Archive for the ‘Blogparade’ Category

Staubt gar nicht im Reichskammergerichtsmuseum Wetzlar

Freitag, Oktober 24th, 2014

reichskammergerichtsmuseum_031

Während meines Geschichtsstudiums in Münster begegnete mir das Reichskammergericht, das oberste Gericht des Alten Reiches, wiederholt. Ein Besuch des Reichskammergerichtsmuseum in Wetzlar war längst überfällig.

Informativ und abwechslungsreich

Wer glaubt, dass es sich hier um eine trockene, weil text- und zahlenlastige, Angelegenheit handelt, irrt. Die Ausstellung ist derart informativ, ansprechendund abwechslungsreich konzipiert, dass auch Nichthistoriker auf ihre Kosten kommen. Es handelt sich nicht nur um eine bloße Beschreibung des Kammergerichts, das von 1690 bis 1806 seinen Sitz in Wetzlar hatte. Es ist vielmehr die gelungene Kombination aus eines geschichtlichem Überblick zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und erkenntnisreicher Brückenschlägen zur Gegenwart und zum Kammergericht selbst.

Kammerrichter, Präsident und Assessoren

Ein Video führt in die Ausstellung ein und trägt wesentlich zum Verständnis bei. Ein (kostenlosen) Audioguide gibt Hinweise reichskammergerichtsmuseum_01zu den Exponaten und Erklärungen zur geschichtlichen Einordnung. Mehrere kleinere, vielfältig bestückte Ausstellungsräume mit stuckverzierten Decken zeigen ein facettenreiches Bild des Kammergerichts. Die Exponate beschränken sich nicht nur auf Grafiken, Drucke, Büsten, Kupferstiche oder Prozessakten. Auch der Kleidung wird Platz eingeräumt. Kammerrichter, Präsident, Assessor - wer hat sich wie zu kleiden? Eine Antwort darauf geben die ausgestellte Amtstrachten und Drucke. Einen Hinweis, wie sich ein Praktikant zu kleiden hat, habe ich nicht entdeckt, wohl aber den Namen eines berühmten Frankfurter Bürgers: Johann Wolfgang von Goethe war im Jahre 1772 hier als Praktikant tätig.

Wem das Reichskammergerichtsmuseum alleine nicht reicht, dem seien noch das Lottehaus und das Jerusalemhaus empfohlen. Auch ein Streifzug durch die Altstadt mit seinen Fachwerkhäusern lohnt sich.

Tanja Praske hat auf Ihrem Blog Kultur - Museo - Talk nach einem Kulturtipp gefragt. Das hier ist meiner.

Dieser Beitrag erschien zuerst als Kulturtipp am 14. September 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt.

Montag, November 5th, 2012

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Im Vorfeld zum Community-Abend mit Tweetup bzw. KultUp am 25. Oktober hatte das Städel Museum zur Blogparade „Ich bin ein/e schwarze/r Romantiker/in, weil …” aufgerufen. (weiterlesen…)

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Aufruf zur MUSEO-Blog-Parade 2012 der Residenz München

Mittwoch, Februar 29th, 2012

Carnevale Venezia S. Marco 25
Im Vorfeld zur Tagung “aufbruch. museen und web2.0” und des 1. Münchner stARTcamps am 20. und 21. April ruft die Residenz München zur Blogparade auf.

Die Blogparade steht unter  dem Motto „Was ist Euer herausragendes Thema für 2012?” Gesucht werden Beiträge, die sich mit den folgenden Inhalten befassen:

  • Um-/Neubau einer Ausstellungsfläche oder eines Museums
  • Neustrukturierung der Dauerausstellung/Sammlungsbestandes
  • Restaurierung eines Kunstwerkes
  • Konzeption und Durchführung einer geplanten Ausstellung
  • Vermittlungsangebote in der On- und Offline-Welt
  • Finanzierungskonzepte/Freundeskreis
  • Veranstaltungsreihe

„Kurzum - gefragt sind Themen, die die museale Arbeit in ihrer gesamten Bandbreite berühren”,

heißt es in der Ankündigung auf dem Blog.

Aufgrund der Vielschichtigkeit, dürfte für jedes Museum etwas dabei sein - und mit etwas Fantasie auch für andere Kultureinrichtungen. Gerade die drei letztgenannten Punkte dürften sowohl bei Theatern als auch bei Orchestern ein Thema sein. Beteiligen dürfen sich übrigens auch Kulturblogger.

Was ist eine Blogparade?

