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Nach der stART ist vor der stART ¦ Interview mit Karin Janner

Freitag, Dezember 18th, 2009

Über die stART.09 habe ich hier schon an verschieden Stellen berichtet. U.a. hatte ich im Vorfeld der stART.09 die Mitorganisatorinen, Karin Janner, bereits interviewt. Heute gibt sie einen ersten Einblick, was uns bei der stART.10 erwartet und auch welche Dimensionen die stARTconference mittlerweile  angenommen hat. Aus der Ursprungsidee eine Konferenz für Kultur & Web 2.0 zu organisieren ist längst mehr geworden …

1. Die stART.09 liegt schon wieder fast drei Monate hinter uns. Mit etwas Abstand betrachtet - Karin, wie lautet Dein Resümee?
Karin JannerEs hat sich gelohnt!
Wir haben unser Ziel, 500 Leute in Duisburg zum Thema Kultur + Web 2.0 zusammen zu trommeln, erreicht, haben viele Kulturleute zum ersten Mal mit dem Thema Web 2.0 in Berührung gebracht und Impulse zum Starten und Weitermachen gegeben.

Über die Verbindung Kultur + Web 2.0 war noch vor einem Jahr kaum etwas zu hören oder lesen, jetzt sind viele auf das Thema und die Möglichkeiten aufmerksam geworden, die sich dadurch für Kulturbetriebe ergeben.

Das merkt man z.B. auch daran, dass alle renommierten Zeitschriften aus dem Kulturbereich (z.B. die Neue Musikzeitung, Das Orchester oder Theatermanagement Aktuell) Informationen oder Berichte dazu bringen.

2. Wie geht’s jetzt weiter?
Wir hatten schon das erste Planungsmeeting in Berlin zur stART10, aber wir werden unter dem Label stART auch noch anderes bieten.

  • Am 1.+ 2. Mai wird in Essen das erste stARTcamp stattfinden - ein BarCamp bzw. ThemenCamp zu Kunst + Kultur.
  • Wir sind dabei, eine stART-Seminarschiene aufzubauen, z.B. mit dem Deutschen Bühnenverein und dem Nordkolleg Rendsburg.
  • Wir konnten einige interessante Partner dazugewinnen, mit denen wir gemeinsame Projekte planen, z.B. das Netzwerk Junge Ohren.
  • Neben unseren Weiterbildungsangeboten wollen wir Leute, die an der Schnittstelle Kunst/Kultur/Web tätig sind, vernetzen, damit sie miteinander und voneinander lernen, sich gegenseitig motivieren und gemeinsam vorwärts kommen. Dazu haben wir das Format stARTtogether ins Leben gerufen - lockere Zusammentreffen von am Thema Interessierten. Das erste stARTtogether fand im November in Berlin statt, wir wollen die stARTtogether Idee ähnlich SocialBars, Twittwochs und Webmontagen über das Bundesgebiet ausbreiten.
  • Unsere Website wollen wir zur umfassenden Informations- und Kommunikationsplattform zum Thema Kultur/Web 2.0 ausbauen. Dabei sollen auch unsere Leser, Besucher, Sprecher… in eigenen Beiträgen zu Wort kommen (ein paar Gastbeitäge gibt es schon, wir freuen uns über Themenvorschläge …)
  • Ein Relaunch unserer Website steht an, es gibt mittlerweile so viel Information drauf, dass es schon ziemlich unübersichtlich ist. Der Relaunch ist für Anfang Februar geplant.

3. Gibt es schon konkrete Pläne für die stART.10?
Ja, Ort + Termin steht: 9.+10. September 2010 wieder in der Merctorhalle Duisburg. Motto und Schwerpunktthema gibt es auch schon, das verraten wir Anfang Februar mit dem Call For Paper :-)

4. Ihr habt innerhalb eines Jahres die stARTconference hochgezogen. Wart ihr vom Erfolg selbst etwas überrascht?
Als Frank Tentler mich im Oktober 2008 angerufen hat und vorschlug, eine Konferenz zu Kultur + Web 2.0 mit 500 Besuchern durchzuführen, war ich etwas skeptisch. So viele Kulturleute interessieren sich doch gar nicht für das Web, dachte ich …

Doch bald wurde klar, dass wir zur richtigen Zeit mit dem richtigen Thema gekommen sind. Wir bekamen schon bald nach dem Start unserer Website + Blog im Februar 09 viel positives Feedback. Und auf den Call For Paper, der bis Ende März lief, meldeten sich so viele interessante Sprecher, das wir uns sehr schwer mir der Auswahl taten…

Der Ticketverkauf hat dann zwar eher schleppend begonnen, aber ab dem Sommer kräftig angezogen.

