Archive for the ‘Ausstellung’ Category

In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt.

Montag, November 5th, 2012

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Im Vorfeld zum Community-Abend mit Tweetup bzw. KultUp am 25. Oktober hatte das Städel Museum zur Blogparade „Ich bin ein/e schwarze/r Romantiker/in, weil …” aufgerufen. (weiterlesen…)

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Leidenschaft, Engagement, Passion – Gedanken und Linktipps

Montag, September 19th, 2011

Vergangene Woche haben mich zwei Beiträge bereichert, die auch irgendwie zusammenpassen und sich auch ergänzen.

Da ist zum einen der Videomitschnitt von Christoph Bornschein bei der webinale, auf den ich bei Kultur 2 Punkt 0 gestoßen bin.

Es lohnt sich, sich die 30 Minuten Zeit zu nehmen. Auch wenn es in dem Beitrag um Konsumgüter, um Marken geht, enthält der Vortrag einige interessanten Aspekte, die auch auf den Kultursektor übertragen werden können bzw. die auch für Kulturvermittler einen Gedanken wert sein sollten.

Ein paar Stichpunkte

„Silo-Denken”: Die verschiedenen Abteilungen, die in einem Unternehmen für Marken profilbildend sind, arbeiten nicht zusammen, reden nicht miteinander. Gemeint sind: PR (hat die Aufgabe stets etwas Neues zu erzählen), Marketing (zahlt auf die Marke ein) und die Medienabteilung (sorgt für die nötige Reichweite). Um jedoch nachhaltig zu wirken und mit interessanten redaktioneller Inhalten zu punkten müssen alle Abteilung langfristig zusammenwirken.

Love Brands kommunizieren weniger, sind weniger Dialogorientiert als „normale” Marken (kennen wir auch von Kultureinrichtungen).

Sinn und Zweck von Gewinnspiele. Kultureinrichtungen haben meines Erachtens Gewinnspiele, sofern sie nicht kulturvermittelnd motiviert sind, nicht nötig. (Ausführlicher habe ich mich in den Kommentaren bei Steffen schon geäußert.)

Relevanz ist Abstoßung von anderen. Gemeint ist damit, dass nicht jede Marke und ihr Social-Media-Auftritt auf breiten Zuspruch findet, Mainstream ist, sondern dass diese Marken bei wenigen dafür umso passionierteren Fans/Dialogpartner auf regen Zuspruch stößt.

Leidenschaft, Engagement, Passion.

Dieser letzten Punkt wurde auch von Thilo Specht in dem Beitrag mit dem provokanten Titel „Tschüss Social Media, es ist vorbei! The Passion Haz Gone” umfassend erläutert. Christian Henner-Fehr hat im Hinblick auf diesen Artikel bei Facebook die Frage gestellt, ob man Social Media und die Leidenschaft, die es dafür braucht lernen kann. Lernen kann man sie sicherlich nicht. Entweder man hat sie oder man sie nicht. ;-) Man kann sich allerdings davon anstecken lassen. Wenn ein(e) Social-Media-Verantwortliche(r) für die eigene Kultureinrichtung und ihre Themen „brennt”, sich leidenschaftlich dafür einsetzt wird sie auch Social Media leben. Nicht selten wird ja auch davon gesprochen, dass Social Media eine Einstellung, eine Haltung ist - Passion - eben und nicht nur eine Aufgabe. Voraussetzungen sind meines Erachtens ein gesundes Maß an Selbstdarstellung, Lust am Diskutieren und sich auch als Person (und mit dem eigenen Namen) voll und ganz für die Kultureinrichtung einzusetzen und für sie zu sprechen, um Social Media erfolgreich umzusetzen.

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Ausstellungstipp ¦ Alex Katz. Prints, Paintings, Cutouts

Freitag, November 12th, 2010

Alex Katz, Blue Umbrella, 1979–80, Lithografie © Alex Katz, VG Bild-Kunst Bonn, 2010, Albertina Wien.

Alex Katz, Blue Umbrella, 1979–80, Lithografie © Alex Katz, VG Bild-Kunst Bonn, 2010, Albertina Wien.

