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Chancen der Bewegtbild-Kommunikation für Kultureinrichtungen

Freitag, November 28th, 2008

Der mündliche Kommentar von Matthias Röder von ccopal auf meinen Beitrag zu artsite.tv hat mich dazu angeregt dieses Thema noch einmal aufzugreifen auch deshalb, weil ich es äußerst spannend finde und ich mir derzeit überlege, wie ich es für meine Kunden nutzen kann.

Bewegtbild gewinnt bei Online-Redaktionen zunehmend an Bedeutung - das wissen wir mittlerweile alle. Keine Online-Tageszeitung kommt mehr ohne Fotostrecken aus - auch wenn hier die Motivation vermutlich eher bei der Generierung von Klick-Zahlen und damit einhergehender Anzeigenbuchungen liegt - und auch das eine oder andere Video ist zu finden. Interessant dabei ist, dass die Redakteure das Bildmaterial einfordern, aber nicht in der Lage, es selbst zu produzieren, da ihnen das nötige Know-how fehlt.

Ich teile mit Matthias Röder die Auffassung, das Bewegtbildkommunikation für den Kulturbereich noch mehr leisten kann und auch muss. Denn die Stärke des Mediums liegt darin, Interesse zu wecken. Kein Medium bietet bessere Möglichkeiten und Chancen, auch „Nicht-Kulturbeflissene” durch eine entsprechende Ansprache und Umsetzung inhaltlich und vor allem emotional zu erreichen. Für eh schon Kulturinteressierte kann es eine Motivation sein, beispielsweise eine Ausstellung zu besuchen. Die bis dato weniger Interessierten oder Laien führt man an neue Themen heran und verschafft damit einhergehend neuen Zielgruppen einen thematischen Zugang. Gibt es eine emotionalere Besucheransprache, als die, wenn ein Museumsdirektor, ein Kurator oder ein künstlerischer Leiter „von Angesicht zu Angesicht” voller Begeisterung über die neue Ausstellung oder die neueste Aufführung spricht? Man kann die Menschen kennenlernen, die normalerweise im Hintergrund agieren, kann Einblicke gewähren in die Entstehung einer Ausstellung - Making-off -, Probensituationen, Meisterkurse etc. Die Themen sind äußerst vielseitig. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass mich schon mancher Museumsdirektor durch seine Art der Führung für sich und „sein Haus” eingenommen hat.

Bewegtbild muss ja auch nicht auf die eigene Internetseite oder auf Online-Redakteure beschränkt belieben. Ich denke da an eine Zweitverwertung, in dem einerseits Sponsoren mit ins Boot geholt werden, die die Beiträge auch für ihre Kommunikation nutzen und andrerseits an TV-Sparten-/Lokalsender oder Unternehmenssender.

Und wie das Beispiel artsite.tv zeigt, kann gute Qualität auch durchaus für Kultureinrichtungen finanzierbar sein …

artsite.tv - Ein Beispiel für gutes Kunstfernsehen

Freitag, November 14th, 2008

Bewegtbild ist ja spätestens seit der Bewegtbildstudie 2008, die vergangene Woche erschien, wieder in aller Munde und noch mehr bei den PR-Leuten, denn laut dieser Studie (durchgeführt vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig), deckt die PR den Bewegtbild-Bedarf der Redaktionen bei Weitem nicht.

In dem Zusammenhang bin ich jetzt wieder auf artsite.tv gestoßen, ein aktuelles und redaktionell gestaltetes Kunstfernsehen im Internet, das, weil in Frankfurt ansässig, in erster Linie über das Kunstgeschehen von hier berichtet. Zu sehen gibt es Interviews etwa mit dem Ex-Museumsdirektor des MMK, Udo Kittelmann Berichte über aktuelle Ausstellungen sowie Interviews mit Galeristen oder Künstlern. Hinter den gut gemachten und sehr informativen Beiträgen steht ein Team, das von TV-Journalisten über Kunsthistoriker bis hin zu Film- und Kunststudenten in höheren Semestern reicht.

Der zweite Ansatz von artsite.tv ist, zu einer audio-visuellen Internet-Community für Kultur-Institutionen und ausgewählte freie Projekte zu werden. Damit entwickeln sich zu einem zukunftsweisenden Mischmodell für internetbasierte Medien: Sie liefern Inhalte, die kostengünstig aber von Journalistischen Profis redaktionell erstellt werden mit kritischer Distanz und handwerklichen Standards.

Und damit wären wir wieder beim Eingangsthema, dass der Bewegtbild-Bedarf der Redaktionen noch nicht gedeckt ist. Dank artsite.tv kann für PR-Agenturen, die den Schwerpunkt auf Kunst gelegt haben, Abhilfe geschaffen werden.

Ein Blick auf deren Seite lohnt sich allemal …