5. Was soll jetzt noch kommen? Ist eine Steigerung der Teilnehmerzahl überhaupt noch möglich oder gewünscht?
Auf der stART09 wurde positiv hervorgehoben, dass eine familiäre Atmosphäre herrschte. Es trafen viele Leute zusammen, die sich irgendwie kannten oder sich schon im Netz begegnet und nun neugierig auf ein Realtreffen waren.

Wir wollen keine anonyme Riesenveranstaltung werden, aber angesichts der Tatsache, dass nächstes Jahr Essen Kulturhauptstadt ist, können wir uns vorstellen, unser Kartenkontingent auf 750 Tickets zu erhöhen.

6. Was hast Du persönlich aus der stART.09 mitgenommen?
Ich habe viele interessante Leute kennen gelernt - wie zum Beispiel Dich.:-) - und so mein persönliches Netzwerk ausgebaut. Mit unserer Weiterbildungsschiene, aber auch mit Beratungsaufträgen und Projekten, die wir mit Partnern ins Leben rufen, ergeben sich gerade sehr spannende Dinge.

Und natürlich habe ich viel gelernt - denn auch ich habe noch nie mit Null Marketingbudget ein Projekt in dieser Größe auf die Beine gestellt - Marketing + PR nur über Social Media funktioniert also …

7. Im Internet habt ihr eine irre Resonanz erfahren. Wie sah es bei den Offlinern aus? Wie habt ihr diejenigen, die noch gar nicht oder kaum in Social Media unterwegs sind erreicht?
Da muss ich ehrlich agen: Das Erreichen der „Offliner” ist noch verbesserungswürdig - reine „Offliner” haben wir nicht so gut erreicht wie wir es gerne hätten.

Das lag daran, dass wir gar kein Budget für Marketing + PR hatten. Alle Anzeigen und PR-Artikel kamen über Mediankooperationen zustande, also Leistung gegen Leistung. Natürlich erreiche ich mehr Leute, wenn ich Geld in die Hand nehme und in allen relevanten Magazinen und Zeitungen Anzeigen schalte …

8. Ihr vier Hauptorganisatoren lebt in ganz verschiedenen Städten. Wie organisiert ihr euch? Wie muss man sich die Besprechungen vorstellen?
Wir hatten für die gesamte Organisation der stART09 nur 2 Realtreffen (eines im November 08, eines im Februar 09), nur beim ersten Treffen waren wir alle 4 anwesend …

Der Rest läuft über Skype (im Schnitt alle 2 Wochen Skype Konferenz), unser internes Projektblog, Wiki und Email. Das funktioniert ziemlich gut.

Karin, vielen Dank für das Interview.

Karin Janner betreibt das Kulturmarketingblog, das  NewMarketing Blog und das SPIELTZBlog.

Nachtrag: Sie ist auch die Hauptverantwortliche für das Blog der stARTconference

Zur stART.09 erscheint im März  2010 ein Tagungsband  im Transcript Verlag. Viele der Referenten (unter anderem ich auch) haben dafür die Präsentationen, die sie auf der stART.09 gehalten haben, aufbereitet. Herausgeber sind Dr. Hans Scheurer und Dr. Ralf Spiller, beide Professoren an der Macromedia Hochschule für Kommunikation (mit der die stARTconference eine Bildungspartnerschaft hat).

stART.09 ¦ Interview mit Karin Janner

Donnerstag, April 23rd, 2009

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Im September wird in Duisburg eine sehr interessante Konferenz stattfinden: Die stARTconference - eine Konferenz zu Kultur + Web 2.0. Veranstalter ist die Agentur 4_CULTURE in Zusammenarbeit mit den Duisburger Philharmonikern Ich habe nun Karin Janner von 4_CULTURE dazu befragt:

Karin, worum geht es bei der Konferenz genau?

Karin JannerBei der stART.09 geht es um Kunst/Kultur und das Web 2.0 - und zwar darum, wie Kulturbetriebe, Künstler und Kulturschaffende Blogs, Podcasts, Wikis, Twitter und andere Web 2.0-Tools nutzen können: Welche Einsatzgebiete es gibt, welche Chancen das „neue Internet” eröffnet und auch welche Risiken zu beachten sind.

