Archive for the ‘Kulturkommunikation’ Category

Seite an Seite mit den klassischen Medien – Social-Media-Partnerschaft

Montag, September 26th, 2011

http://www.bachtage-wuerzburg.de/medienpartner/Dass Kultureinrichtungen Medienpartnerschaften eingehen ist nichts Neues und an der Tagesordnung. Es gehört schon fast zum guten Ton mindestens einen Medien- oder Kulturpartner im Boot zu haben. Nennung des Medienpartners und Einbindung des Logos gehören von Seiten der Kultureinrichtung dazu, der Medienpartner offeriert im Gegenzug vergünstigte Anzeigenpreise oder Ankündigungen in Form von Veranstaltungstipps mit Verlosung von Freikarten.

Die Beschaffung der Informationen ändert sich zunehmend - laut der ARD/ZDF-Online-Studie 2011 sind mittlerweile 73,3 Prozent der Bevölkerung online und auch die Zahl derer, die Social-Web-Angebote nutzen steigt stetig - und demzufolge sollte man auch über neue Formen von Medienpartnerschaften nachdenken.

Einen Schritt in diese Richtung haben nun die Würzburger Bachtage (Kunde) unternommen. Das Festival, das alljährlich Ende November in Würzburg stattfindet, ist eine Social-Media-Partnerschaft mit der Facebook-Seite Würzburg erleben eingegangen. Meines Wissens nach ist das auch die erste Social-Media-Partnerschaft im Kulturbereich.

Durch die Partnerschaft haben die Würzburger Bachtage die Möglichkeit im Social Web präsent zu sein und von einem anderen Publikum wahrgenommen zu werden. Mit den knapp 30.000 Fans, die die Seite hat, können sie auch ganz gezielt WürzburgerInnen ansprechen und damit auch die Reichweite erhöhen. Die Freunde der Seite Würzburg erleben sind leidenschaftliche WürzburgerInnen, finden ihre Stadt toll und interessieren sich dafür, was in ihrer Stadt los ist. Also eine perfekte Präsentationsfläche für die Würzburger Bachtage. Die Seite Würzburg erleben bietet im Gegenzug ihren Fans interessante Hinweise darauf, was in ihrer Stadt so alles passiert.

Die Ideen zu der Social-Media-Partnerschaft hatte übrigens einer der Seitenbetreiber, Christian Papay, und ist damit bei mir (und dem Kunden) sofort auf Begeisterung und Zustimmung gestoßen.

Was halten Sie/haltet ihr von dieser Idee? Gibt es bereits Erfahrungen mit Partnerschaften im Social Web?

Ein Blog zeigt Wirkung – Corporate Blogs sind nicht am Ende

Montag, September 12th, 2011

Axel Kopp hat mit seinem Blogbeitrag Externe Blogs von Kultureinrichtungen sind tot eine lebhafte und kontrovers geführte Diskussion um Corporate Blogs ausgelöst. So etwa in den zahlreichen Kommentaren auf seinem und in den Blogbeiträgen anderer zu dem Thema. So etwa bei:

Christian Spließ Externe Kulturblogs sind nicht tot Herr Kopp

Christian Grieß Der Kulturblog ist tot? Es lebe der Blog!

Christian Henner-Fehr Das langsame Sterben der Kultureinrichtungen

Der Blogpost enthält viele interessante Aspekte und die Themen, die in den Kommentaren angesprochen wurden, bieten Stoff für zahlreiche weitere Postings. Da kann man nur sagen „Ein Blog zeigt Wirkung”

Ich will heute nur auf die Corporate-Blog-Debatte eingehen.

In dem Punkt, dass viel Blogs von Kultureinrichtungen langweilig sind, stimme ich Axel voll und ganz zu. Auch ich wünschte mir mehr kontroverse Diskussionen und dass sich Kultureinrichtungen per se mehr in die Diskussion einbringen. Unter den mittlerweile 44 Kommentaren, die Axels Beitrag bis jetzt auf seinem Blog ausgelöst hat, befindet sich kein einziger Kommentator einer Kultureinrichtung. Lediglich zum Blogpost von Christian Grieß gibt es einen Kommentar einer Kultureinrichtung.

Auch ich halte Corporate Blogs für Kultureinrichtungen für essentiell, unabhängig davon ob sie in die Website integriert sind oder nicht.

