Archive for the ‘Kulturtipp’ Category

Ausstellungstipp ¦ Buchillustrationen für Groß und Klein

Freitag, November 26th, 2010

Aus dem Buch: Der standhafte Zinnsoldat nach dem Märchen von Hans Christian Andersen. Illustrationen von Joerg MuellerFabelhaft, sagenhaft, märchenhaft, so kann man die siebte Auflage der Ausstellung „Im Reich der Phantasie” bezeichnen. Reineke Fuchs, Gudrun das Truthuhn, der Dackel Franz, der seinen Schwanz sucht und Oskar der Geburtstagshund sind nur einige der skurillen Gestalten aus anspruchsvoll bebilderten Büchern, die in den Mindelheimer Museen zu sehen.

Bei dieser internationalen Ausstellung werden Original-Illustrationen namhafter Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Diese renommierte und in ihrer Art wohl einmalige Ausstellungsreihe verfolgt das Ziel, der künstlerischen Buchillustration der Gegenwart ein angemessenes Forum zu eröffnen. Die Fülle der ausgestellten Arbeiten unterstreicht die ungebrochene Vitalität der Buchkunst und macht deutlich, wie anspruchsvolle Bilder den zu Grunde liegenden Text erhellen. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass am Beispiel der Original-Illustrationen die verschiedensten grafischen Techniken - angefangen von der Bleistift- oder Tuschezeichnung über das Aquarell, die Acryl- oder Temperamalerei, collagierten und montierten Arbeiten bis hin zu Digitalprints - studiert werden können. Ein prägnantes Beispiel einer durchwegs am Computer ausgeführten Illustrationsarbeit liefert Peter Schössow mit seinem außergewöhnlichen Buch „Gehört das so?”.

Die Ausstellung ist ab Sonntag, dem 28. November, bis einschließlich 20. Februar 2011 in der Ausstellungshalle im Jesuitenkolleg zu sehen. Weitere Informationen gibt es hier.

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Kulturtipp ¦ 42. Würzburger Bachtage

Freitag, November 19th, 2010

Klazz Brothers and Cuba Percussion, © Mirko Joerg Kellner

Klazz Brothers & Cuba Percussion ©Mirko Joerg Kellner

Heute Abend ist es wieder soweit: Die 42. Würzburger Bachtage beginnen - und erstmals in der 42-jährigen Geschichte werden sie mit einem Festakt eröffnet. Neben Johann Sebastian Bach steht in diesem Jahr Felix Mendelssohn Bartholdy im Fokus.

Den ersten musikalischen Höhepunkt des neuntägigen Festivals bildet morgen Abend Mendelssohn Bartholdys Oratorium Elias, das in der St. Johanniskirche auf dem Programm steht. Mitwirkende sind unter anderem die Thüringen Philharmonie sowie der Würzburger Bachchor und der Frankfurter Cäcilien-Chor unter Leitung von Christian Kabitz.

Am Mittwoch (24. Nov.) gibt es bei den Würzburger Bachtagen erstmals ein Familienkonzert. Unter dem Titel Bach für Kinder können im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik Kinder ab sechs Jahren gemeinsam mit ihren Eltern, vier Instrumenten und viel Fantasie den ganzen Kosmos Bachscher Musik erforschen.

Im Orchesterkonzert am Donnerstag (25. Nov.) erklingen in der Hochschule für Musik Werke von Bach und Mendelssohn. Unter der Leitung von Christian Kabitz führen Florian Sonnleitner (Violine), Matthias Kirschnereit (Klavier) sowie die Münchner Bachsolisten Bachs Violinkonzert E-Dur und das Klavierkonzert d-Moll sowie Mendelssohns „Streichersinfonie c-Moll” und sein verblüffend modernes Doppelkonzert d-Moll für Violine, Klavier und Orchester auf.

Die lange Orgelnacht am Freitag, dem 26. November, ist der Beckerath-Orgel an St. Johannis gewidmet. Im Dezember 1960 eingeweiht, wird ihrem 50-jährigen Bestehen mit einem Bach-Marathon gewürdigt.