Wo siehst Du denn die Einsatzgebiete des Web 2.0 im Kulturbereich? Wofür können Kultureinrichtungen oder Künstler diese Tools nutzen?
Einmal natürlich, um sich bekannt zu machen, neue (junge) Zielgruppen zu erschließen und mit Publikum, Förderern und Sponsoren ins Gespräch zu kommen. Also im Marketing, in der PR, im Fundraising und in der Sponsorenakquise. Da der Kulturbereich aktuell mit Herausforderungen wie Besucherrückgang, Überalterung des Publikums und Budgetkürzungen zu tun hat, sind hier neue Ansätze gesucht und gefragt.
Auch in der Kulturvermittlung können die Instrumente des Web 2.0 eingesetzt werden - man kann die Besucher aus dem Internet über multimediale Darstellung an das Thema einer Kultureinrichtung heranführen, über die Kommentarfunktion können sie Fragen stellen und auch untereinander kommunizieren.
Zu guter Letzt in der „Produktion” von Kunst und Kultur selbst. Es gibt schon spannende Projekte, die das Web 2.0 für kollaboratives Schaffen von Kunst nutzen.

Es gibt ja schon einige Konferenzen über Web 2.0, wie etwa die next in Hamburg, die picnic in Amsterdam oder Le Web in Paris - warum braucht der Kulturbereich eine eigene Konferenz zum Thema Web 2.0?
J
a, es gab bereits Konferenzen zum Thema Web 2.0 - aber keine, die sich mit den Chancen und Möglichkeiten auseinandersetzt, die das Web 2.0 speziell dem Kulturbereich bietet - und auch mit den Risiken.
Die Herausforderungen, Ziele und Prioritäten sind im Kulturbereich andere als z.B. im Konsumgüterbereich. Auch stehen Künstler, Musiker und Kulturschaffende dem Internet generell oft skeptisch gegenüber - besonders im Bereich der „Hochkultur”. Man muss sicher noch Vorbehalte abbauen - und natürlich ist nicht alles, was mit Web 2.0 zu tun hat, für den Kulturbereich geeignet.

Wen sprecht Ihr mit der stARTconference an, wen wollt Ihr damit erreichen?
Wir sprechen Künstler und Kulturschaffende an, Führungskräfte und Mitarbeiter von Kultureinrichtungen und aus der Kulturverwaltung, Leute aus der Medienbranche und der Kreativwirtschaft (z. B. Musikindustrie, Verlagswesen), Agenturen, die Kulturbetriebe beraten und betreuen, Veranstalter von Events und Festivals, Lehrende und Studenten von Kulturmanagement-Studiengängen - kurz: alle, die im Kulturbereich tätig sind oder sein werden und sich darüber informieren und austauschen wollen, wie sie das Web 2.0 in ihrer Arbeit zielführend einsetzen können.

Das sind recht unterschiedliche Zielgruppen, die wahrscheinlich nicht dieselben Schwerpunkte haben und auch nicht dieselben Vorkenntnisse in Bezug auf das Web 2.0 mitbringen. Ist es nicht schwierig, ein Programm zu bieten, das allen gerecht wird?
Ja, das ist schon eine Herausforderung. Einerseits bezüglich der Themen: Die Musikindustrie steht gegenwärtig vor anderen Problemen als öffentliche Kultureinrichtungen, Künstler haben andere Ziele als Leute aus der Kulturverwaltung. Andererseits bezüglich der Vorkenntnisse: Die einen bewegen sich souverän durch Social Networks, bloggen und twittern. Anderen sind die neuen Begriffe noch gar nicht geläufig und sie wissen nicht, was sie mit den Web 2.0-Tools anfangen können. Wir werden für jede unserer Zielgruppen aktuelle Kernthemen bringen, aber bei allen Unterschieden: es gibt genug Themen, die für alle interessant sind.
Und um den Web 2.0-Neulingen den Einstieg zu erleichtern, habe ich auf dem Konferenz-Blog eine Serie gestartet: Web 2.0 im Kulturbereich - Basiswissen. Dort erkläre ich jeden Montag Grundbegriffe und gebe Anwendungsbeispiele - bis zur Konferenz.

Apropos Konferenzblog: Ich nehme an, dass ihr selbst im Marketing und für die PR auch das Web 2.0 nutzen werdet?
Ja, unsere Website mit integriertem Blog ist seit Februar online. Außerdem gehen wir in Social Networks und haben bereits Gruppen oder Seiten auf Facebook, Xing, Friendfeed, Soup, Lifestream, YouTube, Vimeo, Flickr, und Delicious.
Erfreulich ist, dass auf Xing und in unserem Blog bereits die User nicht nur mit uns, sondern auch schon untereinander diskutieren. Natürlich nutzen wir auch Twitter, wo wir schon über 2.000 Followers haben.

