Archive for the ‘Kunst’ Category

artsite.tv - Ein Beispiel für gutes Kunstfernsehen

Freitag, November 14th, 2008

Bewegtbild ist ja spätestens seit der Bewegtbildstudie 2008, die vergangene Woche erschien, wieder in aller Munde und noch mehr bei den PR-Leuten, denn laut dieser Studie (durchgeführt vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig), deckt die PR den Bewegtbild-Bedarf der Redaktionen bei Weitem nicht.

In dem Zusammenhang bin ich jetzt wieder auf artsite.tv gestoßen, ein aktuelles und redaktionell gestaltetes Kunstfernsehen im Internet, das, weil in Frankfurt ansässig, in erster Linie über das Kunstgeschehen von hier berichtet. Zu sehen gibt es Interviews etwa mit dem Ex-Museumsdirektor des MMK, Udo Kittelmann Berichte über aktuelle Ausstellungen sowie Interviews mit Galeristen oder Künstlern. Hinter den gut gemachten und sehr informativen Beiträgen steht ein Team, das von TV-Journalisten über Kunsthistoriker bis hin zu Film- und Kunststudenten in höheren Semestern reicht.

Der zweite Ansatz von artsite.tv ist, zu einer audio-visuellen Internet-Community für Kultur-Institutionen und ausgewählte freie Projekte zu werden. Damit entwickeln sich zu einem zukunftsweisenden Mischmodell für internetbasierte Medien: Sie liefern Inhalte, die kostengünstig aber von Journalistischen Profis redaktionell erstellt werden mit kritischer Distanz und handwerklichen Standards.

Und damit wären wir wieder beim Eingangsthema, dass der Bewegtbild-Bedarf der Redaktionen noch nicht gedeckt ist. Dank artsite.tv kann für PR-Agenturen, die den Schwerpunkt auf Kunst gelegt haben, Abhilfe geschaffen werden.

Ein Blick auf deren Seite lohnt sich allemal …

Im Glaspalast

Montag, Oktober 27th, 2008

Am Wochenende war ich in Augsburg und habe mir nun endlich den im Jahr 2006 eröffneten Glaspalast angesehen.

Äußerst sehenswert sind dort das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst sowie als Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung die Staatsgalerie Moderne Kunst.

Den Charme dieses Museums macht meiner Meinung nach die beibehaltene Charakteristik des Industriebaus aus. Das Gebäude - eine ehemalige alte Baumwollspinnerei - wurde umgebaut und im Mai 2006 eröffnet. V. a. das H2 präsentiert sich in nur einem einzigen großen Raum sehr puristisch: hohe weiße Wänden, silberne Rohren unterhalb der Decke, schlanke Säulen und riesige Fensterfronten nach Süden und Norden.

Gezeigt werden abwechselnd der Sammlungsbestand der regionalen, überregionalen und internationalen Gegenwartskunst der Augsburger Kunstsammlungen als auch Sonderausstellungen. Derzeit werden mit „Die Sammlung Neue Kunst III”, so der Titel, u. a. Arbeiten aus der eigenen Sammlung gezeigt. In einer neuen Inszenierung sind Arbeiten der Jörg-Sasse-Schülerin Anastasia Khoroshilova, von Leta Peer, Felix Weinold oder Ruprecht Geiger zu sehen. Gleichzeitig findet noch die Sonderausstellung Danner-Preis 2008 statt.

Im gegenüberliegenden Flügel ist als Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung Staatsgalerie Moderne Kunst im Glaspalast ebenfalls in einem einzigen großen Raum beheimatet. Gezeigt werden dort derzeit Skulpturen, die die plastische Auseinadersetzung mit dem menschlichen Körper in figurativer als auch in abstrakter Form thematisieren. Unter dem Ausstellungstitel „Von Balkenhorst bis Wachter” werden mehrere Generationen von Künstlern gezeigt. Die älteste Arbeit ist Marino Marinis „Reiter” von 1947, die jüngste stammt von Thomas Helbig und trägt den Titel Maschine (2004).

Zwei Kunstmuseen in einem Haus, die ich nur empfehlen kann.  Es war sicherlich nicht mein letzter Besuch im Glaspalast …

Murakami im MMK Frankfurt am Main

Mittwoch, Oktober 1st, 2008

Am Freitag war ich, wie viele andere hunderte Frankfurter auch, bei der Ausstellungseröffnung MURAKAMI MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Wochenlang war es geschlossen. Endlich nun sollte die Show, um die im Vorfeld ein riesen Spektakel gemacht wurde, eröffnet werden. Klar, dass ich also mit einer Freundin auch da war.

Du sollst keine andere Kunst außer der von Murakami sehen, lautet die Devise und so wurde das komplette Haus leer geräumt und nur der Kunst Takashi Murakami gewidmet. Das Auge wird einer Fülle von bunten Installationen, Filmen, Bildern, Figuren und Skulpturen ausgesetzt. Motive der Popkultur verbinden sich mit stilistischen Merkmalen traditioneller japanischer Kunst wie Flächigkeit, Muster und Ornamente, so die Beschreibung des Einladungstexts zur Eröffnung.

Was kann ich nun zur Ausstellung sagen? Ehrlich gesagt, ich finde (noch) keinen Zugang.� Ein schlauer “Museumsmann” hat mir mal gesagt, ich solle mir immer mit einer Begleitung eine Ausstellung ansehen. Denn durch den Gedankenaustausch, die Beschreibungen und die Fragen, die das Werk aufwirft, kann das Kunstwerk nicht nur entschlüsselt werden, sondern es können für mich ganz neue Aspekte zutage treten. Gesagt, getan.

Doch obwohl ich nun in Britta eine Begleiterin hatte, die von den Arbeiten überaus begeistert ist, wir uns rege ausgetauscht haben, sie äußerst interessante Details in den Arbeiten sah, die ich so nicht gesehen habe, bekomme ich keinen Bezug zu Murakamis Kunst. Der Funke will nicht überspringen.

Noch bin ich aber ganz optimistisch, dass ich in den nächsten drei Monaten doch noch einen Zugang finde …