Archive for the ‘Kunst’ Category

In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt.

Montag, November 5th, 2012

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Im Vorfeld zum Community-Abend mit Tweetup bzw. KultUp am 25. Oktober hatte das Städel Museum zur Blogparade „Ich bin ein/e schwarze/r Romantiker/in, weil …” aufgerufen. (weiterlesen…)

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Ausstellungstipp ¦ Michelangelo - Zeichnungen eines Genies

Freitag, Oktober 22nd, 2010

Michelangelo Buonarroti, Pietà, um 1530-36, © Albertina, WienMit dem Ziel Michelangelo Buonarroti als Zeichner zu positionieren, widmet die Albertina ihm derzeit eine großangelegte monographische Werkschau. Sie ist weltweit die erste seit rund 20 Jahren. Mit der Präsentation von über 100 der kostbarsten Zeichnungen ermöglicht sie einen faszinierenden Einblick in das Schaffen des großen Genies. Die Ausstellung vermittelt die Entwicklung in seiner Darstellung des menschlichen Körpers von der zarten und schönlinigen Figur der Frührenaissance zu einem neuen monumentalen Körperideal, das bis in die Gegenwart Gültigkeit bewahrt hat. Die gezeigten Arbeiten stammen aus den eigenen Beständen der Albertina sowie aus 30 der weltweit bedeutendsten Sammlungen und Museen, wie den Uffizien und der Casa Buonarroti in Florenz, dem Louvre in Paris, dem Metropolitan Museum in New York, dem Teylers Museum in Haarlem, der Royal Collection in Windsor Castle und dem British Museum in London.

Michelangelo war Bildhauer, Architekt, Maler und Zeichner. Die Ausstellung in der Albertina konzentriert sich ausschließlich auf sein zeichnerisches OEuvre. Als Medium der Ideenfindung und Erprobung künstlerisch gefasster Gedanken stellt die Zeichnung die Grundlage aller Arbeiten des Künstlers dar. Darüber hinaus erreicht sie mit Michelangelo erstmals auch einen neuen Status als autonomes Kunstwerk. Michelangelo lebte von 1475 bis 1564 und schuf in rund 75 Jahren künstlerischer Tätigkeit ein Gesamtwerk von höchster Komplexität. Er prägte nicht nur eine ganze Epoche, sondern beeinflusste auch die ihm nachfolgenden Künstler nachhaltig.

Die Ausstellung in der Albertina hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Werk Michelangelos anhand der wichtigsten Aufträge und Werkgruppen chronologisch aufzubereiten, um so auch die Entwicklung in der Zeichnung des Künstlers zu zeigen. Der Bogen der ausgestellten Werke spannt sich von der frühesten erhaltenen Zeichnung (einer Kopie nach Giotto) über die Entwürfe für die Schlacht von Cascina, die Vorzeichnungen für die berühmten Fresken in der Sixtinischen Kapelle bis zu den raffinierten Geschenkblättern für Michelangelos Freund Tommaso de’Cavalieri und den späten Kreuzigungsdarstellungen des fast achtzigjährigen Künstlers. Ausführlich diskutiert werden auch die Projekte für die verschiedenen Päpste und Fürsten, denen der Meister diente: das Grabmal Julius’ II., die Medici-Kapelle, das Jüngste Gericht und ein Entwurf für die Kuppel von St. Peter. Die Auswahl ergänzen Arbeiten von Schülern und Künstlerkollegen, denen man früher oft Zeichnungen Michelangelos zugeschrieben hat, obwohl ihr Stil von dem des großen Meisters deutlich zu unterscheiden ist. Zudem werden Gemälde gezeigt, die nach Entwürfen Michelangelos entstanden sind.

Erklärtes Ziel der Ausstellung ist die Neupositionierung Michelangelos als Zeichner. Nach den zeitbedingten historischen Verlusten und der Zerstörung einiger seiner Werke durch den Künstler selbst sind heute rund 600 Blätter erhalten. Die andauernde Diskussion über ihre Authentizität und Chronologie war Ausgangspunkt der von Dr. Achim Gnann kuratierten Ausstellung, deren intensive Vorbereitungszeit rund drei Jahre einnahm.

Die Ausstellung ist noch bis 9.  Januar 2011 in der Albertina zu sehen.

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Sind Museen Influencer?

Dienstag, Januar 26th, 2010

Menschenschlangen vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin 2004

Sind Museen Influencer? Diese Frage kam kürzlich im Zusammenhang mit der von der PR-Agentur talkabout erstellten Liste „Twitternde Museen und Kultureinrichtungen” auf.

Beim Influencer Marketing werden Kunden in ihrer Kaufentscheidung von einer Person beeinflusst, die entweder ein Experte oder ein Multiplikator ist.

Dass ein Museum nur in den seltensten Fällen eine konkrete Kunst-Kauf-Entscheidung beeinflusst, dürfte klar sein. Doch wenn der Begriff „Influencer” weiter gefasst wird im Sinne einer Beeinflussung im weitesten Sinne (auch eine Kaufentscheidung im Allgemeinen zu treffen), sehe ich Museen sehr wohl als Influencer.