Eine Blogparade oder Blogkarneval,  ist eine „Blog-Veranstaltung”, bei der ein Blog-Betreiber - in dem Fall die Residenz München - als Veranstalter ein bestimmtes Thema festlegt, dieses als Blog-Beitrag veröffentlicht und andere Blogger dazu auffordert, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums einen Artikel zu diesem Thema im jeweils eigenen Blog zu veröffentlichen und auf den Ursprungsbeitrag zu verlinken. Am Ende listet der Organisator alle Beiträge, erstellt einen entsprechenden Abschlussblogbeitrag oder macht aus allen „Einsendungen” ein E-Book.

Wer, wann, wie?

  • Teilnehmer: Mitmachen können nicht nur Museen, sondern auch Kultureinrichtungen/-institutionen sowie Kulturbloger_innen
  • Stichwort: MUSEO-Blog-Parade 2012
  • Zeitraum: Die Blogparade läuft noch bis 23. März 2012
  • Verlinkung: Per Trackback auf den „Ursprungsbeitrag”, den Blogparadeninitiator”. (Zur Sicherheit auch noch in der Kommentarfunktion den Link angeben - nicht dass ein Beitrag verloren geht)
  • Twitter Hashtag: #MBlogParade2012

Warum mitmachen?

  • Um in einem größeren Kontext, Blick hinter die Kulissen zu gewähren
  • Durch die Teilnahme Vieler erhalten Kultureinrichtungen gebündelte Aufmerksamkeit
  • Um einen vielschichtigen Einblick in die faszinierende Welt musealer und kultureller Tätigkeit zu vermitteln
  • Um Eigen-PR für sich zu machen
  • Damit am Ende ein schönes E-Book rauskommt - wäre mein Wunsch!

Und für all diejenigen, die gerne mitmachen möchten, aber über keine eigenes Blog verfügen sowohl das Blog „aufbruch. museen und web 2.0 als auch ich stellen unser Blogs als Plattform zur Verfügung. Einfach unten Kommentar eingeben, wenn Interesse besteht.

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Konzert in Dur und Moll. Mein Beitrag zur Blogparade der Duisburger Philharmoniker

Dienstag, Juli 12th, 2011

2. Philharmonisches Konzert

Bei der Frage „Wie das Konzert der Zukunft“  aussehen kann, die die Duisburger Philharmoniker im Rahmen einer Blogparade gestellt haben, schlagen zwei Herzen - Dur und Moll - in mir.

Einerseits wünsche ich mir, dass sich NICHTS verändert. Ich bin eine große Anhängerin der Konzertform, in deren Mittelpunkt ausschließlich die Musik steht ohne Moderation und sonstigen Schnickschnack. Einfach konzentriert und in Ruhe Musik hören und genießen und das live.

Aber - um mit Giuseppe Tomasi di Lampedusas Tancredi zu sprechen „Wenn wir wollen, daß alles bleibt wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert.” werde auch ich mich mit einer sich ändernden Konzertform auseinandersetzen müssen. V. a. wenn man sich die Entwicklung des Altersdurchschnitts der Konzertbesucher ansieht, scheint ein Handlungsbedarf dringend nötig. Und das nicht nur aufgrund des demographischen Wandels, sondern auch aufgrund der Fülle der Freitzeitangebote.

Ich hoffe, dass es „DAS” Konzert nicht mehr geben wird, sondern dass es vielmehr ein auf das jeweilige Konzertpublikum zugeschnittenes Konzert geben wird. Beide sollten gleichberechtigt nebeneinander her existieren. Also für das jüngere Publikum mit einem anderen klassischen Musikgeschmack Cross-Over-Projekte mit entsprechenden Künstlern. Vorstellbar sind für mich auch die Einbindung bewegter Bilder, die das Thema des Stücks bildlich darstellen oder auch die Einblendung einzelner Musiker in Nahaufnahmen. Überraschungsmomente, welcher Art auch immer sowie Licht- und Raumeffekte bzw. auch die Wahl eines ganz anderen Konzertortes als den klassischen Konzertsaal - etwa ein (stillgelegtes) Fabrikgelände - können sicherlich dazu beitragen, dass sich ein jüngeres Publikum von klassischer Musik angezogen fühlt.

Vergessen werden sollten allerdings auf keinen Fall die Konzertbesucher, die nicht nur mit den Konzertritualen vertraut sind, sondern sie auch schätzen und einhalten.

