Ask the orchestra - Fragen Sie die Musiker

Stellten sich den Fragen der Twitterer: Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ¦ Foto:© Julia Baier

Erst vor drei Wochen fand zum wiederholten Male das weltweite Twitter-Event “Ask the curator” statt, das aus verschiedenen Gründen auf eine „mäßige Resonanz auf Seiten der Museen und Twitterer” stieß, so Sebastian Hartmann und Christian Gries in ihren Nachbetrachtungen zum Event.

Auch im Bereich der klassischen Musik gab es mit #askaconductor (Dezember 2010), #askacomposer (März 2011), #askthestrings (Mai 2011) und #askavocalist (Oktober 2011) und #askaconductor (Dezember  2011) solche weltweiten Twitterevents.

In Deutschland sind Museen - meiner Wahrnehmung nach - oft Gradmesser dafür, ob was im Social Web funktioniert oder nicht. Und wenn, wie oben angemerkt, es schon bei Museen eine mäßige Resonanz gab, kann man sich ausmalen, wie es mit der Beteiligung aus deutscher Sicht bei “Ask the musicicans” aussah: ausbaufähig, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Umso erfreulicher finde ich es, dass das Beethovenfest Bonn die Idee der Twitter-Fragestunde aufgegriffen hat. Zum zweiten Mal nach 2011 hatten am vergangenen Samstag, den 6. Oktober Twitterer die Möglichkeit bei #asktheorchestra Musikern Fragen zu stellen, die diese über den Twitter-Account ihres Orchesters beantworteten.

Rede und Antwort standen

Ich mag solche Aktionen, da sie mal ganz bewusst auf Interaktion setzten und erlauben, Musikern Fragen zu stellen. Im Alltagsgetwitter sind es ja dann doch eher die Social-Media-/PR-/Marketing-Berater, die den Account betreuen und die Themen sind dann halt andere.

Ich frage mich allerdings auch, weshalb die Orchester nicht selbst auf die Idee kommen und regelmäßig solche „Fragestunden” organisieren, wie es die Kronberg Academy mit ihren KAtalks bereits 2009/10 vorgemacht hat.

Die Aktion bringt mich auch wieder zu dem Gedanken, den ich hier formuliert habe und in dem es darum ging, den Twitter-Account für eine kurze Zeit einem Musiker (oder jemand anderem aus dem Backstage-Bereich) zu übergeben - so eine Art Rotation Curation, wie sie derzeit für Städte und sogar für Deutschland en vogue sind. Damit könnte nicht nur regelmäßig ein Einblick hinter die Kulissen gewährt, sondern auch mehr über Musik und die Orchester-/Theaterarbeit erzählt werden.

„Eigensinn - Über das Wahre in der Kunst”

Ich muss zugeben, als ich in der Ankündigung las, die Fragen sollen sich um das diesjährige Motto des Beethovenfests „Eigensinn - Über das Wahre in der Kunst” drehen, war ich nicht so begeistert. Ich fand das Thema zu müßig und auch irgendwie zu komplex - dazu wollte ich mir nichts überlegen. Ich hatte andere Fragen an Musiker. Die rund 20 anderen Twitterer, die mitgemacht haben, haben die vorgegebene Fragestellung glücklicherweise genauso ignoriert.

Ich habe ein paar Tweets rausgesucht, die einen schönen Überblick über die Vielfalt der Fragen, die gestellt wurden, geben:

Bereits im Vorfeld hatte ich mir ein paar Fragen überlegt, einige sind dann erst durch die Tweets von Anderen entstanden oder haben sich aus den Antworten der Orchester ergeben. Das war auch der Punkt, wo ich mich immer wieder zurücknehmen musste, damit nicht ein Zwiegespräch entstand. Beim Thema Herausforderung Oper/Konzert hätte ich noch einiges nachfragen können.

(Vielleicht könnt ihr, liebe Bayerische Staatsoper, dieses Thema mal in einem Blogbeitrag aufgreifen)

Ich habe allerdings auch wieder gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist, mit nur 120 Zeichen (das Hashtag muss ja noch dazu) Fragen zu stellen, die für das Gegenüber eindeutig klar und verständlich sind.

Im Vorfeld hätte ich mir mehr Infos zu den einzelnen Musikern (zumindest eine Verlinkung auf die Biografie bei der Ankündigung) gewünscht. Denn meine Fragen habe ich von den Positionen, die die Musiker im Orchester innehaben und was sie sonst machen, abhängig gemacht.

Ich fand #asktheorchestra eine sehr gelungene Aktion! Danke an alle Beteiligten allen voran dem Beethovenfest für die Organisation sowie den Musikerinnen und Musikern  des Bayerischen Staatsorchesters, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und Oboenkönig von der Deutschen Kammerphilhamronie Bremen fürs Beantworten meiner Fragen.

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One Response to “Ask the orchestra - Fragen Sie die Musiker”

  1. Blogposting 10/08/2012 « Nur mein Standpunkt Says:

    [...] Kultur 2.0 » Ask the orchestra – Fragen Sie die Musiker [...]