Auf einem Blog lassen sich alle Social-Media-Aktivitäten bündeln. Die Diskussion findet öffentlich statt, jeder mit einem Internetzugang kann an der Diskussion teilnehmen ohne sich bei irgendeinem sozialen Netzwerk anmelden zu müssen. Auch Monate später sind alle Artikel inklusive Kommentare noch vorhanden und verschwinden lediglich im Archiv und damit nicht komplett aus dem Blickfeld der Leser.

Der wichtigste Aspekt ist allerdings der, dass die Kultureinrichtung nicht nur einen Blick hinter die Kulissen gewähren, sondern auch Diskussionen anstoßen kann, wie es nun die von Axel getan hat. Ein Corporate Blog lebt meiner Meinung nach davon, dass möglichst viele Mitarbeiter partizipieren. Von der Garderobenfrau über die Aufsicht bis hin zur Regisseurin, Tänzerin und zum Musiker. Nur wenn viele Mitarbeiter das Blog bereichern, lässt sich das Besondere der jeweiligen Einrichtung herausstellen und macht sie einzigartig. Und dann werden sie auch gelesen. Diese Vielseitigkeit und der Vermittlungsaspekt von Kunst fehlen mir bei vielen Blogs von Kultureinrichtungen.

Ich wünschte mir, Blogs von Kultureinrichtungen würden einmal eine steile These vorgeben, um eine Diskussion anzufachen, wie die von Axel es geschafft hat.

Insofern sehe ich die Kultur-Corporate-Blogs nicht am Ende, sondern sie müssen sich lediglich verändern, um gelesen zu werden.

Ein Blick ins Blogarchiv

Mittwoch, Juni 22nd, 2011

Blick ins BlogarchivNachdem ich jetzt seit vier Jahren blogge, habe ich einen Blick in mein Blogarchiv geworfen. In dieser Zeit sind ja doch einige Beiträge entstanden.

Ein paar habe ich jetzt wieder hervorgeholt. Das sind diejenigen, die  nach wir vor ihre Relevanz haben und in verschiedenerlei Hinsicht auf regen Zuspruch stießen.

Freud und Leid einer Festivalbesucherin
Ein Artikel über das Verhalten mancher Festivalbesucher.

Sind Museen Influencer?
7  Thesen, weshalb ich denke, dass nicht nur Personen, sondern auch Museen in vielerlei Hinsicht Influencer sind.

Social Media Release oder einfach nur Kulturnews
Meine Meinung zu Presse-Onlineportale und Social-Media-Releases.

NPO Blogparade: Anmerkungen zum Online-Fundraising
Meine Antwort auf die Frage „Was  NPOs tunkönnen oder müssen, um das Online-Fundraising bei sich voranzutreiben?”, die im Rahmen der NPO-Blogparade gestellt wurde.

Kulturblogger - Beziehungspflege, aber wie?

Mittwoch, Juni 15th, 2011

Social GraphDas Social Web stellt nicht nur die Beziehung zwischen Kultureinrichtung und Dialogpartnern auf eine neue Grundlage, sondern auch die zu Journalisten. Denn Social Media wirkt sich auf den Arbeitsalltag der Redakteure aus. Nicht nur Medien an sich sind bei Twitter und zunehmend auch bei Facebook, sondern auch immer mehr Redakteure sind bei Twitter und recherchieren dort ganz gezielt nach Informationen und beobachten die Blogs der Kultureinrichtungen. (Eine Übersicht twitternder Redakteure gibt’s bei Tweetranking oder auch bei Talkabout)

Noch beziehen Kultureinrichtungen Journalisten und Blogger selten in ihre Medienarbeit im Social Web ein. Gründe hierfür sind sicherlich,  dass einerseits klassische Medienarbeit nach wie vor eine übergeordnete Rolle einnimmt. Andrerseits treten auch nur wenige Redakteure des Feuilletons öffentlich bei Twitter oder Facebook in Erscheinung und kommunizieren mit den Dialogpartnern. Dass Kulturblogger eine untergeordnete Rolle spielen, liegt darin begründet, dass sie einfach nicht den Einfluss, das Renommee und die Reichweite haben, wie es Blogger anderer Bereiche, wie etwa der Mode, haben.