Meiner Meinung nach wird die Herausforderung für die Veranstalter darin bestehen, verschiedene Konzertformen anzubieten, um sowohl das „klassische” Publikum zu halten und dennoch neues Publikum durch neue Aufführungspraxen zu gewinnen. Ob Livestreams oder eine Digital Concert Hall die Rettung sind, wird sich zeigen.

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#dkdz - Die Blogparade der Duisburger Philharmoniker

Samstag, Juni 18th, 2011

screenshotduphilIn letzter Zeit ist es etwas ruhiger geworden um die Social-Media-Aktivitäten der Duisburger Philharmoniker - zumindest in meiner Wahrnehmung. Doch seit heute sind sie wieder voll präsent - und zwar, weil sie etwas wagen, das ich bis dato noch von keiner deutschen Kultureinrichtung kenne: Sie haben eine Blogparade gestartet.

Blogparaden per se sind nichts Ungewöhnliches in der Blogosphäre. Sie sind ein durchaus übliches Mittel, um Meinungen einzuholen, im Kollektiv Antworten auf Fragen zu bekommen und auch Erfahrungen auszutauschen. Dass ein Orchester eine Blogparade initiiert ist allerdings ein Novum oder einfach nur - toll!

Die Fragestellung der Duisburger Philharmoniker lautet: „Wie sieht das Konzert der Zukunft aus?”. Teilnehmen kann jeder, der zu dem Thema was beisteuern will. (Man muss auch kein eigenes Blog haben, um mitzumachen)

Bei mir stößt das Thema gleich auf doppelten Zuspruch. Einmal, weil die Duisburger Philharmoniker damit dem Begriff „Partizipation” und „Mitmach-Web” wieder mal gerecht werden und weil ich mich just gestern in einer Konzertpause mit einem Musikkritiker darüber unterhalten haben und ich, zumindest was das Verhalten des Konzertpublikums angeht, eher skeptisch in die Zukunft blicke.

Ich wünsche den Duisburger Philharmonikern viele interessante Beiträge und werde natürlich auch einen Blogpost beisteuern.

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NPO Blogparade ¦ Vertane Chance? Influencer als fester Bestandteil der Social-Media-Strategie

Dienstag, Februar 15th, 2011

Häufig bekommen Blogger Pressemitteilungen oder sogar Produkte von Unternehmen, um sie zu testen und im eigenen Blog vorzustellen. Das Blog ist mittlerweile ein ernsthaftes Medium. So bietet beispielsweise das NRW-Forum für bestimmte Ausstellungen bloggerspezifische Pressekonferenzen an. Ich bekomme des Öfteren von Kultureinrichtungen Pressemeldungen zugeschickt um über neue Ausstellungen zu berichten oder auf Veranstaltungen hinzuweisen. Doch sind Kulturinfluencer mittlerweile Teil der Kommunikationsstrategie? Deshalb nun meine Frage im Rahmen der 21. Runde der NPO-Blogparade:

„Wie sinnvoll ist die frühzeitige Einbindung der für NPOs und Kultureinrichtungen wichtigen Influencer in die Kommunikationsstrategie?”

Für renommierte Einrichtungen ist das vermutlich nicht so relevant. Sie gewinnen schnell ihr Publikum, denn es ist „schick” ihnen zu folgen oder ein Fan zu sein. Doch wie sieht es bei kleinen und mittelgroßen Einrichtungen aus, die nicht jeder kennt? Ist es für sie nicht eine Chance? Eine Kultureinrichtung, die frühzeitig Fürsprecher einbindet, genießt den Vorteil, dass über sie in Blogs berichtet, folglich gesprochen wird: der Bekanntheitsgrad wird erhöht, und nicht zu vergessen die Signalwirkung. In den Interviews, die ich mit verschiedenen Vertretern von Kultureinrichtungen geführt habe, wurde immer wieder der Dialog mit den Besuchern als wichtiger Punkt angeführt. Denn was bringt die Einbindung der Influencer (und natürlich in der Folge aller Prosumenten) zum Ausdruck? Wir sind am Dialog interessiert und wollen wissen, was ihr sagt. Und zwar nicht nur daran, was ihr gerade zur aktuellen Ausstellung sagt, sondern generell was unser Haus betrifft.

Alle, die zu diesem Thema etwas beitragen möchten, sind herzlich eingeladen, auf ihrem Blog einen entsprechenden Beitrag zu verfassen und ihn hierher zu verlinken oder einen Kommentar zu hinterlassen.

Diese Runde der NPO-Blogparade läuft bis zum 6. März. Was eine Blogparade ist und wie sie funktioniert, steht hier beschrieben.


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