Am Samstag (27. Nov.) findet dann das zweite Oratorium in der St. Johanniskirche statt. Aufgeführt werden Bachs Weihnachtsoratorium I-III sowie Mendelssohn Bartholdys selten zu hörende Kantate Vom Himmel hoch, da komm ich her, die er ganz im Geiste Bachs geschrieben hat.

Mit einem musikalischen Ausflug nach Kuba enden die 42. Würzburger Bachtage am Sonntag (28. Nov.). Das Ensemble Klazz Brothers und Cuba Percussion bringt mit weltbekannten Weihnachtsmelodien, kubanischen Rhythmen und sinnlichen Jazzharmonien Weihnachtsstimmung und Latin Groove in die St. Johanniskirche - oder anders gesagt Christmas meets Cuba.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Konzerten gibt es hier.

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Ausstellungstipp ¦ Preußens Eros – Preußens Musen. Frauenbilder aus Brandenburg-Preußen

Freitag, September 24th, 2010

Im Rahmen des Themenjahres “Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg-Preußen” von Kulturland Brandenburg zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam derzeit die Sonderausstellung Preußens Eros - Preußens Musen. Frauenbilder aus Brandenburg-Preußen.

Antoine Pesne: Barbara Campanini, gen. "La Barbarina"  um 1745, Öl auf Leinwand.

Antoine Pesne: Barbara Campanini, gen. "La Barbarina" um 1745, Öl auf Leinwand.

Die Ausstellung präsentiert in 50 Meisterwerken europäischer Porträtkunst erstmals eine auf Brandenburg-Preußen bezogene Geschichte des weiblichen Bildnisses. Sie eröffnet damit einen ungewohnten Blick auf ein Land, dessen Name in der Geschichte zum Synonym männlich-militärischer Prägungen geworden ist und in dem Frauen - mit wenigen Ausnahmen - eine untergeordnete Rolle spielten.

Zum imaginären Dialog versammelt sich eine illustre Gesellschaft von Charakteren, Schönheiten und Musen aus vier Jahrhunderten: Königinnen und Mätressen, Hofdamen und Bürgerinnen, Salondamen und Musen, Künstlerinnen und Filmdiven. Die Auswahl der Bildnisse reicht von den Standesporträts des Barock bis hin zum Star-Foto der 1920er Jahre, von der ersten “Königin in Preußen”, Sophie Charlotte, bis zu Marlene Dietrich. In ihren Porträts spiegeln sich Persönlichkeit und Lebensgeschichte, sozialer Status und Geschlechterrolle, aber auch der sich verändernde künstlerische Blick von Malerinnen und Malern, die das Antlitz ihrer Epoche mit geprägt haben. Prominente, aber auch zu Unrecht fast vergessene Frauenbiografien werden im Bild lebendig. Sie erzählen von der höfischen Kultur Preußens, der bürgerlichen Welt des 19. Jahrhunderts, der Berliner Bohème um 1900 und von veränderten Frauenrollen während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung versammelt Werke der besten Porträtisten ihrer Zeit:  Antoine Pesne, Anna Dorothea Therbusch, Anton Graff, Carl Wilhelm Wach, Franz von Lenbach, Sabine Graef-Lepsius, Lovis Corinth, Max Slevogt, Charlotte Berend, Hanna Höch, Jeanne Mammen, Lotte Laserstein u. a.

Leihgeber sind unter anderem die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stiftung Stadtmuseum Berlin, die Nationalgalerie Berlin, die Berlinische Galerie, die Deutsche Kinemathek, die Hessische Hausstiftung, Kronberg, die Raczynski-Stiftung am Muzeum Narodowe (Nationalmuseum) in Poznan und private Leihgeber.

Die Ausstellung ist von heute an bis 2. Januar im Kutschstall, Am Neuen Markt in Potsdam zu sehen. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des HBPG.

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Kulturtipp ¦ Bregenzer Festspiele 2010

Freitag, Juli 30th, 2010

Probenfoto von Das Portrait, Foto: Karl ForsterBei dem Namen Bregenzer Festspiele denken viele nur an das Spiel auf dem See. Doch ihr Programm umfasst weit mehr, als die spektakulären Inszenierungen bekannter Opern auf der Seebühne: Schauspiel, Orchesterkonzerte, Tanz sowie Aufführungen weniger bekannter Opern stehen auf dem Programm, das ganz im Zeichen der Thematik „In der Fremde” steht. Im Mittelpunkt steht eine Werkretrospektive des vergessenen polnischen Komponisten Mieczys?aw Weinberg (1919-1996).

