Archive for the ‘Museum’ Category

30 Seconds at MoMA

Dienstag, März 31st, 2009

Das New Yorker Museum of Modern Art präsentiert sich im neuen Look im Netz und ist  interaktiv geworden.  In der Sektion “Social Bar” können die Besucher  ihre Favoriten aus dem Bestand der digitalisierten Sammlung herunterladen, im Blog “MoMA-Voices” gibt es Künstlervideos zu sehen, die Kuratoren und Museumsmitarbeiter vorstellen, ferner gibt es einen Kalender mit Suchfunktion und natürlich fehlt auch der Verweis auf verschiedenen Online Communities nicht.  Besonders gut gefallen haben mir in dem Zusammenhang die als Serie angelegten Videos  “30 Seconds”. 30 Sekunden haben Freunde und Mitarbeiter des Museum Zeit, von ihren Eindrücken oder Ideen rund ums Museum zu berichten.  Und dabei kommen ganz spannende Geschichten zutage …

Und hier geht’s zur neu gestalteten MoMA-Homepage

Meeting MMK ¦ Yellow and Green

Dienstag, März 10th, 2009

Yellow and Green: Positionen aus der Sammlung des MMK heißt die aktuelle Ausstellung im Museum für Moderne Kunst Frankfurt, die vergangene Woche eröffnet wurde.

Sie hätte sich keinen besseren Einstieg für die erste Ausstellung in ihrem Amt als neue Direktorin wünschen können, betonte Dr. Susanne Gaensheimer bei der Eröffnung. Denn nachdem die Werke Murakamis ausgeräumt wurden, das Haus komplett leer war und einer „Frischekur” mit neuem Anstrich unterzogen wurde, konnten die Direktorin und ihr Team aus dem Vollen schöpfen. Ein Kunstbestand, der zirka 4.600 Werke umfasst, schlummerte im Depot und 150, zum Teil noch nie gezeigte,  Arbeiten sind jetzt zu sehen.

In den kommenden Jahren werden in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Schwerpunkte und Themen der Sammlung präsentiert. Werke aus verschiedenen Perioden von den 1960er Jahren bis heute und die unterschiedlichen Medien des 20. und 21. Jahrhunderts werden miteinander in Beziehung gesetzt.

Mit Yellow and Green (der Titel ist Roy Lichtensteins Werk “Yellow Green Brushstrokers” entlehnt) machen nun Werke aus den 1960er Jahren, denen zeitgenössische Arbeiten gegenübergestellt werden, den Anfang. Zu sehen sind Klassiker der amerikanischen Pop-Art wie etwa Claes Oldenburg und Andy Warhol, Positionen der Gegenwartskunst von Thomas Bayrle, Peter Fischli & David Weiss sowie Jeff Koons und neben minimalistischen Werken von Donald Judd, Lee Lozano, Blinky Palermo und Charlotte Posenenske sind Arbeiten der 1990er Jahre von Martin Boyce, Steven Parrino und Franz West zu sehen.

Absolut sehenswert, finde ich.

Chancen für die Museumsarbeit durch Laien

Mittwoch, Februar 25th, 2009

Ein Tweet von npo_vernetzt, in dem die Frage aufgeworfen wird, wie

„Profis (Experten) und freiwillige Helfer (zumeist Laien) kooperativ zusammenarbeiten können”,

brachte mich auf die Idee, diesbezüglich bei zwei Herren nachzufragen. Der eine, Peter Hartmann, hat vor 13 Jahren den Förderkreis Mindelheimer Museen gegründet, der andere, Christian Schedler ist der Kulturamtsleiter der Stadt und damit „Herr über fünf Museen”.

Gleich zu Beginn des Gesprächs erfuhr ich, dass Freundes- oder Förderkreise immer noch keine Selbstverständlichkeit sind. Was mich wirklich erstaunte, war die Tatsache, dass es immer noch Museumsleute gibt, die aufgrund der Angst vor der Einflussnahme erst gar kein Interesse an einem Freundeskreis haben.