Museen sind Influencer in vielerlei Hinsicht. Einige Aspekte habe ich zusammengestellt und hatte v.a. die Kunstmuseen im Hinterkopf.

1 Museen als Wertsteigerung für Kunst
Lange Zeit galt, dass Kunstwerke eine Wertsteigerung erfahren, wenn sie erst einmal in einem Museum ausgestellt wurden. Wenn auch die Bedeutung diesbezüglich nachlässt - die eine oder andere Arbeit eines Künstlers erfährt dennoch eine Wertsteigerung. Oder meinen Sie nicht auch, dass Damian Hirsts „Totenschädel” jetzt, da ihn diverse Museen ausstellen wollen, nicht noch weiter im Wert steigt?

2 Museen als Tourismus-und Wirtschaftsfaktor
Wer erinnert sich nicht an die langen Schlagen vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin anno 2004 als „Das MOMA in Berlin” zu Gast war. Museen/Ausstellungen beeinflussen Menschen dahingehend, dass sie Städte besuchen. Die Ausstellung “Das Moma in Berlin” ist hier sicherlich das prominentestes Beispiel. Kulturtourismus gibt es auch zu anderen Museen und Städten - wie aktuell nach Frankfurt zur Botticelli- und zu Monet-Ausstellung nach Wuppertal.

Airlines, die Deutsche Bahn und die Mineralölindustrie verdienen genauso an den reisefreudigen Kunsttouristen wie auch die Gastronomie und diverse Geschäfte.

3 Museen tragen zur Wertsteigerung eines Grundstücks bei
Immer häufiger hört man, dass Museen bewusst angesiedelt werden, um bei umliegenden Grundstücken eine Wertsteigerung zu erzielen. [Quelle: Chris Dercon in: Holger Liebs, Die Kunst das Geld und die Krise]

4 Museen „machen” Kunst
Chu Yun im Portikus Frankfurt Erst die Tatsache, dass Arbeiten in einem Museum ausgestellt werden, machen sie zur Kunst. Das Blumenbeet wird erst zur Kunst, weil es in einer Ausstellungshalle - einem Kunstraum (Galerie, Kunstmesse) - ausgestellt wurde.

5  Museen zur Steigerung von  Prestige / Reputation
Unternehmen treten als Sponsoren auf. Indem sie ein prominentes Museum unterstützen ist ihnen dadurch auch eine gewisse Öffentlichkeit gewiss, die sie Reputationssteigernd für sich nutzen.

6 Museen als Vorreiter
Je nachdem wer die Leitung eines Hauses inne hat, kommt einem Museum durch seine Ausstellungen (und Marketing-Aktivitäten) eine Vorreiter-Rolle zu, die andere Museen und Kultureinrichtungen inspiriert. Ich denke da an Max Hollein und vor allem das Städel Museum.

Und nicht zuletzt sind Museen kulturelles Gedächtnis und für mich persönlich auch eine Inspirationsquelle.

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Casting Show - Jetzt also auch die bildenden Künstler

Dienstag, Juli 7th, 2009

Im Blog Art Fag City von Paddy Johnson bin ich auf den Hinwies einer Reality Show, die im Entstehen ist, gestoßen. Nicht drittklassige Musiker sind es - nein dieses Mal sind es die bildenden Künstler, die sich der Herausforderung stellen.  Nachdem die Show bereits im vergangenen Jahr angekündigt wurde, beginnen nun die Castings in New York, Los Angels, Miami und Chicago. Aus den Bewerbern werden im Vorfeld dreizehn - u. a. aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Fotografie - ausgewählt, deren Aufgabe es dann sein wird, jeweils in einer der dreizehn Folgen vor laufender Kamera einzigartige Arbeiten zu schaffen, welche über die Rolle der Kunst im Alltagsleben Auskunft geben. Eine Fachkundige Jury bestehend aus Künstlern, Galeristen, Sammlern, Kuratoren und Kritiker, wird dann entscheiden, welchem der Künstler dies am eindrucksvollsten gelungen ist. Wer diese Juroren sein werden ist allerdings noch unklar. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt am Ende eine Ausstellung, ein Preisgeld und eine Museumstour. Wie diese aussehen wird, auch darüber hüllen sich die Macher noch in Schweigen.Die Künstler werden übrigens nicht nur anhand ihren Arbeiten bewertet, sondern auch wie sie kommunizieren: wie sie über ihren Arbeitsprozess sprechen, was sie schon alles gemacht haben und wie sie sich im Interview schlagen. Fragt man sich, was kommt zuerst, die Vermarktung oder die Kunst?

Am Ende wird also - wie es sich für eine gute Unterhaltungssendung gehört - der-/diejenige als SiegerIn hervorgehen, der den besten Unterhaltungswert liefert. Wenn ich da an so manchen berühmten Künstler denke, hätte manch einer von ihnen diese Prüfung wohl nicht bestanden. Gut so - denn interessante Positionen sind meist nicht massentauglich und haben keinen Unterhaltungswert.

