Archive for the ‘Kongresse/Tagungen’ Category

Bericht zur MAI-Tagung 2011

Montag, Mai 30th, 2011

Ganz ehrlich - in letzter Zeit bevorzuge ich „Kultur/Museums”-Tagungen und -Konferenzen, in denen Social Media eine untergeordnete Rolle spielen. Es gibt so viele interessante Bereiche und Themen, die für mich wesentlich interessanter sind. Natürlich ist die Einbindung von Social Media in alle Felder der Museumsarbeit wichtig und sinnvoll, doch meist geht es bei den Konferenzen dann doch nur um den Einsatz von Social Media innerhalb von Marketing und PR. Und gerade von diesem Social-Media-Wissen über deutsche Museen habe ich selbst genug. ;-)

Insofern bot die MAI-Tagung ganz interessante Einblicke in andere Bereiche. Die Abkürzung MAI bedeutet Museums and the  Internet und thematisch befasst sie sich in erster Linie mit dem Internet 1.0 und Social Web kam nur Blitzlichtartig vor.

In guter Erinnerung geblieben ist mir etwa der Vortrag, indem es um die Entwicklung des Online-Spiels Die Welt hinter den Bildern für die Kunsthalle Bremen ging und wie dieses Spiel funktioniert. Das Spiel ist für Kinder konzipiert und wird es demnächst zu kaufen geben.

Mein „Historikerherz” ging mir gleich mehrmals auf: Dr. Liliane Landes von der Bayerischen Staatsbibliothek stellte die Rezensionsplattform für europäische Geschichtswissenschaften, kurz recensio.net, vor. Ziel dieser Open-Access-Plattform ist es, Präsentationen und Rezensionen zu Publikationen zu europäischen Themen öffentlich sichtbar zu machen und so Nutzern einen zentralen Anlaufpunkt für die Suche nach Rezensionen wissenschaftlicher Literatur zu bieten.

Joachim Friedel M. A. von der Universität Regensburg stellte mit R Ι dCG - Regensburg digital CityGuide eine satellitengestützte Erschließung der historischen Altstadt vor.

Und schließlich stellte Prof. Dr. Franz Eder mit habsburger.net die virtuelle Welt der Habsburger vor. Eine 1.0-Plattform, bei der man sich in der Fülle der Informationen zu den Habsburgern (im positiven Sinne) verlieren kann.

Stoff für zahlreiche Blogbeiträge und auch sonstige Anregungen habe ich vor allem durch die Gespräche mit meinen Mittwitterern Simon A. Frank , Dirk Heinze und Christoph Deeg erhalten.

Insgesamt also eine durchaus erkenntnisreiche Tagung bei der Christoph Deeg und ich Pläne für ein gemeinsames Projekt entwickelt haben.

Hier, meine Präsentation. Wer die Studie noch nicht kennt - sie steht an den bekannten Orten, also bei Scribd, issuu oder direkt hier auf dem Blog zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Museum nachgefragt

Freitag, April 29th, 2011

„Museum nachgefragt: Positionen - Erwartungen - Perspektiven” lautet der Titel der diesjährigen Tagung des Deutschen Museumsbundes in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder (8. bis 11. Mai in Magdeburg).

In Zeiten, in denen Museen zunehmend Sparzwängen zum Opfer fallen, ist es nötig, den Mehrwert von Museen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe neu zu definieren. Und deshalb soll gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Bildung, Wirtschaft und Tourismus sowie aus verschiedenen Interessensverbänden herausgefunden werden, welche Relevanz Museen für die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche haben.

Fragen, die erörtert werden sollen, sind etwa:

  • Kommt Museen bei immer drängenderen Bildungsfragen aus politischer Sicht eine tragende Rolle zu?
  • Von welchem Interesse sind sie für die Medienberichterstattung?
  • Gibt es bislang unentdeckte Potenziale, die Museen eine Hauptrolle als Darsteller bei der Programmentwicklung zuweisen könnten?
  • Werden Museen bei touristischen Marketinganalysen einbezogen und bei Tourismuskonzepten berücksichtigt?
  • Sind sie Partner für die Wirtschaft?
  • Bieten Museen Chancen für eine breite gesellschaftliche Partizipation?

Kurz gesagt Was macht ein Museum zu einem nachgefragten Ort?

Wenn es um die Frage der Wahrnehmung der Museen in den Medien geht, werde ich als Vertreterin für Social Media mitdiskutieren.

Ich bin gespannt, was mich erwartet, und freue mich auf die Tagung und neue Erkentnisse.

KulturInvest-Kongress 2010

Donnerstag, November 4th, 2010

Vergangene Woche fand der KulturInvest-Kongress in Berlin statt. Das Thema Social Media ist dort noch nicht angekommen. Und ich meine damit nicht als Programmpunkte (dafür gibt es andere Konferenzen) - schließlich gab es zwei Foren zu dem Thema -, sondern bei den Teilnehmern (und Veranstaltern), die darüber twittern und bloggen, von der Möglichkeit die Präsentationen, Videos und Fotos  für jederman öffentlich zugänglich zu machen. Denn

[..] ohne  [Öffentlichkeit] gelingt es nicht, Diskussionen über die Zukunft von Kunst und Kultur anzustoßen. Diese Diskussionen sind dringend nötig, denn so wichtig solche Konferenzen für die “Branche” auch sein mögen, das Thema muss öffentlich gemacht werden, sonst lässt sich die derzeitige Entwicklung nur noch schwer stoppen.”

