Posts Tagged ‘Ausstellungstipp’

Kulturtipp ¦ Olafur Eliasson „Innen Stadt Außen“

Freitag, April 30th, 2010

Model room, 2003,Holz, Modelle, Maquetten, Prototypen in verschiedenen Materialien Maße variabel Olafur Eliasson in Zusammenarbeit mit Einar Thorsteinn  Foto: Jens Ziehe Courtesy the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York  © 2003 Olafur Eliasson

Model room, 2003, Olafur Eliasson in Zusammenarbeit mit Einar Thorsteinn Foto: Jens Ziehe Courtesy the artist © 2003 Olafur Eliasson

Innen Stadt Außen ist die erste Einzelausstellung des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson in einer Berliner Institution. Thematischer Ausgangspunkt der speziell für den Martin-Gropius-Bau konzipierten Ausstellung ist Olafur Eliassons enge Beziehung zu Berlin - der Stadt, in der er seit vielen Jahren lebt und arbeitet und in der er ein ungewöhnlich facettenreiches Atelier etabliert hat, das Recherche, Produktion und Lehre gleichsam miteinander verbindet. Seit 2008 hat er eine Professur an der Universität der Künste Berlin und leitet dort das Institut für Raumexperimente.

Nach zahlreichen internationalen Übersichtsausstellungen und Projekten - u. a. in London, New York, Kanazawa und Sydney - wird diese Ausstellung davon profitieren, dass Berlin Olafur Eliasson als Ort für Experimente mit Architektur und urbanen Strukturen offen steht. Durch zahlreiche neue, speziell für die Ausstellung realisierte Installationen wird der Martin-Gropius-Bau zum Schauplatz von Olafur Eliassons Praxis.

Innen Stadt Außen beschäftigt sich intensiv mit dem Verhältnis von Museum und Stadt, Architektur und Landschaft, sowie von Raum, Körper und Zeit. Die Entwicklung ortsbezogener Arbeiten für den musealen Kontext wird durch ephemere Projekte im öffentlichen Raum erweitert und kommentiert und verknüpft so den Martin-Gropius-Bau mit unterschiedlichen Orten innerhalb der Stadt.

Kuratiert wird die Ausstellung von Daniel Birnbaum, Kritiker, Ausstellungsmacher und (Noch-)Rektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule, Frankfurt und des angegliederten Portikus (dort ist übrigens eine Lichtinstallation, die speziell für das Dach des neuen Portikus konzipiert wurde seit zu sehen. Sichtbar wird sie erst bei Einbruch der Dunkelheit).

2009 leitete Birnbaum die 53.Internationale Kunstausstellung der Biennale Venedig. Künstler und Kurator verbindet eine langjährige Zusammenarbeit an Buchpublikationen, Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum, die bis in die 90er Jahre zurückreicht. Die Ausstellung Innen Stadt Außen ist bisher ihre umfassendste Kooperation und ist noch bis 9. August 2010 im Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Kulturtipp ¦ Das Wesen im Ding

Freitag, Februar 5th, 2010

Meine Empfehlung in dieser Woche gilt der Ausstellung „Das Wesen im Ding”, die ab heute im Frankfurter Kunstverein zu sehen ist. Die Gruppenausstellung kreist um Fragen der Mimesis, verstanden als nachahmende Darstellung der Wirklichkeit, und spürt der Rolle nach, die sie heute in künstlerischen Produktionen einnimmt.

Gezeigt werden Arbeiten der Künstler Nina Canell, Florian Haas, Till Krause, Bettina Lauck, Yoon Jean Lee, Egill Saebjörnsson und Andreas Wegner. Sie präsentieren unterschiedliche Methoden der Suche nach dem „(lebenden) Wesen im (leblosen) Ding”. Dabei bedienen sie sich einer formal zunächst ähnlichen Sprache: Sie zeigen zumeist Serien malerischer, fotografischer oder gefilmter Abbilder profaner Dinge wie Flaschen, Gläser, Eimer aber auch von Naturgegenständen wie Steinen, Pilzen, Blumen oder Früchten.

Ein paar Eindrücke:

Mittels verschiedener Beobachtungs- und Darstellungsmethoden stellen sie Versuche an, von der Gestalt eines Gegenstands auf dessen Wesen zu schließen. Auf diese Weise bringen sie aber auch grundsätzlich Neues hervor. So befragen die Arbeiten exemplarisch eine Verfasstheit von „realer Welt” und das Verhältnis des Betrachters zu ihr. Ergänzend zu den sieben Positionen werden einige Exponate aus der Sammlung des Museum der Dinge des Berliner Werkbundarchivs gezeigt.

Die Ausstellung  ist bis 25. April zu sehen. Mehr Informationen, auch zu den Vorträgen und Künstlergesprächen, gibt es auf der Homepage des Frankfurter Kunstvereins.

Kulturtipp ¦ George Grosz. Korrekt und anarchisch

Freitag, Januar 29th, 2010

Immer freitags gibt’s hier jetzt einen Kulturtipp. Den Anfang macht die Ausstellung „George Grosz. Korrekt und anarchisch”.

George Grosz, Frau im roten Mantel. Studie aus einem Skizzenbuch, 1925, 16,3 x 10,1 cm.Akademie der Künste, Kunstsammlung. © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

George Grosz, Frau im roten Mantel. Studie aus einem Skizzenbuch, 1925, 16,3 x 10,1 cm.Akademie der Künste, Kunstsammlung. © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Die Akademie der Künste stellt ihre reichen Bestände zu George Grosz, die sie in Kunstsammlung und Archiv bewahrt - und die bisher weitgehend der Forschung vorbehalten war -  erstmals umfassend öffentlich vor.

Die Ausstellung präsentiert exemplarisch die Vielfalt des Überlieferten: Zeichnungen, Collagen, Skizzenbücher, Korrespondenz, Dokumente, Fotografien, Druckgraphiken, Sammelwerke und Zeitschriften. Erstmals stellt die Akademie nahezu alle ihre 207 Skizzenbücher aus, erstmals auch die Folge aller 23 Porträtstudien zu Max Herrmann-Neisse sowie die collagierten Postkarten, die Grosz nach 1945 seinen Freunden John Heartfield, Paul Westheim und vor allem Otto Schmalhausen geschickt hat. Neben Zeichnungen und Mappenwerken werden auch Zeitschriften aus der Zeit der Weimarer Republik einbezogen, die Zeichnungen von Grosz publizierten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Grosz’ wenig bekannten Jugendzeichnungen, die erstmals umfassend gezeigt werden können. Die Fülle der im Archiv vorhandenen Materialien gibt der Forschung noch Stoff für viele Jahre.

Bis 5. April 2010 bietet sich nun die Gelegenheit, George Grosz als genialen Zeichner, politischen Künstler und engagierten Bürger neu bzw. wieder zu entdecken.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation „George Grosz montiert. Collagen 1917-1958″.

Berlin, Akademie der Künste. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage.