Archive for the ‘Blogparade’ Category

„Wir sind interessanter als wir glauben“ ¦ Museen und Orchester im Social Web

Freitag, Mai 7th, 2010

Diese Social-Media-Portale sind bei Museen und Orchester beliebt

Meistgenutzten Social-Media-Portale der Museen und Orchester

Mein Beitrag zur Blogparade “Geschäftsmodelle im Web 2.0? der stARTconference, handelt von der, von mir derzeit durchgeführten, Studie „Museen und Orchester im Social Web”.

Ausgangspunkt für die Studie
Ausgangspunkt war, dass ich einerseits ein sprunghaftes Ansteigen von Twitter-Accounts und Facebook-Fanseiten von Kultureinrichtungen innerhalb des vergangenen Jahres festgestellt habe, andrerseits aber diese Aktivitäten nirgends umfassend besprochen wurden. Es gab lediglich vereinzelte Hinweise.

Die Zunahme von twitternden und „facebookenden” Museen, Festivals, Theater, Orchester etc. lässt den Schluss nahe, dass sie das Social Web entdeckt haben. Doch ich wollte es genauer wissen, wollte wissen, wie diese Aktivitäten aussehen. Wie viele Kulturinstitutionen sind es tatsächlich, die aktiv das Social Web nutzen? Inwieweit betrachten die sie das Social Web auch als Mitmach-Web? Sind sie weiterhin dem altbekannten „Sender-Empfänger-Modell” verhaftet? Sind es nur die „großen Häuser” oder sehen es auch „kleine Häuser” als attraktiv an, im Social Web präsent zu sein? Diese und andere Fragen werden im Rahmen der Studie beantwortet.

Aufgrund der Fülle von Kultureinrichtungen, die wir in Deutschland haben, musste ich vorab eine Einschränkung treffen. Meine Wahl, die vor allem persönlichen Interessen und Erfahrungen geschuldet ist, fiel auf die beiden Kategorien Museen und Orchester. Zwei Kategorien sollten es sein, um herauszufinden, inwieweit Inhalte unterschiedlich vermittelt und Kanäle „kategoriespezifisch” bevorzugt werden.

Von den rund 6.500 Museen und Ausstellungshäusern sowie 133 Kultur- und Kammerorchestern, die die Deutsche Orchestervereinigung listet, wurden schließlich 92 Museen und 21 Orchester untersucht. So viele waren es, die im Zeitraum Dezember 2009 bis Februar 2010 nach den von mir aufgestellten Kriterien einen oder mehrere Social-Media-Kanäle nutzten bzw. dort präsent waren. Das sind die Plattformen YouTube/Vimeo, Flickr, Facebook, StudiVZ, MySpace und Twitter sowie das Vorhandensein eines Blogs.

Vorgehensweise
Die Studie umfasst neben der Untersuchung der verschiedenen Kanäle und deren Nutzung auch Interviews mit Repräsentanten ausgewählter Orchester (Berliner Philharmoniker und Duisburger Philharmoniker) und Museen (Pinakotheken, NRW-Forum, Museum für Kommunikation Frankfurt sowie Städel Museum/Schirn Kunsthalle). Die Interviews fließen allerdings nicht in die Auswertung der Studie ein, sondern haben ergänzenden Charakter.

Nach einer allgemeinen Untersuchung, welche und wie viele der Kanäle genutzt werden, ging es an die Untersuchung der Kanäle selbst. Herausgekommen ist zunächst, dass Museen und Orchester lediglich ein bis zwei der Social-Media-Kanäle nutzen. Darunter ist Facebook der beliebteste Kanal ist, gefolgt von den Video-Portalen bei den Orchestern und Twitter bei den Museen.

