Apropos Finanzkrise
(via Christian Schedler, Kulturamtsleiter der Stadt Mindelheim)
Auf meine Nachfrage bei einem Kunden, ob er denn als Kulturamtsleiter die Finanzkrise schon zu spüren bekommen, erhielt ich ein klares NEIN zur Antwort. Er könne nicht klagen, sei es ihm doch gelungen für den Umzug eines seiner Museen in ein anderes Gebäude weiteres Geld von einer ortsansässigen Bank zu akquirieren. In dem Zusammenhang erzählte er mir dann, dass die Sparkasse eine weitere Stiftung ins Leben gerufen habe und das mit einem ganz interessanten und in Deutschland wohl einzigartigen Modell.
Bürger haben oft das Bedürfnis, mit ihrem Geld etwas Gutes zu tun. Vor allem, wenn sie alt werden und keine Erben haben. Und das hat jüngst die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim zum Anlass genommen, eine Stiftergemeinschaft ins Leben zu rufen, die es Kunden erheblich erleichtert, eine eigene Stiftung zu gründen. Als „Anschubfinanzierung”, unterstützt die Sparkasse die Stiftergemeinschaft mit 240.000 Euro und die Erträge sollen jährlich für förderwürdige Einrichtungen in der jeweiligen Region verwendet werden.
Ein entscheidender Vorteile der Stiftergemeinschaft ist, dass der Stifterkreis, der angesprochen werden soll, nicht Multimillionäre sind, sondern Leute, die ein bescheidenes Vermögen haben. Und so ist es innerhalb der Stiftergemeinschaft möglich, bereits ab 25.000 Euro eine Einzelstiftung zu gründen. Wer will, kann ihr auch den eigenen Namen geben.
Selbst überlassen ist es dem Stifter auch, welche Einrichtung er mit den Stiftungserträgen fördert. Außerdem kann er jederzeit den Empfänger des Geldes ändern und den Lebensumständen anpassen. Und das ist einzigartig in Deutschland. So ist etwa denkbar, dass Eltern mit kleinen Kindern zunächst den Kindergarten und später die Schule fördern.
Ist doch eine interessante Stiftungsgründung und dazu noch in Zeiten der Finanzkrise …
Tags: Finanzkrise; Stiftungen