Mit einer großen Werkschau würdigt die Kunsthalle Würth derzeit den New Yorker Altmeister Alex Katz. Mit seinen oftmals spektakulär großen Werken, dem einfachen, sorgsam austarierten Bildaufbau, den klaren, strahlenden Farbkontrasten, scharf beschnittenen Konturen der Figuren und Landschaften, sowie den zu Flächen reduzierten Perspektiven avancierte er zur zentralen Figur des Cool Painting, einer US-amerikanischen selbstreflexiven Maltradition, für die der Gleichklang von Rationalität, Sinnlichkeit und Abstraktion kennzeichnend ist.

Seine cinemascopeartigen Formate zeigen Porträts, elegante Ausschnitte aus dem Leben der modernen New Yorker Intellektuellen und Kunstszene und der gut situierten Freizeitgesellschaft. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist den Naturidyllen von Maine im Nordosten der USA gewidmet, die Katz monumentale flächenbetonte Malerei jedoch zu radikalen Kompositionen von geradezu ikonischer Allgemeingültigkeit stilisiert.

Katz’ Bilder gleichen Erinnerungen, ohne sich dabei je im Anekdotischem zu verlieren. Präzise und vage, präsent und schon verblasst konservieren sie die memorierte Schönheit des Augenblicks, um dem Flüchtigen, Beiläufigen und Marginalen Dauer und Bedeutung zu verleihen.

In seinem druckgrafischen Werk, das in der Hauptsache aus Siebdruck, Aquatinta und Lithographie besteht, reproduziert, reflektiert und reduziert Katz seine Motive in weiteren Arbeitsschritten ohne Verlust der für seine Malerei so charakteristischen strahlenden Farbflächen. Vielmehr verleihen formale und technische Präzision, sowie extreme Reduktion und Nahsichtigkeit jedem Blatt den maximalen Ausdruck von Gegenwärtigkeit und höchster Prägnanz.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Albertina Wien entstanden. Während die in Wien aus eigenen Beständen konzipierte Ausstellung „Alex Katz Prints” einen repräsentativen Einblick in das druckgrafische Werk von der Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts bis heute gab, wurde die Schau der Kunsthalle Würth um über 20 monumentale Gemälde und Cutouts aus allen Werkphasen ergänzt.

Die Ausstellung ist noch bis 3. April 2011 in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, zu sehen.

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Ausstellungstipp ¦ Michelangelo - Zeichnungen eines Genies

Freitag, Oktober 22nd, 2010

Michelangelo Buonarroti, Pietà, um 1530-36, © Albertina, WienMit dem Ziel Michelangelo Buonarroti als Zeichner zu positionieren, widmet die Albertina ihm derzeit eine großangelegte monographische Werkschau. Sie ist weltweit die erste seit rund 20 Jahren. Mit der Präsentation von über 100 der kostbarsten Zeichnungen ermöglicht sie einen faszinierenden Einblick in das Schaffen des großen Genies. Die Ausstellung vermittelt die Entwicklung in seiner Darstellung des menschlichen Körpers von der zarten und schönlinigen Figur der Frührenaissance zu einem neuen monumentalen Körperideal, das bis in die Gegenwart Gültigkeit bewahrt hat. Die gezeigten Arbeiten stammen aus den eigenen Beständen der Albertina sowie aus 30 der weltweit bedeutendsten Sammlungen und Museen, wie den Uffizien und der Casa Buonarroti in Florenz, dem Louvre in Paris, dem Metropolitan Museum in New York, dem Teylers Museum in Haarlem, der Royal Collection in Windsor Castle und dem British Museum in London.