Für jeden Kanal wurden entsprechende Kriterien aufgestellt, nach denen alle Kultureinrichtungen gleichermaßen untersucht wurden. Diese waren einmal ganz faktischer, aber auch inhaltlicher Natur. Am Beispiel YouTube sah das etwa folgendermaßen aus:

Beitrittsdatum
Frequenz des Uploads
Anzahl der Video-Aufrufe
Anzahl der Freunde
Anzahl der Abonnenten
Biografie (Profilbild, Vanity-URL, Kurzbeschreibung der Institution, Webseite etc.)
Kanalaufrufe
Upload-Aufrufe
Web-2.0-Verknüpfung zu anderen Profilen vorhanden; Wie ausgeprägt
Kommentare (Zahl und inhaltlich)
Nutzung der Videos für Medienarbeit
Embedding
Sonstiges (Sprache, Inhalt der Videos)

Die gewonnenen Erkenntnisse flossen dann in die Gesamtbewertung der Nutzung des YouTube-Kanals ein. In den Blogbeiträgen wurde nicht dezidiert auf einzelne Kriterien eingegangen, sondern eine allgemeine Beschreibung und Bewertung, mit Nennung von Positiv-Beispielen, gegeben.

Ziel der Studie
Ziel der Studie ist es zu eruieren, inwieweit Museen und Orchester die verschiedenen Möglichkeiten nutzen, um die Aufmerksamkeit für ihre Ziele und spezifischen Projekte zu steigern sowie neue Beziehungen mit ihren Dialoggruppen aufzubauen. Es wird also der Ist-Zustand von Museen und Orchestern aufgezeigt. Gleichzeitig werden auch Anregungen gegeben und Empfehlungen ausgesprochen. Die Empfehlungen richten sich sowohl an die Kultureinrichtungen, die bereits vertreten sind, als auch an diejenigen, die mit Social Media beginnen wollen.

Die Interviews mit den Direktoren/Intendanten/Marketingleitern der oben genannten Museen und Orchester geben zusätzlich einen sehr individuellen Einblick in deren Strategie und Vorgehensweise. Die Fragen waren individuell auf das jeweilige Orchester/Museum zugeschnitten und nur zwei bis drei Fragen wurden gleichermaßen an alle gestellt. So etwa die nach der Motivation, sich ins Social Web zu begeben oder der „Tipp für die Kollegen”. In vielen der sehr offen geführten Gespräche wurden einige der Fragen beantwortet, die häufig unter den Kulturbloggern diskutiert werden. So etwa: Welche Person steckt hinter den Aktivitäten, weshalb wird bei Twitter nicht zurückverfolgt, weshalb kann auf dem Blog nicht kommentiert werden? Die Kultureinrichtungen hingegen erhalten Anregungen für ihren Start ins Social Web.

Was haben Kultureinrichtungen von der Studie?
Die Studie gibt Tipps und Anregungen, andere Kultureinrichtungen können von den untersuchten Museen und Orchestern lernen, die bereits Aktiven erhalten Verbesserungsvorschläge. Dadurch, dass jeder Social-Media-Kanal gesondert berücksichtigt wird, erhalten die Kultureinrichtungen einerseits Anstöße, den eigenen Auftritt unter den beschriebenen Gesichtspunkten zu überprüfen, andrerseits auch eine Anleitung, wie der eigene Auftritt gezielter geplant werden kann.

Geben meine Analysen einen allgemeinen umfassenden Einblick in den Ist-Zustand, erhalten Kultureinrichtungen mit den Interviews zusätzlich ganz konkrete Tipps und Empfehlungen aus der Praxis. Gerade durch die Interviews wird oftmals das Handlungsmuster der Museen und Orchester deutlich.

Aufgrund der Fülle der gesammelten (teils nicht-veröffentlichten) Daten ist auch die individuelle Überprüfung eines Auftritts denkbar, um gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Wenn Sie bisher noch zögerlich waren, nehmen Sie sich doch die Worte von Dr. Alfred Wendel von den Duisburger Philharmonikern zu Herzen, der empfiehlt, „[...] verhältnismäßig unvoreingenommen heranzugehen. Ich habe das Social Web als eine positive Sache kennen gelernt. Es gibt ein großes Wohlwollen im Netz, das ist eine der positiven Erfahrungen, die ich gemacht habe. Wir als Orchester sind interessanter als wir glauben - das sollte man sich bewusst machen.”

