#Selfies in Konzert und Oper

Was Social-Media-Projekte, die auf Interaktion setzen, angeht, sind in Deutschland Museen den Orchestern und Opernhäuser weit voraus. Museen waren diejenigen, die zuerst mit dem Twitter-Format Tweetup/KultUp experimentiert haben, sie haben sich an internationalen Aktionen wie „Ask the Curator” beteiligt, erfolgreich Blogparaden initiiert oder Blogger zu speziellen Events eingeladen.

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Museumselfie mit der Arbeit "Lampada a stelo biancho" von Michelangleo Pistoletto im MMK Frankfurt.

Jüngst machten die Museen (virtuell) von sich Reden, als die englische Gruppe der museum professionals” von Culturethemes” um MarDixon den #MuseumSelfieDay ausgerufen hatte. (Ausführlich dazu: Christian Gries, #Selfie im Museum).

Solche Aktionen sind im Musikbereich wesentlich seltener und oft mit weniger Durchschlagkraft. Oder erinnert sich noch jemand an „Ask the Conductor” oder an die von einem Orchester organisierte Blogparade?

Umso erfreulicher finde ich, dass die Bayerische Staatsoper es nun den Museen gleich tut und ihm Rahmen ihres nächsten Live-Streams zu La clemenza di Tto am Samstag, den 15. Februar, dazu aufgefordert hat, ein „Opernselfie”, ein Selbstporträt, während des Live-Streams zu machen.

„Wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus, wenn Sie unsere Live-Streams schauen? Sind Sie allein, zu zweit, in einer Gruppe? Gibt’s Popcorn oder Mozartkugeln? Schauen Sie Oper am liebsten in Jogginghose oder machen Sie sich „opernfein”?”,

heißt es im Ankündigungsblogpost.

Während es für den Einzelnen relativ einfach ist, sich im Kontext mit dem Kunstwerk in Szene zu setzen (Fotorechte außen vor gelassen), ist das bei Musik, Oper oder Theater wesentlich schwieriger, wenn nicht gar unmöglich.

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Konzertselfie zu einem Konzert mit dem hr-Sinfonieorchester

Das Kunstwerk existiert bereits, das Musikwerk hingegen entsteht erst in dem Moment, in dem die Besucher da sind. Wie soll man sich mit Musik oder Schauspiel in Szene setzen? Ein Gang auf die Bühne und Teil des Gesamtwerks zu werden ist (noch) unmöglich. Bleibt nur die Möglichkeit, sich vor oder im Gebäude, im Konzertsaal oder gemeinsam mit einem Künstler zu fotografieren. Aber wer hat schon die Möglichkeit einem Künstler so nahe zu kommen? Ich hab des Rätsels Lösung noch nicht gefunden.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie #titoselfie angenommen wird und welche Fotos eingereicht werden. Chapeau Bayerische Staatsoper für die Initiative.

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