Archive for the ‘Ausstellung’ Category

Meeting Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster ¦ Jon Pylypchuk

Dienstag, April 7th, 2009

SpeicherBei meinen Münster-Aufenthalten gehört seit längerem auch der Besuch der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster (AZKM) zu meinem Programm.

Die AZKM befindet sich in Münsters Hafenviertel, direkt unterm Dach im Speicher II. Dort in der fünften Etage stehen der Ausstellungshalle 1.000 Quadratmeter Projektfläche für die Präsentation aktueller Positionen von international bekannten Künstlern sowie von Arbeiten  junger, bisher unbekannten Künstlern aus der Region zur Verfügung.

Blick in die Ausstellung Derzeit zeigt die AKZM Arbeiten des kanadischen Künstlers Jon Pylypchuk: Zeichnungen, Collagen, Assemblagen und Installationen, die trashig und niedlich, krass und liebenswert, aufregend und bitter ernst daher kommen.

Nur wenige Menschen haben sich an diesem Sonntagnachmittag in die AZKM verirrt und die wenigen die kamen, blieben nicht sehr lange. So empfand ich es als einen großen Luxus die „Ausstellung für mich allein zu haben” und genoss die Ruhe.

That is fake rain and you are a fakeBesonders angetan haben es mir die großformatigen Assemblagen, die aus verschiedenen Materialien bestehen. Strahlende, teils wunderschön komponierte Bilder zeigen öde Landschaften, die von einsamen Kreaturen bevölkert werden. Bekleidet mit Stofffetzen alter Kleider, Federn, Papierstücken, aus Dingen, die funkeln, Arme und Beine teils aus Stöcken, Zwirnfäden oder Haufen klebriger Substanzen.

Hopefully, I will live through this with a little bit of dignityBeeindruckt haben mich auch zwei Installationen, wo ich mich konfrontiert sah mit trostlosen Kreaturen, teils angesiedelt zwischen Tier und Mensch, die sich zusammengetan haben, um sich als Gruppe zu behaupten.

Im Speicher II befindet sich nicht nur die Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster, sonder dort haben seit 2004 auch Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Bereichen der bildenden Kunst in 32 Ateliers auf vier Etagen Räumlichkeiten mit idealen Arbeitsbedingungen gefunden.

Die Ausstellung Jon Pylypchuk ist noch bis 3. Mai 2009 in der Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster zu sehen.

Meeting MMK ¦ Yellow and Green

Dienstag, März 10th, 2009

Yellow and Green: Positionen aus der Sammlung des MMK heißt die aktuelle Ausstellung im Museum für Moderne Kunst Frankfurt, die vergangene Woche eröffnet wurde.

Sie hätte sich keinen besseren Einstieg für die erste Ausstellung in ihrem Amt als neue Direktorin wünschen können, betonte Dr. Susanne Gaensheimer bei der Eröffnung. Denn nachdem die Werke Murakamis ausgeräumt wurden, das Haus komplett leer war und einer „Frischekur” mit neuem Anstrich unterzogen wurde, konnten die Direktorin und ihr Team aus dem Vollen schöpfen. Ein Kunstbestand, der zirka 4.600 Werke umfasst, schlummerte im Depot und 150, zum Teil noch nie gezeigte,  Arbeiten sind jetzt zu sehen.

In den kommenden Jahren werden in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Schwerpunkte und Themen der Sammlung präsentiert. Werke aus verschiedenen Perioden von den 1960er Jahren bis heute und die unterschiedlichen Medien des 20. und 21. Jahrhunderts werden miteinander in Beziehung gesetzt.

Mit Yellow and Green (der Titel ist Roy Lichtensteins Werk “Yellow Green Brushstrokers” entlehnt) machen nun Werke aus den 1960er Jahren, denen zeitgenössische Arbeiten gegenübergestellt werden, den Anfang. Zu sehen sind Klassiker der amerikanischen Pop-Art wie etwa Claes Oldenburg und Andy Warhol, Positionen der Gegenwartskunst von Thomas Bayrle, Peter Fischli & David Weiss sowie Jeff Koons und neben minimalistischen Werken von Donald Judd, Lee Lozano, Blinky Palermo und Charlotte Posenenske sind Arbeiten der 1990er Jahre von Martin Boyce, Steven Parrino und Franz West zu sehen.

Absolut sehenswert, finde ich.

Kunstverein Familie Montez: My Generation - Gruppe 5

Dienstag, Januar 27th, 2009

Am Wochenende zog es mich zum wiederholten Male zum Kunstverein Familie Montez in Frankfurt, wo der „fünfte Teil” von My Generation eröffnet wurde.