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NPO-Blogparade ¦ Welche Schritte müssen Kultureinrichtung intern vollziehen, um Social Media erfolgreich einzusetzen

Montag, November 23rd, 2009

npo-blogparade

In der aktuellen NPO-Blogparade hat Kathrin Kiefer auf ihrem Blog netzwerk-pr die Frage aufgeworfen

Welche Schritte müssen NPOs intern vollziehen, um Social Media erfolgreich einsetzen zu können?

Bevor eine Kultureinrichtung mit Social-Media-Aktivitäten beginnt, sollte sie sich für sich geklärt haben, darüber im Klaren sein, ob sie tatsächlich bereit ist in den Dialog mit ihr Publikum zu treten und einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Wenn sie mit den Schlagwörtern, die in dem Zusammenhang immer fallen - Partizipation, Interaktion, Zuhören, Authentizität - etwas anfangen kann, steht einem Beginn nichts mehr im Wege.

Motivator für den Einsatz von Socia Media sollte die Begeisterung für diese Möglichkeit der Kommunikation sein, und nicht, in den neuen Medien einen weiteren PR-Kanal zu sehen, mittels desse nur Veranstaltungen angekündigt werden. Genau überlegt werden sollte sie sich, weshalb sie nun auf Social Media setzt? Nur weil es derzeit in aller Munde ist oder begreift die Kultureinrichtung es tatsächlich als Haltung bzw. Einstellung.

Sind diese Fragen geklärt, kann sich die Kultureinrichtungen Gedanken darum machen, welche Themen sie kommunizieren möchte und welche Personen sie überhaupt damit ansprechen möchte. Denn danach richtet sich auch die Wahl des Kanals (Twitter, Facebook, XING, YOU TUBE, Flickr, Blog etc.)  Nicht jede Personengruppe erreiche ich mit demselben Medium.

Am Anfang sollten Regeln aufgestellt werden anhand derer die, für Social Media Verantwortlichen orientieren können. Meiner Meinung nach gibt es auch nicht nur den einen Verantwortlichen, sondern jeder, der ein Online-Profil hat, wird zum Botschafter der Kultureinrichtung und das muss den Mitarbeitern auch immer wieder eingeschärft werden. Klar, dass denjenigen, die die Kultureinrichtung „offiziell” über den Twitter-Account, die Facebook-Fanseite etc. vertreten eine besondere Rolle und auch Verantwortung zukommt.

Stichwort Verantwortung Karin Janner hat es in Ihrem Beitrag bereits erwähnt, dass bei viele Kultreinrichtungen die Befürchtung besteht, das Image der Einrichtung zu stören, wenn man zu viel preisgibt, oder was und wie Informationen kundgetan werden. Ich denke, diese Sorge ist grundlos. Jemanden der sich mit Social Media länger beschäftigt, weiß auch in welchem Stil und was über die Kultureinrichtung erzählt werden kann. Dass dies auch ein Lernprozess ist, steht außer Frage und ist auch legitim. Denn der Stil muss sowohl zum Social-Media-Verantwortlichen als auch zur Kultureinrichtung passen.

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NPO-Blogparade ¦ Anmerkung zur Einbindung jugendlicher Zielgruppen in die Kommunikationsstrategien

Montag, August 31st, 2009

npo-blogparade

Ja, unbedingt lautet meine Antwort auf die Frage von Gerald Czech ob es für NPOs

“integrierte Kommunikationsstrategien für jugendliche Zielgruppen”

geben könne bzw. solle?” Gestellt hat er diese Frage im Rahmen der gerade laufenden Runde der NPO-Blogparade auf seinem Blog “Redcross Sociologist”. Dabei bezieht er sich auf die Tatsache, dass die meisten NPOs auf Spenden angewiesen seien, wollen sie finanziell überleben. Fakt sei nun mal, dass sich vor allem ältere Menschen sich auf diesem Weg engagieren würden.

Meiner Meinung nach müssen junge Leute frühzeitig eingebunden werden, um sie für die jeweilige Organisation und deren Werte zu sozialisieren und damit auch die Basis für zukünftige Aktivitäten zu schaffen. Sicherlich sind von den Jugendlichen nicht so sehr finanzielle Spenden zu erwarten als vielmehr Spenden in Form  einer Arbeitsleistung.