Ach hatte ich schon erwähnt, dass sich unter den Produzenten auch Sarah Jessica Parker befindet? Schon sie allein wird dafür sorgen, dass die Show Wellen schlägt, weniger in der Kunstszene als vielmehr in den einschlägigen Lifestylemagazinen.

Paddy Johanson hat übrigens mit Nick Gilhool, dem Director of Casting for Magical Elves, gesprochen. Die Fragen nach der Jury und wie die Marketingkooperationen mit Galerien und Museen aussehen blieb zwar unbeantwortet, dennoch ist das Gespräch sehr aufschlussreich.

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Kunstverein Familie Montez: My Generation - Gruppe 5

Dienstag, Januar 27th, 2009

Am Wochenende zog es mich zum wiederholten Male zum Kunstverein Familie Montez in Frankfurt, wo der „fünfte Teil” von My Generation eröffnet wurde.

Ich mag diesen Ort, der so ganz und gar authentisch ist, der seine ganz eigene, etwas trashige, Atmosphäre und den Charme einer blühenden Off-Kultur besitzt. Damit ist er auch so ganz anders, als die übrigen „Kunstorte” in dieser Stadt. Der Kunstverein Villa Montez befindet sich in einem ehemaligen Lebensmittelmarkt inmitten der Stadt und die Räumlichkeiten zeugen noch von jener Zeit. Die ursprüngliche  Architektur wurde belassen und so ist es äußerst interessant, hinab zu steigen ins Kellergewölbe, wo nicht nur dicke Steinmauern, sondern auch uralte riesige Weinfässer oder Relikte eines Lastenaufzugs an die ursprüngliche Nutzung erinnern. Ein recht „eigenwilliger modriger Duft” schlägt einem gleich beim Abstieg entgegen. Der Keller hat etwas Labyrinthisches, so viele unerwartete Abzweigungen, Treppen und Einbuchtungen finde ich. Sie alle sind bespielt mit Objekt-, Video- und Lichtinstallationen. Wieder zurück im Erdgeschoß - in der großflächigen Lagerhalle - spielt mittlerweile die Lola Montez Band.

Die Direktoren Anja Czioska und Mirek Macke sind Städelschulabsolventen. Das erklärt, weshalb viele der ausgestellten Arbeiten von namhaften und weniger namhaften Künstlern, die in Beziehung zur Städelschule stehen, stammen. In der aktuellen Schau sind etwa Positionen von Thomas Bayrle, Martin Liebscher, Phillip Zaiser, Christa Näher oder Caroline Krause, Anke Röhrscheid - deren kleinformatige Serie es mir besonders angetan hat -, Marko Lehanka oder von den „Hausherren” Anja Czioska und Mirek Macke selbst zu sehen.

Einen ersten Eindruck vom Kunstverein Familie Montez erhält man auf deren MySpace-Profil

Ach ja - wer dieser Tage dorthin gehen will, sollte sich etwas wärmer einpacken - Kunst braucht keine Heizung und insofern kann’s dort lausig kalt sein.

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artsite.tv - Ein Beispiel für gutes Kunstfernsehen

Freitag, November 14th, 2008

Bewegtbild ist ja spätestens seit der Bewegtbildstudie 2008, die vergangene Woche erschien, wieder in aller Munde und noch mehr bei den PR-Leuten, denn laut dieser Studie (durchgeführt vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig), deckt die PR den Bewegtbild-Bedarf der Redaktionen bei Weitem nicht.

In dem Zusammenhang bin ich jetzt wieder auf artsite.tv gestoßen, ein aktuelles und redaktionell gestaltetes Kunstfernsehen im Internet, das, weil in Frankfurt ansässig, in erster Linie über das Kunstgeschehen von hier berichtet. Zu sehen gibt es Interviews etwa mit dem Ex-Museumsdirektor des MMK, Udo Kittelmann Berichte über aktuelle Ausstellungen sowie Interviews mit Galeristen oder Künstlern. Hinter den gut gemachten und sehr informativen Beiträgen steht ein Team, das von TV-Journalisten über Kunsthistoriker bis hin zu Film- und Kunststudenten in höheren Semestern reicht.

Der zweite Ansatz von artsite.tv ist, zu einer audio-visuellen Internet-Community für Kultur-Institutionen und ausgewählte freie Projekte zu werden. Damit entwickeln sich zu einem zukunftsweisenden Mischmodell für internetbasierte Medien: Sie liefern Inhalte, die kostengünstig aber von Journalistischen Profis redaktionell erstellt werden mit kritischer Distanz und handwerklichen Standards.

Und damit wären wir wieder beim Eingangsthema, dass der Bewegtbild-Bedarf der Redaktionen noch nicht gedeckt ist. Dank artsite.tv kann für PR-Agenturen, die den Schwerpunkt auf Kunst gelegt haben, Abhilfe geschaffen werden.

Ein Blick auf deren Seite lohnt sich allemal …

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