Ich mag diesen Ort, der so ganz und gar authentisch ist, der seine ganz eigene, etwas trashige, Atmosphäre und den Charme einer blühenden Off-Kultur besitzt. Damit ist er auch so ganz anders, als die übrigen „Kunstorte” in dieser Stadt. Der Kunstverein Villa Montez befindet sich in einem ehemaligen Lebensmittelmarkt inmitten der Stadt und die Räumlichkeiten zeugen noch von jener Zeit. Die ursprüngliche  Architektur wurde belassen und so ist es äußerst interessant, hinab zu steigen ins Kellergewölbe, wo nicht nur dicke Steinmauern, sondern auch uralte riesige Weinfässer oder Relikte eines Lastenaufzugs an die ursprüngliche Nutzung erinnern. Ein recht „eigenwilliger modriger Duft” schlägt einem gleich beim Abstieg entgegen. Der Keller hat etwas Labyrinthisches, so viele unerwartete Abzweigungen, Treppen und Einbuchtungen finde ich. Sie alle sind bespielt mit Objekt-, Video- und Lichtinstallationen. Wieder zurück im Erdgeschoß - in der großflächigen Lagerhalle - spielt mittlerweile die Lola Montez Band.

Die Direktoren Anja Czioska und Mirek Macke sind Städelschulabsolventen. Das erklärt, weshalb viele der ausgestellten Arbeiten von namhaften und weniger namhaften Künstlern, die in Beziehung zur Städelschule stehen, stammen. In der aktuellen Schau sind etwa Positionen von Thomas Bayrle, Martin Liebscher, Phillip Zaiser, Christa Näher oder Caroline Krause, Anke Röhrscheid - deren kleinformatige Serie es mir besonders angetan hat -, Marko Lehanka oder von den „Hausherren” Anja Czioska und Mirek Macke selbst zu sehen.

Einen ersten Eindruck vom Kunstverein Familie Montez erhält man auf deren MySpace-Profil

Ach ja - wer dieser Tage dorthin gehen will, sollte sich etwas wärmer einpacken - Kunst braucht keine Heizung und insofern kann’s dort lausig kalt sein.

Im Glaspalast

Montag, Oktober 27th, 2008

Am Wochenende war ich in Augsburg und habe mir nun endlich den im Jahr 2006 eröffneten Glaspalast angesehen.

Äußerst sehenswert sind dort das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst sowie als Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung die Staatsgalerie Moderne Kunst.

Den Charme dieses Museums macht meiner Meinung nach die beibehaltene Charakteristik des Industriebaus aus. Das Gebäude - eine ehemalige alte Baumwollspinnerei - wurde umgebaut und im Mai 2006 eröffnet. V. a. das H2 präsentiert sich in nur einem einzigen großen Raum sehr puristisch: hohe weiße Wänden, silberne Rohren unterhalb der Decke, schlanke Säulen und riesige Fensterfronten nach Süden und Norden.

Gezeigt werden abwechselnd der Sammlungsbestand der regionalen, überregionalen und internationalen Gegenwartskunst der Augsburger Kunstsammlungen als auch Sonderausstellungen. Derzeit werden mit „Die Sammlung Neue Kunst III”, so der Titel, u. a. Arbeiten aus der eigenen Sammlung gezeigt. In einer neuen Inszenierung sind Arbeiten der Jörg-Sasse-Schülerin Anastasia Khoroshilova, von Leta Peer, Felix Weinold oder Ruprecht Geiger zu sehen. Gleichzeitig findet noch die Sonderausstellung Danner-Preis 2008 statt.

Im gegenüberliegenden Flügel ist als Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung Staatsgalerie Moderne Kunst im Glaspalast ebenfalls in einem einzigen großen Raum beheimatet. Gezeigt werden dort derzeit Skulpturen, die die plastische Auseinadersetzung mit dem menschlichen Körper in figurativer als auch in abstrakter Form thematisieren. Unter dem Ausstellungstitel „Von Balkenhorst bis Wachter” werden mehrere Generationen von Künstlern gezeigt. Die älteste Arbeit ist Marino Marinis „Reiter” von 1947, die jüngste stammt von Thomas Helbig und trägt den Titel Maschine (2004).

Zwei Kunstmuseen in einem Haus, die ich nur empfehlen kann.  Es war sicherlich nicht mein letzter Besuch im Glaspalast …