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Mozartfest Würzburg ¦ Ein Interview mit dem Künstlerischen Leiter Christian Kabitz

Mittwoch, Juli 8th, 2009

In den vergangenen Wochen berichtete Christian Kabitz immer mittwochs  über das Mozartfest Würzburgs. Zum Abschluss der Serie habe ich ihn zum Mozartfest und seiner Erfahrung mit dem Bloggen interviewt.

Das erste Mozartfest unter Deiner Regie ist am Sonntag mit einem Picknick-Konzert zu Ende gegangen. Ein etwas unspektakuläres Ende, wie ich finde. Weshalb gab es kein großes Abschlusskonzert, wie man das etwa vom Rheingau-Musik Festival kennt?
Wir scheuen aus Erfahrung die Konzerte Sonntag abends - viele Besucher kommen von auswärts und wollen /können nicht noch eine Übernachtung anhängen. Vielleicht sollten wir es trotzdem einmal versuchen mit einem großen Open-Air-Spektakel - man wird sehen.

Wie lautet Dein erstes Resümee?
Jetzt bin ich erst einmal unendlich dankbar, dass alles so wunderbar gelaufen ist; wir hatten nur eine schwerwiegende Absage - die Labeques - diese konnten wir durch die kurzfristige Verpflichtung der Paratores mehr als wettmachen. Das Wetter bei den beiden Nachtmusiken hat mitgespielt, wir konnten draußen musizieren - herrlich! Die Besucher waren ganz überwiegend von meiner neuen Bühnenaufstellung und damit verbunden mit der neuen Bestuhlung zufrieden - alle Konzerte fanden eine begeistertes Echo - was will man mehr?

Haben sich Deine Erwartungen erfüllt? Ist es gelungen, eine Festival-Atmosphäre zu verbreiten, sodass jeder spüren, sehen, hören konnte: Jetzt ist Mozartfest!, wie Du das im Vorfeld formuliert hast?
Eindeutig nein - aber das war im ersten Jahr nicht zu erwarten. Ich denke, ein klein wenig konnten wir zeigen, was sich im nächsten Jahr noch verändern wird - nur ein Beispiel: Das erfolgreiche Mozart-Cafe - und alles, was wir jetzt in den nächsten Tagen für 2010 auf den Weg bringen, rückt uns hoffentlich ein klein wenig näher an mein großes Ziel.

Du hast in einem Blog-Beitrag geschrieben, dass das Festival innovativ und voller neuer Ideen sein soll und ein anderes Publikum gewonnen werden muss. Erreichen wolltest Du das u. a. mit Künstlern, Ensembles und Programmen, die Überraschungen versprechen. In wie weit ist die Rechnung aufgegangen oder anders gefragt wie wurden die Konzerte mit den, dem Mainstream (noch) unbekannten, Künstlern angenommen?
Es gab einige unbekannte Größen, sprich: Künstler und Ensembles, die nicht zum lebenden Inventar des Mozartfestes gehören, die aber trotzdem großen Anklang fanden: Das Mannheimer Mozartorchester (wird bestimmt wieder eingeladen), die Polnische Kammerphilharmonie (dito), und andere mehr. Wir hatten mit „Les Siecles” ein hier noch ganz unbekanntes französisches Orchester eingeladen - die Leuten dankten mit standing Ovations. Wir werden in dieser Richtung mutig weitergehen, nächstes Jahr wird es auf jeden Fall eine Reihe „Aufgehende Sterne” geben, wo wir junge Künstler explizit vorstellen wollen.

Wie wurde die von Dir ins Leben gerufene Reihe “Kabitz trifft …” angenommen?
Was mich besonders gefreut hat, war das Mozart-Cafe mit Prof. Konrad, Deutschlands bedeutendstem Mozartforscher. Im Vorfeld hatten Bekannte Besorgnis geäußert, das werde sicher sehr akademisch. Das Gegenteil war der Fall: selbst die 15jährige Tochter meine Sekretärin - der Musikwissenschaft gegenüber eher distanziert - sagte nach der Gesprächsstunde, sie „schwebe”…

Du hast jetzt hier auf diesem Blog 18 Wochen lang über das Mozartfest Würzburg berichtet. Wie lautet Dein Fazit?
Auch wenn es manchmal etwas beschwerlich war, pünktlich meinen Blogbeitrag abzuliefern, war ich dankbar, denn ich konnte meine eigenen Empfindungen ordnen, bewerten und noch mal überdenken. Und ich habe mich unglaublich über das enorme Echo gefreut - aus allen Ecken unserer Republik meldeten sich Leser!

