen konnte.”

Ob nach dieser zweiten Tagung ein Social-Media-Flächenbrand (im positiven Sinne) ausbricht, bleibt abzuwarten. Veranstalter und Referenten haben auf jeden Fall ihren Beitrag geleistet, dass es soweit kommen kann.

Fakt ist sicherlich, dass einerseits Museen und Kultureinrichtungen insgesamt im Social Web hochprofessionell kommunizieren. Andrerseits sind da aber auch die vielen, die entweder vom Social Web noch völlig ausgeschlossen sind, oder es nur unzureichend nutzen. Auch die Zahl derer, die eine oder mehrere Social-Media-Plattformen nutzen ist marginal. Lediglich 60 Museen sind es, so erläuterte Sybille Greisinger in ihrem Vortrag. Im Regierungsbezirk Schwaben gibt es gar nur 1 (!) Museum mit einer Social-Media-Präsenz und das bei rund 1.350 nichtstaatlichen Museen, die Bayern vorweisen kann.

Dieser Unterschied zwischen professionell aufgestellten Museen mit teils eigenen Social-Media-Verantwortlichen und den noch in diesem Thema unbedarften, spiegelte sich auch im Tagunspublikum wieder. Einerseits diejenigen (mich eingeschlossen, was die mangelnde Tweetup-Erklärung anging), die mit den Fachtermini und Analysetools “um sich warfen” und andrerseits diejenigen, die kleinere Häuser repräsentierten und die sich noch an das Thema herantasten. Für letztere war mein Vortrag gedacht, weil mir deren Bedürfnisse und die Herausforderungen vor denen die (kleineren) Kultureinrichtungen in Kleinstädten stehen vertraut sind.

Aber nochmal zurück zum Start bzw. zum Beginn der Tagung, denn die begann mit einer Keynote von Neil Stimler per Video. Man will den großen Social-Media-Konferenzen eben in nichts nach stehen.
Und es war ein gelungener Einstand, ansehen lohnt sich. Im Anschluss stand Stimler außerdem noch bei Twitter für Fragen zur Verfügung.

Ich will hier nicht auf die einzelnen Vorträge eingehen, da die Videos in Kürze im „aufbruch”-Blog zu sehen sein werden.

Erwähnenswerter finde ich, dass die vier OrganisatorInnen Sybille Greisinger, Christian Gries, Harald Link und Tanja Praske nichts unversucht gelassen haben, um vor und während der Tagung die verschiedensten Medien sinnvoll und im besten Sinne kommunikativ zu nutzen. Sei es die vorab von Tanja Praske initiierte Blogparade fürs Residenzmuseum, seien es die Videostatements der Organisatoren, das Ausprobieren neuer Plattformen wie Pinterest (übrigens sehr vorbildlich, die Galerie), ein QR-Code oder eine App, die noch rechtzeitig zum Tagungsbeginn erschien. Die richtige Mischung zu finden, für eine Veranstaltung Aufmerksamkeit zu generieren und die Dialogpartner etwa bei Facebook oder Twitter dennoch nicht zu nerven, ist eine große Kunst. Das aufbruch-Team hat auch hier die richtige Mischung gefunden und das obwohl gefühlte sechs Accounts befüllt wurden. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl gepusht zu werden, im Gegenteil - durch immer wieder kleine, serviceorientierte Infos war ich immer wieder positiv angetan.

Mit 12 Vorträgen war das Programm picke-packe voll. Hier hätte ich mir zwei weniger gewünscht und dafür nach jedem Vortrag eine Fragerunde - auch aus Referentensicht.

Fazit: Ein spannende Tagung mit vielen interessanten Themen, der Möglichkeit neue Menschen kennen zu lernen, altbekannte wieder zu treffen und vielen anregenden Gesprächen. Danke an das Organisationsteam für die tolle Arbeit!

PS Und wer einen Hinweis aufs stARTcamp vermisst, den vertröste ich auf morgen, denn den Bericht dazu gibt’s morgen nebenan auf KultUp.

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2 Responses to “Entfacht die aufbruch-Tagung einen Social-Media-Flächenbrand?”

  1. stARTcamp München – etwas fürs Herz (und die Ohren) « KultUp Says:

    [...] ich am Donnerstag schon auf meinem Blog auf die „aufbruch-Tagung“ eingegangen bin, möchte ich hier noch ein paar Worte zum stARTcamp [...]

  2. “München leuchtet” – Nachlese zur Tagung “aufbruch. museen und web 2.0″ und stARTcamp : iliou melathron Says:

    [...] Themen, Beiträge und Eindrücke von Tagung und stARTcamp bereits diskutiert und analysiert (Kultur 2.0, IT and Art History, Audience+, Kulturbeutel, Das Nest, Kulturmanager, KultUp und Kulturblog). [...]