Zu den Sprechern und Themen: Was wird uns denn erwarten?
Wir achten auf eine gute Mischung der Themen und hohe Qualität bei den Sprechern. Es werden international bekannte Keynote-Speaker wie z.B. Gerd Leonhard kommen, sowie Praktiker, die die Web 2.0-Aktivitäten ihrer Kultureinrichtungen vorstellen (neben den Duisburger Philharmonikern sind das z.B. Kerstin Schilling/Berliner Festspiele und Daniela Bamberger/Städel Museum). Auf Deinen Vortrag über die Social Media Strategie der Kronberg Academy bin ich natürlich auch schon gespannt!
Wir werden uns aktuellen Web 2.0-Hypes widmen. Nicole Simon, Autorin des Twitter Buches „Mit 140 Zeichen zum Web 2.0″ wird einen Twitter-Workshop geben. Wir werden aber auch Hintergrundberichte zur wissenschaftlichen Untermauerung anbieten wie etwa von Simon A. Frank vom Institut für Kulturmanagement Ludwigsburg, der über User generated Culture srechen wird. Es wird also nicht nur darum gehen, welche „Knöpfe” man drücken kann, damit etwas passiert, sondern warum man sie drücken sollte und welche Überlegungen dahinter stecken.
Das Programm steht mittlerweile großteils, die Sprecher und ihre Themen werden wir ab der nächsten Woche ausführlich in unserem Blog vorstellen.

Gibt es denn schon Tickets, wie viele und was kosten sie?
Der Ticket-Verkauf hat im April gestartet. Wir haben ein Kontingent von 500 Tickets, mehr Leute passen nicht in den Konferenzsaal.
Super Early Bird Tickets kosten 290 Euro, die regulären Tickets dann 590. Für Besucher von Partnerveranstaltungen sowie für Gruppen (ab 2 Personen) und Studenten gibt es zusätzliche Ermäßigungen (Partnerveranstaltungen und Gruppen -20% und Studenten 230 Euro). Die Tickets kann man über unseren Vertriebspartner Amiando im Internet kaufen.

Die Preise sind ungewöhnlich hoch für eine Konferenz im Kulturbereich …
Das stimmt, aber dazu muss man sagen: Konferenzen dieser Art gab es im Kulturbereich bisher nicht. Üblich sind Tagungen mit 10 - 15 Programmpunkten, gefördert z.B. von Landesverbänden. Bei uns wird es um die 50 Sprecher geben, die parallel Vorträge oder Workshops halten - Förderungen bekommen wir keine, dazu ist das Thema noch zu neu.
Die ganze Veranstaltung wird auch im Cyberspace (Open Simulator, die Open Source Variante von Second Life) stattfinden, wo Teilnehmer von überall auf der Welt partizipieren können. Wir betreiben bereits jetzt ein Blog, eine Xing-Gruppe usw., in denen wir über die Möglichkeiten des Web 2.0 im Kulturbereich informieren, diskutieren (3 - 4 Fachbeiträge in der Woche, über Monate) und konkrete Hilfestellungen zum Thema bieten. Das alles ist sehr aufwändig und verursacht natürlich höhere Kosten als eine herkömmliche Kulturmanagement-Tagung.
Den Kosten für die Besucher steht ein hoher Nutzen entgegen: Innovative Modelle der Kulturfinanzierung, das Erschließen junger Zielgruppen, Besucherbindung oder interessante Geschäftsmodelle für Branchen, die sich gerade neu erfinden müssen (wie z.B. die Musikindustrie und die Medienbranche) - bekommt man hier neue Perspektiven, hat man das Geld für die Konferenz schnell wieder drinnen.
Dass die Instrumente des Web 2.0 - richtig eingesetzt - enorm viel bewirken können, machen ja gerade die Duisburger Philharmoniker vor, mit einer Besuchersteigerung im 2-stelligen Prozent-Bereich seit Beginn des Projektes „Philharmonie 2.0″ und einer vollends ausverkauften Spielzeit. Die „klassischen” Web 2.0-Konferenzen kosten übrigens bei weitem mehr: Z. B. die next 820 Euro oder Le Web über 2.000 Euro.

Karin, vielen Dank für das ausführliche Interview. Ich freue mich schon sehr auf die Konferenz und natürlich auch, dass ich als Sprecherin über die Erfahrungen, die die Kronberg Academy mit ihren Web 2.0-Maßnahmen gemacht hat, berichten darf. Es wird sicherlich ein sehr spannende Konferenz!

Und hier noch mal alle Links auf eine Blick:
stARTconference Website/ Blog

stARTconference Netzwerke, in denen Sie mit uns diskutieren oder sich auch einfach nur informieren können:

  • Twitter
  • Facebook
  • Xing
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  • stARTconference Ticketshop / Amiando