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Chancen für die Museumsarbeit durch Laien

Mittwoch, Februar 25th, 2009

Ein Tweet von npo_vernetzt, in dem die Frage aufgeworfen wird, wie

„Profis (Experten) und freiwillige Helfer (zumeist Laien) kooperativ zusammenarbeiten können”,

brachte mich auf die Idee, diesbezüglich bei zwei Herren nachzufragen. Der eine, Peter Hartmann, hat vor 13 Jahren den Förderkreis Mindelheimer Museen gegründet, der andere, Christian Schedler ist der Kulturamtsleiter der Stadt und damit „Herr über fünf Museen”.

Gleich zu Beginn des Gesprächs erfuhr ich, dass Freundes- oder Förderkreise immer noch keine Selbstverständlichkeit sind. Was mich wirklich erstaunte, war die Tatsache, dass es immer noch Museumsleute gibt, die aufgrund der Angst vor der Einflussnahme erst gar kein Interesse an einem Freundeskreis haben.

Ganz anders in Mindelheim: Dort arbeiten seit 13 Jahren Förderkreis und Museen zusammen und es klappt außerordentlich gut. Doch das war nicht immer so, erinnern sich beide. Gerade anfangs gab es von Seiten des Museums bzw. der Mitarbeiter große Bedenken. Einwände wie „Laien haben in der Museumsarbeit nichts zu suchen” oder die Sorge, dass durch einen unsachgemäßen Umgang den Objekten etwas passieren könnte, mussten sich beide anhören. Auch Christian Schedler, der dem Vorhaben zwar aufgeschlossen gegenüberstand, hatte zunächst Bedenken, weil er von Kollegen an anderen Museen wusste, dass es teils zu starken Reibereien zwischen den jeweiligen Museumsvereinen und der hauptamtlichen Museumsleitung kam. Da sie diese Probleme von Anfang an vermeiden wollten, informierten sie sich, wo die Reibungsflächen lagen und stellten den Verein anders auf. Die Hartnäckigkeit mit der Peter Hartmann sein Vorhaben  trotz vieler Widerstände vorantrieb,  führte schließlich zum gewünschten Ziel.Von Anfang an war klar, dass der Förderkreis nicht in die operative und wissenschaftliche Arbeit eingreifen würde und andersherum ist kein Mitarbeiter des Museums im Förderkreis Mitglied.

Die Aufgabe der Ehrenamtlichen ist es, bei Auf- und Abbauarbeiten zu helfen, Transportfahrten zu übernehmen oder als Aufsichtspersonal zu fungieren. Auch das Einwerben von Spendengeldern oder den museumspädagogischen Dienst übernehmen die Ehrenamtlichen. Im vergangenen Jahr sind so zirka 1200 ehrenamtlich geleistete Stunden zusammengekommen.

Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe war und ist es auch, die Mindelheimer Museen ins „rechte Licht” der Öffentlichkeit zu rücken. Bis dahin waren die Museen selbst in der eigenen Stadt kaum bekannt. Seit der Gründung und Etablierung des Förderkreises hat sich dies maßgeblich zum Positiven verändert und die Museen sind viel stärker im öffentlichen Bewusstsein präsent. Und wenn man sich die Mitgliedszahlen so ansieht - 630 Mitglieder bei zirka 15.000 Einwohnern - können sie doch auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda so Einiges bewegen.