Die unglückliche Liebesgeschichte zwischen der äthiopischen Prinzessin Aida - einst als Sklavin an den Nil verschleppt - und dem ägyptischen Feldherrn Radames ist auf der Seebühne zu sehen.

Was ist Kunst - und darf man Geld mit ihr verdienen? Das ist der Inhalt der satirischen Oper Das Portrait, nach Nikolai Gogol rund um einen Künstler in Existenz- und Gewissensnöten. Er schuf ein thematisch zeitloses Werk und stellte gleichzeitig sein komisches Talent unter Beweis.

Die Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker, des Symphonieorchesters Vorarlberg und des Kammerorchesters MusicAeterna aus Nowosibirsk präsentieren Weinbergs eindrucksvollste Werke. Im Rahmen von Musik & Poesie ist im Seestudio Weinbergs intimere Kammermusik zu erleben, gepaart mit Gedichten von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa, Anna Achmatowa und Joseph Brodsky.

Die Schauspielreihe bringt im Sommer 2010 das Wiedersehen mit alten Bekannten: Das Deutsche Theater Berlin ist zurück in Bregenz! Die „Berliner” führen den Klassiker, Joseph Conrads Herz der Finsternis, und ein neues Stück Gegenwartstheater, Lukas Bärfuss’ Öl auf.

Im Rahmen von Kunst aus der Zeit wird das Festspielmotto „In der Fremde” aus etwas anderen Blickwinkeln beleuchtet: Dies geschieht mit der Uraufführung der Oper Jacob’s Room des amerikanischen Elektronik-Pioniers Morton Subotnick und mit Out of Context des bekannten belgischen Choreographen Alain Platel, der mit seiner Ballettkompanie C de la B in Bregenz gastiert.

Die Jugendreihe crossculture bietet jungen Menschen die Chance, in und außerhalb der Festspielzeit ihre Kreativität zu entfalten und herauszufinden, was ihnen Spaß macht und wo ihre Talente liegen.

Ausführliche Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite der Bregenzer Festspiele.

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Ausstellungstipp ¦ FischGrätenMelkStand

Freitag, Juli 23rd, 2010

FischGrätenMelkStand ist der Titel des Abschlussprojekts der Temporären Kunsthalle Berlin, das der Künstler John Bock kuratiert. Wie die vorangegangenen von Künstlerinnen und Künstlern kuratierten Ausstellungen stellt auch sein Konzept eine ausgeprägt subjektive künstlerische Perspektive in den Mittelpunkt.
FischGrätenMelkStand Ausstellungsansicht Temporäre Kunsthalle Berlin 2010; Foto: Jan Windszus_41

Für FischGrätenMelkStand hat John Bock eine virtuose Meta-Struktur entwickelt, in der er die Werke von 63 Künstlern, Architekten und Komponisten installiert. Neben Installationen, Filmen, Modellen und Skulpturen finden sich darin auch historische Filmrequisiten, Partituren, Bücher und Fanartikel. Der aus der Milchviehwirtschaft entlehnte Begriff „Fischgrätenmelkstand” bezeichnet die formale Struktur eines Gruppenmelkstandes und ist titelgebend für die elf Meter hohe Stahlkonstruktion, die auf vier Ebenen unterschiedliche Raumsituationen schafft und die einzelnen Arbeiten in einer Art Gesamtkunstwerk vereint. Die begehbare Installation hat nahezu die Dimensionen eines Berliner Mietshauses, mit einer Grundfläche von knapp 150 qm pro Etage. Die darin eingepasste, provisorisch wirkende Raumarchitektur besteht aus einem Materialsammelsurium wie Wellblech, Holz, Autoreifen, Decken, Socken oder verbrannten Pizzen.