Ganz anders in Mindelheim: Dort arbeiten seit 13 Jahren Förderkreis und Museen zusammen und es klappt außerordentlich gut. Doch das war nicht immer so, erinnern sich beide. Gerade anfangs gab es von Seiten des Museums bzw. der Mitarbeiter große Bedenken. Einwände wie „Laien haben in der Museumsarbeit nichts zu suchen” oder die Sorge, dass durch einen unsachgemäßen Umgang den Objekten etwas passieren könnte, mussten sich beide anhören. Auch Christian Schedler, der dem Vorhaben zwar aufgeschlossen gegenüberstand, hatte zunächst Bedenken, weil er von Kollegen an anderen Museen wusste, dass es teils zu starken Reibereien zwischen den jeweiligen Museumsvereinen und der hauptamtlichen Museumsleitung kam. Da sie diese Probleme von Anfang an vermeiden wollten, informierten sie sich, wo die Reibungsflächen lagen und stellten den Verein anders auf. Die Hartnäckigkeit mit der Peter Hartmann sein Vorhaben  trotz vieler Widerstände vorantrieb,  führte schließlich zum gewünschten Ziel.Von Anfang an war klar, dass der Förderkreis nicht in die operative und wissenschaftliche Arbeit eingreifen würde und andersherum ist kein Mitarbeiter des Museums im Förderkreis Mitglied.

Die Aufgabe der Ehrenamtlichen ist es, bei Auf- und Abbauarbeiten zu helfen, Transportfahrten zu übernehmen oder als Aufsichtspersonal zu fungieren. Auch das Einwerben von Spendengeldern oder den museumspädagogischen Dienst übernehmen die Ehrenamtlichen. Im vergangenen Jahr sind so zirka 1200 ehrenamtlich geleistete Stunden zusammengekommen.

Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe war und ist es auch, die Mindelheimer Museen ins „rechte Licht” der Öffentlichkeit zu rücken. Bis dahin waren die Museen selbst in der eigenen Stadt kaum bekannt. Seit der Gründung und Etablierung des Förderkreises hat sich dies maßgeblich zum Positiven verändert und die Museen sind viel stärker im öffentlichen Bewusstsein präsent. Und wenn man sich die Mitgliedszahlen so ansieht - 630 Mitglieder bei zirka 15.000 Einwohnern - können sie doch auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda so Einiges bewegen.

Im Glaspalast

Montag, Oktober 27th, 2008

Am Wochenende war ich in Augsburg und habe mir nun endlich den im Jahr 2006 eröffneten Glaspalast angesehen.

Äußerst sehenswert sind dort das H2 - Zentrum für Gegenwartskunst sowie als Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung die Staatsgalerie Moderne Kunst.

Den Charme dieses Museums macht meiner Meinung nach die beibehaltene Charakteristik des Industriebaus aus. Das Gebäude - eine ehemalige alte Baumwollspinnerei - wurde umgebaut und im Mai 2006 eröffnet. V. a. das H2 präsentiert sich in nur einem einzigen großen Raum sehr puristisch: hohe weiße Wänden, silberne Rohren unterhalb der Decke, schlanke Säulen und riesige Fensterfronten nach Süden und Norden.

Gezeigt werden abwechselnd der Sammlungsbestand der regionalen, überregionalen und internationalen Gegenwartskunst der Augsburger Kunstsammlungen als auch Sonderausstellungen. Derzeit werden mit „Die Sammlung Neue Kunst III”, so der Titel, u. a. Arbeiten aus der eigenen Sammlung gezeigt. In einer neuen Inszenierung sind Arbeiten der Jörg-Sasse-Schülerin Anastasia Khoroshilova, von Leta Peer, Felix Weinold oder Ruprecht Geiger zu sehen. Gleichzeitig findet noch die Sonderausstellung Danner-Preis 2008 statt.

Im gegenüberliegenden Flügel ist als Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlung Staatsgalerie Moderne Kunst im Glaspalast ebenfalls in einem einzigen großen Raum beheimatet. Gezeigt werden dort derzeit Skulpturen, die die plastische Auseinadersetzung mit dem menschlichen Körper in figurativer als auch in abstrakter Form thematisieren. Unter dem Ausstellungstitel „Von Balkenhorst bis Wachter” werden mehrere Generationen von Künstlern gezeigt. Die älteste Arbeit ist Marino Marinis „Reiter” von 1947, die jüngste stammt von Thomas Helbig und trägt den Titel Maschine (2004).

Zwei Kunstmuseen in einem Haus, die ich nur empfehlen kann.  Es war sicherlich nicht mein letzter Besuch im Glaspalast …