So formulierte Christian Henner-Fehr es treffend in seinem Resümee.

Die Folien meines Vortrags finden Sie hier.

Das war der Kulturinvestkongress 2009 – Mein Resümee

Montag, November 2nd, 2009

Mit ein bisschen Abstand hier nun meine Eindrücke und was ich so alles vom Kulturinvestkongress ich so alles mitgenommen habe. Ich kann nun sagen: Es war doch so Einiges …

Aufgrund der Fülle der Vorträge - vier im Hauptforum und 45 in den einzelnen Paneels zwei Tagen - möchte ich nur auf ein paar eingehen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.

Das war zunächst gleich am ersten Tag im Hauptforum der Vortrag von Thomas Girst, Sprecher Kulturkommunikation der BMW Group. Sein Vortrag war überschrieben mit „Geld ist der Fluch der Kunst”.

Ein paar Zahlen aus dem Vortrag:

  • Für jeden Euro der ins Sponsoring fließt, investiert das Unternehmen 4 bis 5 Euro zusätzlich in die flankierende Kommunikation des Sponsorings
  • Das Unternehmen sponsert in den drei Bereichen Klassische Musik, Zeitgenössische Kunst und Architektur & Design
  • Jährlich gehen etwa 2.000 Anfragen ein

Bezüglich Frank Tentlers Vortrag verweise ich auf die Slides von der stARTconference 2009 , falls es unter meinen Leserinnen und Lesern noch welche gibt, die das Projekt Philharmonie 2.0  noch nicht kennen sollten. Wobei die Folien natürlich den leidenschaftlich vortragenden Frank nicht ersetzen können.

Im Vortrag „Cultural Hacking” von Prof. Dr. Thomas Düllo von der UDK Universität der Künste Berlin ging es um das Eindringen in fremde Systeme,  sich orientieren und neue überraschende Orientierungen einführen. Zu dem Thema gibt’s demnächst einen extra Blogbeitrag, der dann nicht nur auf den Vortrag beschränkt bleibt.

Unter dem Vortrag „Ausstellungsmarketing 2.0″ von Dr. Katharina von Chlebowski, Managementservice für Kulturbetriebe, Neue Nationalgalerie, Berlin hatte ich mir zwar vorgestellt, dass es um Web 2.0 geht, doch die Erläuterung, wie die Nationalgalerie den Einsatz der klassischen Marketinginstrumente weiter professionalisiert und innovative Dienstleistungen hervor gebracht hat - Stichwort Ticketing - war sehr aufschlussreich.

Zum Abschluss zeigte dann noch Birke Natemeyer, Reiseanlass Kultur, DB Vertrieb GmbH in ihrem Vortrag „Entwicklung von Zielmärkten für den Reiseanlass Kultur” auf, wie Kooperation der Deutschen Bahn mit Kultureinrichtungen aussehen können. Klar, dass dabei im Mittelpunkt die speziellen Angebote der Deutschen Bahn zu Kulturveranstaltungen standen aber auch deren kommunikative Begleitung der Partnerschaft. Ich hatte den Eindruck, dass die Deutsche Bahn neuen Veranstaltungen durchaus aufgeschlossen gegenüber steht und ein Anruf allemal lohnt.

Am Donnerstagabend fand bereits die Verleihung des Kulturmarken-Awards statt, von der ich auch live getwittert hatte. Die stARTconference (hier deren Kongressbericht) stand ja bekanntlich auf der Shortlist für die Trendmarke des Jahres 2009 (und ist es leider nicht geworden).

Die Preisträger 2009 sind:

Karl Janssen (Kulturdezernent der Stadt Duisburg) und Folkert Uhde (Radialsystem V) wurden als Kulturmanager des Jahres 2009 ausgezeichnet.

Die  Bregenzer Festspiele wurden Kulturmarke des Jahres 2009.

Das Kulturnetzwerk Neukölln mit seinem Projekt “48 Stunden Neukölln” wurde zur Trendmarke des Jahres 2009 gekürt.

Glückwunsch auch noch mal an dieser Stelle an alle!

Es war eine sehr gelungen Gala im Berliner Admiralspalast. Das Oktett der Dresdner Sinfoniker stimmte anfangs mit Frank-Zappa-Stücken ein.  Heinz Conrad Walter und Eva Neumann von der Agentur Causales moderierten den Abend. Die Laudationes und  Dankesreden hatten genau die richtige Länge und mit der Vorstellung der Nominierten mittels Videos war es insgesamt ein kurzweiliger Abend.

Insgesamt war es für mich ein äußerst interessanter Kongress, bei dem ich sicherlich nicht zum letzten Mal war. Fürs nächste Mal wünschte ich mit nur auch zum Abschluss ein gemeinsames Hauptforum. Ich fand es schade, dass man einfach nach dem letzten Vortrag so auseinander ging. Eine Abschlussdiskussion würde ich begrüßen …

Bezüglich Fotos verweise ich auf den Flickr-Fotostream von Karin Janner.