Archive for the ‘Vermittlungsprogramm’ Category

Leidenschaft, Engagement, Passion – Gedanken und Linktipps

Montag, September 19th, 2011

Vergangene Woche haben mich zwei Beiträge bereichert, die auch irgendwie zusammenpassen und sich auch ergänzen.

Da ist zum einen der Videomitschnitt von Christoph Bornschein bei der webinale, auf den ich bei Kultur 2 Punkt 0 gestoßen bin.

Es lohnt sich, sich die 30 Minuten Zeit zu nehmen. Auch wenn es in dem Beitrag um Konsumgüter, um Marken geht, enthält der Vortrag einige interessanten Aspekte, die auch auf den Kultursektor übertragen werden können bzw. die auch für Kulturvermittler einen Gedanken wert sein sollten.

Ein paar Stichpunkte

„Silo-Denken”: Die verschiedenen Abteilungen, die in einem Unternehmen für Marken profilbildend sind, arbeiten nicht zusammen, reden nicht miteinander. Gemeint sind: PR (hat die Aufgabe stets etwas Neues zu erzählen), Marketing (zahlt auf die Marke ein) und die Medienabteilung (sorgt für die nötige Reichweite). Um jedoch nachhaltig zu wirken und mit interessanten redaktioneller Inhalten zu punkten müssen alle Abteilung langfristig zusammenwirken.

Love Brands kommunizieren weniger, sind weniger Dialogorientiert als „normale” Marken (kennen wir auch von Kultureinrichtungen).

Sinn und Zweck von Gewinnspiele. Kultureinrichtungen haben meines Erachtens Gewinnspiele, sofern sie nicht kulturvermittelnd motiviert sind, nicht nötig. (Ausführlicher habe ich mich in den Kommentaren bei Steffen schon geäußert.)

Relevanz ist Abstoßung von anderen. Gemeint ist damit, dass nicht jede Marke und ihr Social-Media-Auftritt auf breiten Zuspruch findet, Mainstream ist, sondern dass diese Marken bei wenigen dafür umso passionierteren Fans/Dialogpartner auf regen Zuspruch stößt.

Leidenschaft, Engagement, Passion.

Dieser letzten Punkt wurde auch von Thilo Specht in dem Beitrag mit dem provokanten Titel „Tschüss Social Media, es ist vorbei! The Passion Haz Gone” umfassend erläutert. Christian Henner-Fehr hat im Hinblick auf diesen Artikel bei Facebook die Frage gestellt, ob man Social Media und die Leidenschaft, die es dafür braucht lernen kann. Lernen kann man sie sicherlich nicht. Entweder man hat sie oder man sie nicht. ;-) Man kann sich allerdings davon anstecken lassen. Wenn ein(e) Social-Media-Verantwortliche(r) für die eigene Kultureinrichtung und ihre Themen „brennt”, sich leidenschaftlich dafür einsetzt wird sie auch Social Media leben. Nicht selten wird ja auch davon gesprochen, dass Social Media eine Einstellung, eine Haltung ist - Passion - eben und nicht nur eine Aufgabe. Voraussetzungen sind meines Erachtens ein gesundes Maß an Selbstdarstellung, Lust am Diskutieren und sich auch als Person (und mit dem eigenen Namen) voll und ganz für die Kultureinrichtung einzusetzen und für sie zu sprechen, um Social Media erfolgreich umzusetzen.

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Proben wie die Profis – LeaderChor Berlin 2009

Freitag, April 17th, 2009

Schon seit einigen Jahren arbeitet der Rundfunkchor Berlin daran, das Bewusstsein für Chormusik auf ein modernes, zeitgemäßes Niveau zu heben. Dafür hat der Rundfunkchor mehrere Projekte ins Leben gerufen. Eines davon - der LeaderChor Berlin - steht in Kürze wieder an. Dieses Projekt richtet sich an Führungskräfte und Manager aus Wirtschaft und Gesellschaft, die in diesem Workshop am eigenen Leib erleben sollen, was es heißt, professionell zu singen. In der Pressemeldung heißt es dazu:

“Beim LeaderChor Berlin geht es neben der Vermittlung musikalischer und sängerischer Fähigkeiten auch um die Kunst, zu führen und sich führen zu lassen. Beim Singen im Chor wird sie körperlich spürbar. Zwei professionelle Coaches begleiten das Wochenende, erschließen die Potentiale kreativer Zusammenarbeit und bauen Brücken in den Führungsalltag.”

Voraussetzung für die Teilnahme ist lediglich ist eine Leidenschaft für den Chorgesang. Unter der Leitung von Simon Halsey, Chefdirigent des Rundfunkchores Berlin, haben die Führungskräfte vom 5. bis 8. November 2009 die Chance ein Konzertprogramm zu erarbeiten, das am Ende in einem öffentlichen Konzert präsentiert wird.

Eine schöne Idee, finde ich. Und anders als der Kulturblogger glaube ich auch, dass Kultureinrichtungen und hier insbesondere das Chor-Singen Managern durchaus etwas vermitteln kann. Zum Einen geht es um die Erfahrung sich führen zu lassen. Zum anderen lernt man gerade in der klassischen Musik Demokratie. Chorsänger müssen stets auf ihren Nachbarn achten und dabei selbst stets den richtigen Ton treffen. Sie lernen aufeinander zu hören, sie lernen wie wichtig die eigene Stimme ist, aber auch wie wichtig es ist, dass die eigene Stimme mit anderen Stimmen harmoniert. Alleingänge zerstören, man muss sich in einen übergeordneten Zusammenhang stellen und dies ist in der Musik das Konzept des Komponisten. Insofern denke ich dass es hier Parallelen zum Unternehmen gibt. Denn wie in der Musik auch, können Manager und Führungskräfte nur gemeinsam mit ihrem Team, in dem jeder das Beste aus sich herausholt, gemeinsam etwas erreichen.

Und hier geht’s zur Anmeldung

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Meeting MMK - Full/Empty

Mittwoch, Februar 11th, 2009

Meeting MMK mit dem Zusatz  ohne Kunstwerke oder fast ohne, denn versteckt sind einige wenige Arbeiten dennoch zu sehen.

Im Rahmen der monatlich statt findenden Jour Fixe - Führungen der Kuratoren und des Restaurators des Hauses ausschließlich für ihre Freunde - hatte ich bereits letzte Woche das Vergnügen ein Museum während der Umbauphase zu erleben. Und das war höchst interessant, was der Restaurator da so alles zu erzählen wusste …

Am Samstagnachmittag (14. Feb.) haben nun Jugendliche die Chance mit den Ausstellungsmachern über die „Baustelle” zu gehen und die Kunstwerke und das Museum mal ganz anders kennen zu lernen. Das Aufbauteam wird berichten

welche organisatorischen, logistischen und technischen Aufwand es bedeutet, eine Ausstellung “startklar” zu machen. Was passiert in dieser Zeit hinter den Kulissen des Museums?

heißt es in der Ankündigung. Außerdem können die Jugendlichen mit der Kamera die Kunstwerke und Ausstellungsräume visuell festhalten.

Beim nächsten Termin, am Samstag, den 28. Feb., wäre ich ehrlich gesagt auch gerne noch mal Kind, denn dann lautet das Thema „Der Lauf der Dinge. Spotlight auf das Künstlerduo Fischli/Weiss”.

Mir gefällt diese Art eines Vermittlungsprogramms.

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