Wie stehst Du den Möglichkeiten, die Social Media bieten, gegenüber? Wirst Du verstärkt auf diese Form der Kommunikation setzen?
Da gibt es gar kein Nachdenken: Natürlich! Und mehr!

Dürfen sich die LeserInnen jetzt auf ein eigenes Blog, wo Du auch über all Deine anderen Aktivitäten berichtest, freuen?
Das muss ich mir genau überlegen - ich habe ja gemerkt, dass es sehr zeitaufwändig ist, denn man kann ja nicht hinschreiben, was einem gerade mal so einfällt, das soll ja auch eine Qualität haben. Es ist eine tolle Form der Kommunikation. Also: Warum nicht?

Dein nächstes größeres Projekt?
Das nächste Großprojekt sind meine Bachtage im November, es geht in diesem Jahr um die Gegenüberstellung von Bach und Bruckner und erstmals sind die Bachtage zu Gast im Dom zu Würzburg, ich dirigiere dort Bruckners Große Messe f-moll und sein Te Deum; dazu gibt es ein wunderbares Programm mit Orchester- und Kammermusik-Konzerten, Orgel- und Klavier-Recitals, Festgottesdienste mit Bachkantaten und sogar Jazz mit Flöte und Orgel … www.bachtage-wuerzburg.de

Christian, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit all Deinen Projekten!

PS Die Beiträge kamen überpünktlich und ohne dass ich nachfragen musste!

Von Christian Kabitz sind hier folgende Blogbeiträge erschienen:

I-Mein Mozartfest
II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
III-Eine kleine Nachtmusik
IV-Les petits riens
V-Aufgehende Sterne
VI-Mozart und Paris
VII-Kabitz trifft Hengelbrock
VIII-Die Suche nach dem Sturm und Drang Komponisten
IX-Randnotizen
X-Mozarts Posthorn-Serenade
XI-Nur noch neun Tage bis zum Eröffnungskonzert
XII-Mozarts Zauberkiste
XIII-Das Eröffnungskonzert
XIV-Chevalier de Saint George
XV-Himmel schenk uns noch einen sonnigen Abend
XVI-Ein kleiner Rückblick
XVII-Wehmut

Mozartfest Würzburg ¦ Wehmut

Mittwoch, Juli 1st, 2009

Heute beschleicht mich Wehmut: Als ich an der Residenz entlanggehe, steht schon ein Tieflader bereit, um unsere vielen kleinen Kassenhäuschen abzuholen, aus denen heraus die Tickets für die Nachtmusik verkauft werden. Für ein Jahr machen sie jetzt einen Mozart-Winterschlaf … und es sagt mir: Bald ist es wieder vorbei mit „deinem” Fest! Am Sonntag hatten wir wieder unglaubliches Wetterglück - auch „meine” zweite Nachtmusik kann draußen stattfinden, wir werden mit 3.200 Besuchern für unsere Gebete, Kerzen, Zaubersprüche belohnt, mit Hilfe derer wir uns einen blauen Himmel herbeigewünscht haben. Ich verschenke meinen Sitzplatz und promeniere durch den Hofgarten - die Akustik ist viel besser als ich gedacht hatte. Interessant ist nur, dass ein Minichor von Rotkehlchen dann doch stärker singen als das Orchester bei Mozarts Prager Sinfonie spielen kann.