Im Gegensatz zum klassischen White Cube bietet dieses dichte Szenario den ausgestellten Arbeiten alles andere als einen neutralen Rahmen. Innerhalb der gleichermaßen funktionalen wie grotesken Struktur fusionieren die Kunstwerke mit dem sie umgebenden Raum oder stehen in scharfem Kontrast dazu. Auf diese Weise erzeugt John Bock überraschende, poetische, formale sowie inhaltliche Verknüpfungen und Widersprüche, die auf Popkultur, Architektur, Film, Wissenschaft und Alltag ebenso Bezug nehmen wie auf Parapsychologie, Musik und Mode.

In seinen eigenen Arbeiten befasst sich John Bock mit offenen Strukturen, für die er absurde Formen von ebenso verspielter wie zwingender innerer Logik findet. Aus dem Ineinandergreifen verschiedener Medien - Skulptur, Installation, Film, Performance - entsteht sein vielfältiges Werk, innerhalb dessen der Künstler häufig selbst als Protagonist auftritt und in unübersichtlichen, surrealen Versuchsanordnungen seinen Kosmos erläutert. Für FischGrätenMelkStand dreht John Bock dieses Prinzip um und erlaubt dem Betrachter an seiner Stelle das prekäre Gebilde, dessen bizarren Raumkonstellationen und die darin enthaltenen Kunstwerke zu erforschen.

Die Ausstellung ist noch bis 31. August in der Temporären Kunsthalle Berlin zu sehen.

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Ausstellungstipp ¦ Im Dialog – Erich Hauser zum Achtzigsten

Freitag, Juli 16th, 2010

Die Kunsthalle Weishaupt und das Ulmer Museum präsentieren gemeinsam mit der Kunststiftung Erich Hauser eine Ausstellung zum Werk des Bildhauers Erich Hauser, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre.

Saelenwand, Erich Hauser, Copyright Kunsthalle WeishauptErich Hauser (1930-2004) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Bundesrepublik Deutschland. Seit den 1960er Jahren setzen seine Edelstahlskulpturen markante Akzente in vielen Innenstädten. In Ulm stehen Werke an der Martin-Schaffner-Schule, der Friedrichsau und der Universität. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Werke der 1960er bis 1980er Jahre. In diesen Jahren findet der Künstler zu seiner Material- und Formensprache und seine Werke finden weltweite Anerkennung.

Erich Hauser arbeitet ausschließlich mit Edelstahl. In der Bearbeitung kommt der Bildhauer von einer rauen Behandlung der Oberflächen und Schweißnähte in den Anfangsjahren zu einer auf Perfektion bedachten Ausführung der nun glatten, straff gespannt erscheinenden Skulpturen in den späteren Jahren. Die Werke bestechen durch ihre formale Qualität ebenso wie durch die rhythmische Gliederung der skulpturalen Volumina. Der Erfolg der Arbeiten im öffentlichen Raum resultiert aus ihrer überzeugenden Wechselbeziehung - Kontrast oder Harmonie - mit Standort und Umgebung.

In den hohen Räume der Kunsthalle Weishaupt kommen die großformatigen Skulpturen, die frei im Raum oder an der Wand hängend platziert sind, optimal zur Geltung, wie etwa eines seiner Hauptwerke - „Säulenwand 30/69″, das 1969 auf der X. Kunstbiennale in São Paulo zu sehen war. Das Ulmer Museum konzentriert sich hingegen auf den Werkprozess. Zeichnungen des Bildhauers und eine Auswahl der zahlreich erhaltenen Arbeitsmodelle geben Einblick in das Künstleratelier.

Im Dialog stehen Hausers Arbeiten in der Kunsthalle Weishaupt mit Gemälden etwa von Josef Albers, Lucio Fontana, Gotthard Graubner oder Bridget Riley, die Erich Hausers Aufgeschlossenheit gegenüber der Arbeit und Persönlichkeit von Kolleginnen und Kollegen belegen. Im Ulmer Museum sind es die Arbeiten von Emil Schumacher, Karl Otto Götz, Edgar Hofschen und anderen, welche die Vielfalt der damals zeitgenössischen Szene wieder lebendig werden lassen.

Zu sehen ist der „Dialog” in der Kunsthalle Weishaupt bis 26. September 2010, im Ulmer Museum noch bis zum 8. August 2010.

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