Michelangelo war Bildhauer, Architekt, Maler und Zeichner. Die Ausstellung in der Albertina konzentriert sich ausschließlich auf sein zeichnerisches OEuvre. Als Medium der Ideenfindung und Erprobung künstlerisch gefasster Gedanken stellt die Zeichnung die Grundlage aller Arbeiten des Künstlers dar. Darüber hinaus erreicht sie mit Michelangelo erstmals auch einen neuen Status als autonomes Kunstwerk. Michelangelo lebte von 1475 bis 1564 und schuf in rund 75 Jahren künstlerischer Tätigkeit ein Gesamtwerk von höchster Komplexität. Er prägte nicht nur eine ganze Epoche, sondern beeinflusste auch die ihm nachfolgenden Künstler nachhaltig.

Die Ausstellung in der Albertina hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Werk Michelangelos anhand der wichtigsten Aufträge und Werkgruppen chronologisch aufzubereiten, um so auch die Entwicklung in der Zeichnung des Künstlers zu zeigen. Der Bogen der ausgestellten Werke spannt sich von der frühesten erhaltenen Zeichnung (einer Kopie nach Giotto) über die Entwürfe für die Schlacht von Cascina, die Vorzeichnungen für die berühmten Fresken in der Sixtinischen Kapelle bis zu den raffinierten Geschenkblättern für Michelangelos Freund Tommaso de’Cavalieri und den späten Kreuzigungsdarstellungen des fast achtzigjährigen Künstlers. Ausführlich diskutiert werden auch die Projekte für die verschiedenen Päpste und Fürsten, denen der Meister diente: das Grabmal Julius’ II., die Medici-Kapelle, das Jüngste Gericht und ein Entwurf für die Kuppel von St. Peter. Die Auswahl ergänzen Arbeiten von Schülern und Künstlerkollegen, denen man früher oft Zeichnungen Michelangelos zugeschrieben hat, obwohl ihr Stil von dem des großen Meisters deutlich zu unterscheiden ist. Zudem werden Gemälde gezeigt, die nach Entwürfen Michelangelos entstanden sind.

Erklärtes Ziel der Ausstellung ist die Neupositionierung Michelangelos als Zeichner. Nach den zeitbedingten historischen Verlusten und der Zerstörung einiger seiner Werke durch den Künstler selbst sind heute rund 600 Blätter erhalten. Die andauernde Diskussion über ihre Authentizität und Chronologie war Ausgangspunkt der von Dr. Achim Gnann kuratierten Ausstellung, deren intensive Vorbereitungszeit rund drei Jahre einnahm.

Die Ausstellung ist noch bis 9.  Januar 2011 in der Albertina zu sehen.

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Ausstellungstipp ¦ I still do. Leben und Lieben mit Alzheimer

Freitag, Oktober 1st, 2010

Die Ausstellung „I still do. Leben und Lieben mit Alzheimer” zeigt ergreifende Porträts eines Mannes mit Alzheimer. Gesehen und beschrieben durch die Augen seiner Ehefrau und Pflegepartnerin - der Fotografin Judith Fox.

Fragments Foto: Judith FoxEntstanden sind eindrucksvolle Momentaufnahmen eines fortschreitenden Prozesses: Bilder voller Nähe, Zärtlichkeit und manchmal auch voller Erstaunen. Zusammen mit dem von ihr verfassten Buch wurde daraus ein beeindruckendes Porträt eines Alzheimer-Kranken.  - aus der Sicht einer Angehörigen. Judith Fox gibt der Krankheit ein Gesicht und möchte so das Gefühl der Isolation bei den pflegenden Angehörigen lindern und der Stigmatisierung der Krankheit entgegenwirken.

Ed sleeping, Foto: Judith FoxDer Fotografin geht es vor allem darum, mit den Bildern aus ihrem ganz privaten Umfeld, Einblicke zu geben, was die Diagnose Alzheimer für den Einzelnen und seine Angehörigen bedeuten kann. „Es gibt viele falsche Ansichten zu der Krankheit - manchmal auch bei den Betroffenen selbst”, sagt sie. So habe auch ihr Ehemann einige Jahre lang nicht gewollt, dass die Menschen von seiner Alzheimer-Erkrankung erfuhren. Er wollte mit Respekt behandelt werden, hatte Angst, die Leute dächten, er sei verrückt. Für Fox wäre aber gerade ein offenerer, transparenterer Umgang mit Alzheimer wichtig.