Am Montag stellten wir Thomas Hengelbrock, meinen künstlerischen Beirat und Artist in Residence (auf deutsch und würzburgerisch: Künstler in der Residenz) der Presse vor. Wir lassen seine beeindruckende Karriere Revue passieren, ich erzähle, wie tief mich sein Feldkirch-Festival beeindruckt hat, von dessen „spirit” ich mir eine große Portion nach Würzburg wünsche, und dann kommen die Fragen der Journalisten. Wir erzählen über unsere Pläne für 2010, die ja schon weit gediehen sind, nennen Namen von Künstlern und Ensembles - und dann muss Thomas wieder zur Probe mit dem BALTE-Orchester (unsre Abkürzung für Balthasar-Neumann-Ensemble).

Jetzt, wo das laufende Fest seinem Ende entgegengeht, denke ich intensiv an 2010. Thomas hat wunderbare Ideen für ein Chor-Event. Ich habe mich während der letzten Tage intensiv um Künstler bemüht, wir schieben die Termine hin und her, rechnen am Budget - und ich merke, was für eine grandiose Aufgabe es ist, so ein Festival für eine ganze Stadt zu gestalten. Viele Leute geben einem Anregungen, es meldet sich Kritik, an der Anfangszeit (ich habe diese für fast alle Konzerte auf 20.30 Uhr gelegt), an der neuen Bühnenaufstellung - aber überwiegend sind alle sehr zufrieden und freuen sich auf das „neue” Mozartfest 2010.

Nachdem es am Montag in der Pressekonferenz schon bekannt gegeben worden ist, kann ich es heute auch heute hier verkünden, was im nächsten Jahr auf die Fans alles wartet:

  • Thomas Hengelbrock mit Balte-Orchester und die drei letzten Mozart-Symphonien
    Derselbige mit dem Chor und einem Nacht-Programm
  • Das Basler Kammerorchester und Sol Gabetta (Haydn Concertante, Cellokonzert, Mozart)
  • Das Mahler-Chamber-Orchestra unter Andrew Manze mit Janine Jansen und Julian Rachlin (Mozart Concertante u.a.)
  • Il Giardino Armonico mit Giovanni Antonini (Sturm & Drang + Mozart)
  • Das Stuttgarter Kammerorchester mit Mozart & Tango (Nicolas Altstaedt, Cello)
  • Christian Zacharias und Mitglieder des Alban-Berg-Quartetts (Mozart & Schubert)
  • Die Kammerphilharmonie Bremen mit Wunderklarinettist Martin Fröst (Mozart u. a.)
  • Das BR-Symphoniekonzert mit Andras Schiff (Haydn & Mozart)
  • Das amerikanische Pianisten-Wunderkind Kid Armstrong (Bach, Mozart, Amrstrong)

Und natürlich tausend andere Sachen rundherum …

von Christian Kabitz

Bisher erschienen

I-Mein Mozartfest
II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
III-Eine kleine Nachtmusik
IV-Les petits riens
V-Aufgehende Sterne
VI-Mozart und Paris
VII-Kabitz trifft Hengelbrock
VIII-Die Suche nach dem Sturm und Drang Komponisten
IX-Randnotizen
X-Mozarts Posthorn-Serenade
XI-Nur noch neun Tage bis zum Eröffnungskonzert
XII-Mozarts Zauberkiste
XIII-Das Eröffnungskonzert
XIV-Chevalier de Saint George
XV-Himmel schenk uns noch einen sonnigen Abend
XVI-Ein kleiner Rückblick

Mozartfest Würzburg ¦ Ein kleiner Rückblick

Mittwoch, Juni 24th, 2009

Gestern  fand das zweite Mozart-Café mit Deutschlands namhaftestem Mozartforscher statt: Prof. Dr. Ulrich Konrad. Ich bewundere Menschen, die absolut druckreif formulieren Es war eine Sternstunde zum Thema: Wie spreche ich über Musikwissenschaft, ohne dass es im Geringsten langweilig wird. Herrlich!

Am Montag bereits Thomas Hengelbrock und „Balte” - seine Ensembles Balthasar-Neumann-Chor und Orchester - ein Traum. Der Chor singt Bachs Hohe Messe h-moll auswendig …

Am Sonntag in Amorbach, der berühmten Basilika, Helénè Schmitt mit der Barockvioline und Frédéric Désenclos (Schloßkirche Versailles) mit französischer Musik. Ich chauffierte Helénè durch Unterfranken - eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Fahrt. Leider gab es dann bei der Probe kleinere Intonationsprobleme zwischen Geige und der weltberühmte Stumm-Orgel - das Konzert habe ich nicht gehört, denn da war ich schon in Bronnbach zum Kinderkonzert mit Mozarts Zauberkiste.

