Kulturtipp ¦ Manieren

Den Ursprung und die Entwicklung unserer Umgangsformen seit dem Mittelalter beleuchtet das Focke-Musem derzeit in der Sonderausstellung Manieren.

Gezeigt werden über 200 hochwertige Exponate, darunter bedeutende Gemälde der europäischen Kunst, kostbare Porzellane und Silberschmiedearbeiten, Druckgrafiken und Fotografien sowie zahlreiche alltägliche, den Besuchern aus eigenem Erleben vertraute Gegenstände.

Neben Objekten aus den Beständen des Landesmuseums bereichern Leihgaben aus über 40 namhaften Museen und Institutionen, aus Firmen- und Privatbesitz die Ausstellung. Alle Exponate erzählen Geschichten von den Ursprüngen und Erscheinungsformen gesellschaftlicher Regeln und Tabus, vom Streben nach gefälliger Selbstdarstellung, von Rücksichtnahme und Distanzverlust, von Feinsinn und Rüpelei, von Peinlichkeitsschwellen und deren lustvollen Überschreitung, aber auch von Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung.

„Wir wollen keine Benimmregeln vermitteln. Die Ausstellung regt zum Nachdenken an, gibt aber auch den komischen Seiten der Etikette Raum.”, beschreibt Ausstellungskurator Dr. Urs Roeber das Anliegen der Ausstellung.

In 13 Kapiteln erfahren die Besucher die Kulturgeschichte unserer Umgangsformen. Den Auftakt bildet eine „Benimm-Bibliothek”. Rund um das Portrait des Aufklärers Adolph Freiherr Knigge stimmen Zitate aus 800 Jahren europäischer Etiketteliteratur auf das Thema ein. Neben Knigges Werk „Vom Umgang mit Menschen” aus dem Jahr 1788 zeugen Erstausgaben der wichtigsten Anstandsbücher seit dem Mittelalter von der langen Tradition der Gattung. In einem kleinen Kino werden Filmausschnitte zum Thema Benimmunterricht gezeigt. Ob Loriot oder Pippi Langstrumpf, hier findet sich allerhand Unterhaltsames.

In den anschließenden Bereichen wird ein Bogen von der Tischkultur über Themen wie Hygiene und Scham, das Verhalten im öffentlichen Raum, die Kultivierung schlechter Manieren, Galanterie, Haltung und Kommunikation bis hin zu Hierarchien und Abhängigkeiten gespannt. Am Ende des Ganges durch die „anständige Kulturgeschichte” fordert der letzte Ausstellungsbereich zur Würde des Menschen den Besucher auf, selbst Stellung zu beziehen.

Die Ausstellung ist noch bis 30. Mai im Focke-Museum zu sehen.

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5 Responses to “Kulturtipp ¦ Manieren”

  1. Thomas Buchener Says:

    Das ist sehr interessant, wenn man sich das Thema Manieren unter dem Gesichtspunkt seiner Geschichtlichkeit anschaut, so wie es diese Ausstellung im Focke-Museum offensichtlich tut. Dann merkt man, wieviel Willkür doch oft in diesen ach so “ehernen Regeln” steckt - und die sich einstellende Distanz lässt einen dann lockerer an das Thema rangehen.
    Hier gibt es einen schönen Artikel zu diesem Aspekt der Manieren:
    http://www.mahagoni-magazin.de/Stil-leben/als-die-manieren-laufen-lernten.html
    Viele Grüße
    Thomas

  2. Ulrike Schmid Says:

    Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank für den Hinweis

  3. Norbert Says:

    Und? Wollen wir uns die zusammen ansehen? :)

  4. Ulrike Schmid Says:

    Warum nicht? Weiß nur noch nicht, wann ich in eurer Ecke bin.

  5. Norbert Says:

    Würde mich freuen, wenn es klappt :).

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