Da sich (noch) vor allem jüngere Menschen in den sozialen Online-Netzwerken aufhalten und sie sich hier zu vielen Institutionen, Musiker, Theater, Festivals etc.  bekennen liegt es doch nahe dieses Engagement, dieses „Fan sein” auch in Freiwilligenarbeit umzumünzen. In jungen Jahren bereits binden und diese Sozialisierung dann langfristig halten und in Engagement für die Einrichtung umzuwandeln scheint mir eine logische Konsequenz.

Ich denke auch für Kultureinrichtungen, die vom ehrenamtlichen Engagement getragen werden wirkt es sich nur positiv aus, wenn es eine gute Mischung aus Alt und Jung gibt. Die Jüngeren können von den Erfahrungen und dem Wissen der Älteren lernen, die Älteren wiederum vom Elan und neuen Ideen der Jungen.

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NPO-Blogparade geht in die 8. Runde

Dienstag, Mai 19th, 2009

Derzeit läuft die achte Runde der NPO-Blogparade. Wer sich als Gastgeber daran beteiligt und wie jeder einzelne sich beteiligen kann, habe ich bereits in diesem Beitrag beschrieben. In der aktuellen Runde stellt nun  Hannes Jähnert auf seinem Blog “Die wunderbare Welt” die Frage

„wie  mehr Menschen zur (politischen) Teilhabe über das Internet bewegt werden können.”

Denn noch immer bedienen sich Politikerinnen und Politiker zu wenig der Vernetzungsmöglichkeiten, die das Social Web bietet. Liegt es nur an der mangelnden Zeit oder eher daran, dass in kleineren Städten und Kommunen wenig Menschen das Internet geschweige denn das Social Web nutzen? Reicht es, wenn Politikerinnen und Politiker im Social Web mitmischen, sich präsentieren und Zugänge zu politischer Partizipation schaffen oder sollten politische Partizipationsmöglichkeiten speziell beworben werden.

Sein Beitrag kann hier gelesen werden und bis 6. Juni nimmt er Kommentare oder Beiträge entgegen.

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NPO-Blogparade ¦Zusammenfassung der 6. Runde

Dienstag, April 14th, 2009

NPO-Blogparade

Als ich Mitte März im Rahmen der NPO-Blogparade gefragt habe „Warum werden Bewegtbilder bei NPOs so wenig genutzt” hatte ich damit auch die Kultureinrichtungen miteinbezogen. Ich war überrascht ob der vielen Kommentare und Blogbeiträge, die v.a. die klassischen NPOs im Blick hatten und weniger die Kultureinrichtungen. Einzig ein Beitrag bezog sich auf den (Nicht-)Einsatz audiovisuellen Contents bei Kultureinrichtungen.

Zur Auswertung:

Hannes Jähnert vom Blog die Wunderbare Welt sieht als Ursache für den seltenen Einsatz von Bewegtbildern die fehlende

„Medienkompetenz, die sie im Zuge der weit verbreiteten Skepsis gegenüber “neuer” und ganz speziell “ganz neuer” Medien (gemeint ist das Social Web) seitens der Organisationsleitung auch nicht auf- oder ausbauen können.”

Um dies zu ändern sieht er

„Für soziale Organisationen das Implizieren eines Freiwilligenmanagements, das für eben solche Aufgaben Volunteers sucht, als sinnvoll an.”

Herbert Schmidt vom Blog wueDesign listet mehrere Gründer auf:

„Der Nutzen wurde bisher noch nicht so richtig erkannt. Das notwendige Wissen und Können um Software und Hardware ist nicht vorhanden. Und überhaupt, wie geht man vor, um einen interessanten Film zu machen. Die Zwickmühle: Profis (und entsprechende Kosten) vs. Marke Eigenbau (mit den entsprechenden Qualitätsproblemen). Ein kleines Team, auch wenn noch wenig Know-how vorhanden ist, scheint mir wesentlich besser zu sein, als ein einziger Macher.”

Günther Bressau vom Blog bresgun konstatiert, dass große NPOs wie etwa Amnesty Deutschland oder Greenpeace auf YouTube längst ihre eigenen Kanäle führten, über die sie ihre entsprechend Kampagnen bewerben und Teil einer Gesamtstrategie seien.