Am Samstag war Premiere der „Zauberflöte” in unserem Stadttheater. Musikalisch beachtlicht. Bei der Zauberflöte musste ich mich für dreißig Minuten aus meiner Loge schleichen, um im Kaisersaal meinen Freund Albrecht Mayer zu begrüßen, der dort mit der Polnischen Kammerphilharmonie (excellent!) das Oboenkonzert spielte - er tut das so erzmusikalisch und natürlich technisch perfekt, dass das Publikum zu Recht aus dem Häuschen ist.

Arabella SteinbacherAm Donnerstag die Bamberger Symhoniker mit Arabella Steinbacher an der Violine. Ich kenne Arabella seit mehr als zehn Jahren, sie ist ja mit Julia Fischer und Anne-Sophie Mutter der „Violin-Export-Artikel” und konzertiert auf der ganzen Welt. Ihr Konzertkalender liest sich entsprechend spannend! Ludivic Morlot dirigierte einen wunderbaren Fauré und einen sehr anspruchsvollen Dutilleux. Anschließend Staatsempfang und die große Frage: Kommt Seehofer? Nein er kam nicht - er hatte Kabinett-Sitzung in München zur Rettung von Quelle. So vertrat ihn unsere Landtagspräsidentin, eine Würzburgerin und langjährige Mozartfest-Besucherin.

Am Dienstag vergangener Woche schließlich noch Mozart-Café mit Arabella Steinbacher - eine heitere, unkomplizierte, unglaublich liebenswerte Künstlerin, bei der man ständig das Gefühl hat, sie stehe etwas ungläubig neben ihrer eigenen Karriere. Eine wunderbare Geschichte zum Abschluss: Arabella spielt in Santa Fe an Weihnachten Katschaturians Violinkonzert, an Silvester soll das Konzert wiederholt werden, es schneit aber so immens, dass das Orchester an Silvester nicht anreisen kann. Ein Pianist wird gefunden, ein Ersatzprogramm vorbereitet, Arabella will Bachs große d-moll-Partita spielen. Sie hat die Noten nicht dabei, und um sich beim Konzert zu konzentrieren, schließt sie die Augen und spielt die 25 Minuten Bach großartig und fehlerfrei. Als sie die Augen blinzelnd öffnet, steht sie mit dem Rücken zum Publikum - während des konzentrierten Spiels ist sie, ohne es zu merken, langsam über die ganze Bühne gewandert …

Christian Kabitz

Bisher erschienen

I-Mein Mozartfest
II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
III-Eine kleine Nachtmusik
IV-Les petits riens
V-Aufgehende Sterne
VI-Mozart und Paris
VII-Kabitz trifft Hengelbrock
VIII-Die Suche nach dem Sturm und Drang Komponisten
IX-Randnotizen
X-Mozarts Posthorn-Serenade
XI-Nur noch neun Tage bis zum Eröffnungskonzert
XII-Mozarts Zauberkiste
XIII-Das Eröffnungskonzert
XIV-Chevalier de Saint George
XV-Himmel schenk uns noch einen sonnigen Abend

Mozartfest Würzburg ¦ Himmel, schenke uns noch einen sonnigen Abend

Mittwoch, Juni 17th, 2009

Immer mittwochs schreibt hier der künstlerische Leiter des Mozartfests Würzburg.

Wer hat die beste Wettervorhersage? Kachelmann, Flughafendienst oder doch wetter.de? Egal, sämtliche Internetquellen werden ab Sonntag früh alle halbe Stunden befragt wie das Orakel zu Delphi: Haben wir heute Abend Chancen auf eine trockene Nachtmusik?

