Mozartfest Würzburg | Aufgehende Sterne
Mittwoch, April 8th, 2009Letzten Mittwoch, am 1. April, wurde der Kartenvorverkauf eröffnet - und mein Traum mit dem mittelgroßen Gedrängel ist wahr geworden! Es gab schon um 9.40 Uhr eine kleine Schlange - und als sich dann pünktlich um zehn die Tür öffnete, waren alle Wartenden sehr angetan von unserem schmucken Interieur.
Seit dem 1. März haben wir erstmals in der Geschichte des Mozartfestes eine hauptamtliche Geschäftsführerin - das verdanken wir unserem sehr rührigen Kulturreferenten Muchtar Al Ghusain, der sich das Fortbestehen des Mozartfestes auf hohem, höchstem Niveau schon sehr früh zur Chefsache gemacht hat. Die gelernte Hornistin Karin Rawe (das ist gut, wenn jemand von der Musik kommt!) ist nun zuständig für das gesamte organisatorische und finanzielle Umfeld des Festivals. Sie war zuletzt Orchesterdirektorin an der Staatsoper Hannover und ist damit bestens vorbereitet für ihre jetzige Aufgabe. Für mich ist das wunderbar - ich kann mich nun ganz auf die künstlerische Seite des Festes konzentrieren! Sie übernimmt die Verhandlungen über Gagen etc. und ich darf herrliche Programme entwerfen.
Im Moment fahren wir im Büro ein seltsames zweigleisiges Programm - auf der einen Seite, rückt das Mozartfest 2009 mit Riesenschritten näher, und da gibt es unendlich viel zu bedenken und zu organisieren, auf der anderen Seite ist das Festival 2010 in der spannenden Phase der Gestaltwerdung: Unsere Hauptveranstaltungen stehen samt Terminen mittlerweile fest: Thomas Hengelbrock mit vier Konzerten, das Basler Kammerorchester, Echopreis-gekrönt mit Sol Gabetta, das Mahler-Chamber-Orchester (wenn wir Glück haben) mit Janine Jansen, auf jeden Fall das BR-Symphonie-Orchester mit Andras Schiff und Il Giardino Armonico mit Giovanni Antonini, bei den Kammermusikern Christian Zacharias und Mitglieder des Alban-Berg-Quartetts, das amerikanische Wunderkind Kit Armstrong am Klavier, die Singphoniker in einem Kirchenkonzert, das Aviv-Quartett aus Israel, Herbert Rosendorfer (einer meiner Lieblingsautoren) mit einer Lesung und und und - das Mozartfest 2010 verspricht, wunderbar zu werden!
Dazu viele Kinderkonzerte, die ich allesamt selbst gestalten will, ein Familien-Nachmittag mit Mozart auf unserer Festung Marienberg, ein Tag voll Musik auf allen (oder fast allen) Plätzen in Würzburg, ein großes „Fest im Park” in unserem Hofgarten hinter der Residenz, eine neue Reihe „Aufgehende Sterne” (Elke Kuhn hat erfolgreich gegen die englischen „rising stars” und für den schöneren deutschen Titel votiert). Und demnächst mehr von Elke Kuhn …
von Christian Kabitz
Bisher erschienen:
I-Mein Mozartfest
II-Die angenehmen Seiten eines Festivalleiters
III-Eine kleine Nachtmusik
IV-Les petits riens
Natürlich: die großen Symphoniekonzerte im Kaisersaal sind rappelvoll, unsere Erfindung der Doppelkonzerte wird sehr gut angenommen (um 20.30 Uhr können 300 Leute im Kaisersaal ein größeres Ensemble hören, parallel können 300 Leute im Gartensaal ein Klavierquartett hören - nach der Pause tauscht man die Säle und hat an einem Abend zwei unterschiedliche Programme genießen können). Und die Mozartnächte, in denen von halb acht Uhr abends bis fast Mitternacht in allen Räumen der Residenz Musik gemacht wird, sind ebenfalls gut gebucht. Aber es gibt so eine Art magische Zahl: 23.000 Besucher sollten es 2009 schon sein, - und weil ich neu bin in diesem Amt, erwartet man von mir, dass ich das wenigstens erreiche, wenn nicht gar toppe.
Ich erinnere mich, dass es in den achtziger Jahren noch ein Event war, wenn Damen in lang und Herren im Smoking auf dem Kopfsteinpflaster vor der Residenz „bella figura” machten (oder es zumindest versuchten).