„NPOs [...] müssen eine Strategie entwickeln, mit der sie im Internet präsent sein wollen. Wenn es in Richtung Online-Marketing gehen soll, dann ist sicher eine andere Strategie bestimmend, als wenn es in Richtung einer stärkeren Beteiligung von Nutzern, Stakeholdern oder anderen Interessensgruppen gehen soll, wie es beim Web 2.0 der Fall ist.” Er hält „Transparenz als Grundhaltung für beeindruckend und wegweisend.”

Gerald Czech vom Blog Rredcross Sociologist sieht eher schon ein zuviel an Video-Content, denn zu wenig und er sieht den Einsatz durchaus kritisch.

„wenn ich mich für den Einsatz eines Tools entscheiden müsste, würde ich mich „auf jeden Fall für gute Fotographie entscheiden und zu ungunsten von Videos, weil der Mehraufwand in jedem Falle nicht mit dem erhöhten Nutzen im Einklang steht.”

Seiner Meinung nach verursachen Videos einen

„höheren Aufwand, sowohl was die benötigten Zeitressourcen angeht, als auch hinsichtlich ihrer technischen Voraussetzungen” und würden „auch meist nicht dem Ressourcenverbrauch adäquate Verbesserungen in der Kommunikation [bringen]. Außerdem sei die Einbindung in die Homepages wesentlich schwieriger als dies bei Fotos der Fall sei.”

Brigitte Reiser von npo_vernetz konstatiert, dass es mit professionell erstellten Videos kein inhaltliches Problem, sondern lediglich ein finanzielles gäbe. Ihrer Meinung nach könnten Ehrenamtlicher da Abhilfe schaffen, indem Videos produziert werden,

„die von den Stakeholdern einer Organisation gemacht und anschließend auf die Webseite der Organisation gestellt werden (nicht auf eine gesonderte Plattform).”

Petra Dilthey verweist im Umgang mit Bewegtbildern auf ihre praktischen Erfahrungen u. a. von Care & Share Deutschland e.V. die ihre Projekte und ihre Arbeit durch Videos zu präsentieren und festgestellt haben, dass

„ Zum Einen setzen sich die Unterstützer intensiver mit der Arbeit und der Wirkung der NGO auseinander, zum Anderen begreifen sie die Videos als direkte Hilfe für die Spendensammlung.”

Uli Schwarz von einer Videoproduktionsfirma, die Videos für NPOs produziert, ist

„der Überzeugung, dass man Bewegtbilder als Teil einer lebendigen Kommunikation zwischen den Akteuren, in meinem Fall zwischen den Spendern, der NGO/NPO und den „Empfängern” [ansehen sollte].

Christian Henner-Fehrs (Kulturmanagement-Blog) Beitrag ist der einzige, der sich mit dem Einsatz von Bewegtbildern bei Kultureinrichtungen befasst und nennt als Gründe für den seltenen Einsatz, die häufig fehlende

„[...] Einsicht, dass sich unser Medienverhalten [...] in den letzten Jahren stark verändert hat. [...]“

und dass man für die Videoproduktion

„eine entsprechende technische Ausstattung und das Wissen, wie man solche Videos gestaltet” [braucht].

Und viele Kultureinrichtungen verfügen letztendlich

„[...] nicht über die entsprechenden Mittel, um sich eine solche Präsenz im Internet aufzubauen.”

Mein Fazit: Bei NPOs, und hier v.a. bei den großen und weltweit bekannten, sind Bewegtbilder längst ein Teil ihrer Kommunikation. Bei Kultureinrichtungen hingegen herrscht noch Nachholbedarf. ”Dass Bewegtbild-Anwendungen häufig (und zunehmend) lediglich auf die Produktion einzelner Videos reduziert werden und wenig sinnvoll medial eingebunden werden,” (Matthias Röder) ist gerade, wenn man sich die im November erschienene Bewegtbildstudie 2008 ansieht, eine vertane Chance. Dass Online-Medien durchaus an Bewegtbildern interessiert sind und sie übernehmen, zeigen die Beispiele des Städel Museums auf der Internetseite von  hr-online oder des Kunstmagazins art.