Diese legendäre Nachtmusik - das Orchesterkonzert im Hofgarten der Residenz - gibt es seit der Gründung des Mozartfestes 1921. 800 Sitzplätze werden vorab verkauft, dazu gibt es bis zu 3000 Promenadenplätze, die allerdings nur bei gutem Wetter kurz vor dem Konzert vergeben werden; bei Regen wandern die 800 Privilegierten nebst Orchester in den nur 100 Meter entfernten Konzertsaal der Musikhochschule.

Was sich - ich gestehe: auch in meinen unbedarften Ohren - als nicht gerade dramatisch anhörte (man hat ja ein Ausweichquartier), entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein wirklich generalstabsmäßig organisiertes Großunternehmen, dem ein paar blöde Regentropfen komplett den Garaus machen. Schon am Nachmittag werden auf dem Rasen, dem nichts zuleide geschehen soll, riesige Holzplatten verlegt, darauf werden von mehreren Gabelstaplern gefühlte tausende von Stühlen verteilt, die Bühne fürs Orchester fügt sich zusammen, Fackeln sind bereitgestellt, Notenpulte mit Beleuchtung verkabelt, mindestens 60 Leute hämmern, elektrifizieren, räumen oder machen sonst was, nur für diesen Abend.

Um 18.30 Uhr kommt das Hochschulorchester zur Stellprobe. Ich habe mir ein spannendes Programm ausgesucht (eigentlich zu schwer für die wenigen Proben), und freue mich unbändig aufs Konzert, probiere ein paar komplizierte Tempoübergänge in Gershwins „Ein Amerikaner in Paris”, dann die Ouvertüre zu „Candide” von Bernstein, Paul Meyer, der Weltklasse-Klarinettist spielt mit den Streichern um die Wette die schönsten Stellen in Mozarts Klarinettenkonzert, und schließlich hangeln wir uns durch Mozarts Posthorn-Serenade, ein Riesenstück mit neun Sätzen!

Alle sind glücklich, dass sich der gigantische Aufwand gelohnt hat, das Wetter bleibt traumhaft, es ist eine Atmosphäre, wie sie sich bestimmt Hugo von Hofmannsthal bei seinem „Fest im Park” vorgestellt hat. Als ich kurz nach neun aufs Podest komme, meine ich, noch nie so viele Menschen im Hofgarten gesehen zu haben. Jeder Stuhl ist besetzt, und soweit das Auge reicht, stehen, sitzen oder liegen musikbegeisterte Promenaden-Besucher und lassen sich von unseren Tönen davontragen. Dass sich gegen zehn Uhr eine dunkle Wolke hinter der St. Johanniskirche zusammenzieht, bekomme ich nicht mit. Das Publikum will noch eine Zugabe, bekommt den ersten Satz der Kleinen Nachtmusik und dann ist dieses Ereignis zu Ende. Ich bin plötzlich völlig erschlagen, möchte gerne ganz alleine ein Riesenglas Bacchus trinken und Bauernbrot essen - und als ich gegen Mitternacht aus dem Lokal trete, sehe ich, dass es intensiv geregnet hat - heute hat der Himmel ein Einsehen gehabt und unsere Nachtmusik verschont.

Als ich am Montag zur Residenz gehe, um das Mozart-Caf vorzubereiten, schaue ich in den Hofgarten - nichts ist mehr zu sehen, als hätte ein Magier mal kurz die richtigen Worte gesprochen und schon ist der ganze Zauber vorbei. Am 28. Juni gibt’s noch eine Nachtmusik - da fängt wieder das Zittern und Daumendrücken an … Himmel, schenke uns noch einen sonnigen Abend!

Christian Kabitz

Bisher erschienen:

I-Mein Mozartfest
II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
III-Eine kleine Nachtmusik
IV-Les petits riens
V-Aufgehende Sterne
VI-Mozart und Paris
VII-Kabitz trifft Hengelbrock
VIII-Die Suche nach dem Sturm und Drang Komponisten
IX-Randnotizen
X-Mozarts Posthorn-Serenade
XI-Nur noch neun Tage bis zum Eröffnungskonzert
XII-Mozarts Zauberkiste
XIII- Das Eröffnungskonzert
XIV-Chevalier de Saint George