Kunstverein Familie Montez: My Generation - Gruppe 5
Dienstag, Januar 27th, 2009Am Wochenende zog es mich zum wiederholten Male zum Kunstverein Familie Montez in Frankfurt, wo der „fünfte Teil” von My Generation eröffnet wurde.
Ich mag diesen Ort, der so ganz und gar authentisch ist, der seine ganz eigene, etwas trashige, Atmosphäre und den Charme einer blühenden Off-Kultur besitzt. Damit ist er auch so ganz anders, als die übrigen „Kunstorte” in dieser Stadt. Der Kunstverein Villa Montez befindet sich in einem ehemaligen Lebensmittelmarkt inmitten der Stadt und die Räumlichkeiten zeugen noch von jener Zeit. Die ursprüngliche Architektur wurde belassen und so ist es äußerst interessant, hinab zu steigen ins Kellergewölbe, wo nicht nur dicke Steinmauern, sondern auch uralte riesige Weinfässer oder Relikte eines Lastenaufzugs an die ursprüngliche Nutzung erinnern. Ein recht „eigenwilliger modriger Duft” schlägt einem gleich beim Abstieg entgegen. Der Keller hat etwas Labyrinthisches, so viele unerwartete Abzweigungen, Treppen und Einbuchtungen finde ich. Sie alle sind bespielt mit Objekt-, Video- und Lichtinstallationen. Wieder zurück im Erdgeschoß - in der großflächigen Lagerhalle - spielt mittlerweile die Lola Montez Band.
Die Direktoren Anja Czioska und Mirek Macke sind Städelschulabsolventen. Das erklärt, weshalb viele der ausgestellten Arbeiten von namhaften und weniger namhaften Künstlern, die in Beziehung zur Städelschule stehen, stammen. In der aktuellen Schau sind etwa Positionen von Thomas Bayrle, Martin Liebscher, Phillip Zaiser, Christa Näher oder Caroline Krause, Anke Röhrscheid - deren kleinformatige Serie es mir besonders angetan hat -, Marko Lehanka oder von den „Hausherren” Anja Czioska und Mirek Macke selbst zu sehen.
Einen ersten Eindruck vom Kunstverein Familie Montez erhält man auf deren MySpace-Profil
Ach ja - wer dieser Tage dorthin gehen will, sollte sich etwas wärmer einpacken - Kunst braucht keine Heizung und insofern kann’s dort lausig kalt sein.