Die 7. Runde der NPO-Blogparade wird vom Blog bresgun gehostet und wird sich mit der Frage “Gibt es eine eigene Web 2.0-Marketingstrategie für Nonprofit-Organisationen?” befassen.

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NPO-Blogparade ¦ Warum werden Bewegtbilder von NPOs noch so wenig genutzt?

Montag, März 16th, 2009

In der sechsten Runde der NPO-Blogparade bin ich dran, die Frage für den März zu stellen, die sich mit dem Thema Bewegtbild befasst.

Spätestens mit erreichen einer kritischen Masse an „videotauglichen” Internetzugängen beschäftigen sich Unternehmen, Handelshäuser, Verlage oder sonstige (Kultur-)Institutionen mit Bewegtbildkonzepten für ihre Websites oder Online-Portale. Endlich können Produkt- oder Dienstleistungsangebote audiovisuell Kunden, Geschäftspartnern oder der Presse präsentiert werden. Bewegtbild ist bezahlbar und „massentauglich” geworden. Verlage agieren heute crossmedial und werten ihre Onlineportale mit Web2.0-Funktionalitäten und Bewegtbildinhalten auf. Der Erfolg bestätigt den Trend: WebTV oder Videoclips im Internet haben teilweise eine hervorragende Akzeptanz - vorausgesetzt die Inhalte sind geeignet, das Thema interessant und die Umsetzung qualitativ gut ist. Mittlerweile sind auch einige (wenn auch wenige) Kulturinstitutionen „auf diesen Zug aufgesprungen” und diejenigen, die Bewegtbildinhalte in ihre Kommunikation integrieren, verzeichnen „traumhafte”  Zugriffszahlen.

Doch noch sind NPOs - und ich schließe hier die Kunst- und Kulturbetriebe (zumal sie mir am Vertrautesten sind) mit ein - mit dem Einsatz dieses Mediums sehr zögerlich. Daher nun meine Frage

„Warum werden Bewegtbilder von NPOs noch so wenig genutzt?”

Ist es das Nicht-Wissen um die Möglichkeiten, die dieses Medium bietet oder ist es der Irrglaube, dass die Produktion von gut gemachten Bewegtbildern enorme Kosten verursacht?

Ein paar Anmerkungen zu den Möglichkeiten, die Bewegtbilder mit sich bringen und warum man sich als Kulturschaffender intensiv damit auseinandersetzen sollte. Die Stärke des Mediums liegt doch u. a. darin, Emotionen zu transportieren und dadurch Interesse zu wecken. Sind es nicht gerade NPOs, die nicht nur mit ihren Leistungen sondern auch bereits als Organisation selbst Emotionen vermitteln (wollen). Hinter den NPOs stehen Menschen, Schicksale aber auch Kunstwerke, Musiker, oder einfach nur Besucher, die der Einrichtung/Organisation dadurch ein Gesicht geben und den Betrachtern ansprechen. NPOs erbringen Leistungen, die teilweise weitaus besser und erfolgreicher audiovisuell zu präsentieren sind, als das eine oder andere Consumer-Produkt, das heute in TV, auf Websites beworben wird. Die Vorteile der NPOs - ihre Leistungen - sprechen für sich, benötigen keine „werbewirksame Story” und sind authentisch.

Themen der NPOs sind „breit streubar und platzierbar”. „Zuschauer” werden nicht nur auf der eigenen Homepage oder in eigenen Blogs erreicht. Interessierte können über Social Communities, diverse Video-Portale oder Verlagsportale angesprochen werden. „Virale Effekte” unterstützen - gerade im Bereich Bewegtbild - gigantisch.

Alle, die zu diesem Thema etwas beitragen möchten, sind herzlich eingeladen, auf ihrem Blog einen entsprechenden Beitrag zu verfassen und ihn hierher zu verlinken oder einen Kommentar zu hinterlassen.

Diese Runde der NPO-Blogparade läuft bis zum 6. April. Wenn Sie wissen wollen, was eine Blogparade ist, wie sie funktioniert und wer daran als Host teilnimmt, dann finden Sie auf dem Blog der NPO-Blogparade die wichtigsten Informationen.

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