Dennoch finde ich, dass gerade kleinere Kultureinrichtungen durch diese Beziehungspflege im Social Web ins öffentliche Bewusstsein gelangen können. Natürlich ist diese Form der Beziehungspflege kein Ersatz zu klassischer Medienarbeit, sondern nur eine Ergänzung derselben.

Wie kann diese Beziehungspflege aussehen?

Mittels Social Media haben PR-Verantwortliche nun die Möglichkeit mit Journalisten auf „ungezwungene Art und Weise” ins Gespräch zu kommen und sie schnell und unmittelbar auf dem Laufenden zu halten, ihnen zuzuhören und sie auf Themen zu stoßen. Das können Kultureinrichtungen auch dadurch, indem sie sich bei Gedenktagen mit Videos und Fotos zu Personen und Ereignissen einbringen und so am tagesaktuellen Geschehen partizipieren.

Bei all den Journalisten sollte man allerdings auch Blogger als Multiplikatoren und Meinungsmacher nicht außer Acht lassen, auch wenn die deutsche Kultur-Blogosphäre sehr unübersichtlich und nicht sehr professionalisiert ist. Was ich damit meine ist, dass sie, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen,  schreiben, wann sie gerade Zeit und Lust dazu haben. D. h. man kann sie nur bedingt dazu bewegen einen Beitrag zu einem bestimmten Zeitpunkt zu veröffentlichen. Und nicht vergessen - Blogs sind sehr subjektiv und spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors/der Autorin wider.

Robert Basic hat in einem Blogbeitrag sehr ausführlich beschrieben, was beim Umgang mit Bloggern zu beachten sei. Im Kulturbereich kann man das sicherlich etwas entspannter sehen, zumal es hier nicht wirklich darum geht, Produkte zu testen - das könnte ich mir am ehesten noch bei der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker - vorstellen. Ansonsten geht es bei den Kultureinrichtungen doch mehr um Veranstaltungshinweise oder Besprechungen.

Beispiele wie (Kultur-)Blogger-Relation abseits der Ankündigungen aussehen können zeigen folgende Beispiele: Etwa die KAtalks der Kronberg Academy, bei denen u. a. Blogger die Möglichkeit hatten, Musiker über Twitter zu interviewen und über ihre Erfahrung zu schreiben. Oder auch indem unter dem Stichwort Twitter-Freundschaften Birgit Schmidt-Hurtienne in einem Interview erklärte, was unter Notenkorrektorat zu verstehen ist. Das heißt in beiden Fällen wurde aktiv auf die Blogger zugegangen, um sie ins Boot zu holen. Das Museum für Kommunikation Berlin ist die Sache eher passiv angegangen, indem es über die Website Blogger aufgerufen hat, mit ihm gemeinsam über die Geschichte der Kommunikation - im Museum versteht sich - zu diskutieren. Die ersten beiden Beispiele setzen voraus, dass man bereits entsprechende Blogger bereits kennt. Ein Blick in diverse Blogrolls kann da durchaus sinnvoll sein.

Und damit sind wir auch schon bei der Ansprache derjenigen, zu denen man noch keine Beziehung aufgebaut hat. Eine nette, persönliche, Ansprache über Twitter oder Email, die auch zeigt, dass das Blog schon gelesen wurde halte ich für angebracht. Wenn er oder sie Infos bereits zu einem Zeitpunkt erhält, bevor sie breit gestreut wird ist es umso besser, denn die Blogger fühlen sich geschmeichelt. Bei mir waren so ein Fall etwa die Ludwigsburger Schlossfestspiele, die mich eigentlich nur um einen Linktausch baten, ich aber das Gefühl hatte, dass die Absenderin der Mail meine Blogthemen kennt. Am Ende ist dann ein Blogbeitrag entstanden wo sie als Positiv-Beispiel für File-Sharing-Plattformen vorkamen.

Im Gegenzug sollte eine Kultureinrichtung für eine Veröffentlichung durchaus auch etwas zurückgeben, etwa einen (Re-)Tweet oder einen Link auf den Blogbeitrag als Zeichen der Wertschätzung.

Der nächste Schritt wäre dann sicherlich auch Blogger ganz gezielt einzuladen, sei es zu Pressekonferenzen oder Themenrunden.

In dem Zusammenhang sind bereits folgende Artikel erschienen:

Wie Social Media die Kultur-PR verändern
Wie wirkt sich Social Web auf die Kultur-PR aus?