Bei ihrem Ehemann, Dr. Edward Ackell, wurde nach dreijähriger Ehe eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert. Während der nächsten zehn Jahre erlebte Judith Fox die Veränderungen ihres Mannes mit: „Dies sind einige der Dinge, die mein Ehemann früher getan hat: ein Flugzeug steuern, Menschen operieren, weltweite Beratungen vornehmen, eine Universität und medizinische Zentren leiten, vier Holes-in-One schlagen und im selben Basketballteam wie Bob Cousy spielen, einem ehemaligen Profi-Basketballer”, schildert sie. Und: „Dies sind einige der Dinge, die mein Ehemann nicht mehr tun kann: Den Weg zu einem unbekannten Badezimmer und wieder zurück finden, die Kaffeemaschine bedienen, ein Golfturnier spielen oder sich an das erinnern, was ich ihm vor zwei Minuten erzählt habe.”

Die Fotografien sind noch bis 5. November im Theodor Tucher in Berlin zu sehen.

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Ausstellungstipp ¦ Preußens Eros – Preußens Musen. Frauenbilder aus Brandenburg-Preußen

Freitag, September 24th, 2010

Im Rahmen des Themenjahres “Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg-Preußen” von Kulturland Brandenburg zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam derzeit die Sonderausstellung Preußens Eros - Preußens Musen. Frauenbilder aus Brandenburg-Preußen.

Antoine Pesne: Barbara Campanini, gen. "La Barbarina"  um 1745, Öl auf Leinwand.

Antoine Pesne: Barbara Campanini, gen. "La Barbarina" um 1745, Öl auf Leinwand.

Die Ausstellung präsentiert in 50 Meisterwerken europäischer Porträtkunst erstmals eine auf Brandenburg-Preußen bezogene Geschichte des weiblichen Bildnisses. Sie eröffnet damit einen ungewohnten Blick auf ein Land, dessen Name in der Geschichte zum Synonym männlich-militärischer Prägungen geworden ist und in dem Frauen - mit wenigen Ausnahmen - eine untergeordnete Rolle spielten.

Zum imaginären Dialog versammelt sich eine illustre Gesellschaft von Charakteren, Schönheiten und Musen aus vier Jahrhunderten: Königinnen und Mätressen, Hofdamen und Bürgerinnen, Salondamen und Musen, Künstlerinnen und Filmdiven. Die Auswahl der Bildnisse reicht von den Standesporträts des Barock bis hin zum Star-Foto der 1920er Jahre, von der ersten “Königin in Preußen”, Sophie Charlotte, bis zu Marlene Dietrich. In ihren Porträts spiegeln sich Persönlichkeit und Lebensgeschichte, sozialer Status und Geschlechterrolle, aber auch der sich verändernde künstlerische Blick von Malerinnen und Malern, die das Antlitz ihrer Epoche mit geprägt haben. Prominente, aber auch zu Unrecht fast vergessene Frauenbiografien werden im Bild lebendig. Sie erzählen von der höfischen Kultur Preußens, der bürgerlichen Welt des 19. Jahrhunderts, der Berliner Bohème um 1900 und von veränderten Frauenrollen während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung versammelt Werke der besten Porträtisten ihrer Zeit:  Antoine Pesne, Anna Dorothea Therbusch, Anton Graff, Carl Wilhelm Wach, Franz von Lenbach, Sabine Graef-Lepsius, Lovis Corinth, Max Slevogt, Charlotte Berend, Hanna Höch, Jeanne Mammen, Lotte Laserstein u. a.

Leihgeber sind unter anderem die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stiftung Stadtmuseum Berlin, die Nationalgalerie Berlin, die Berlinische Galerie, die Deutsche Kinemathek, die Hessische Hausstiftung, Kronberg, die Raczynski-Stiftung am Muzeum Narodowe (Nationalmuseum) in Poznan und private Leihgeber.

Die Ausstellung ist von heute an bis 2. Januar im Kutschstall, Am Neuen Markt in Potsdam zu sehen. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des HBPG.

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