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Murakami im MMK Frankfurt am Main

Mittwoch, Oktober 1st, 2008

Am Freitag war ich, wie viele andere hunderte Frankfurter auch, bei der Ausstellungseröffnung MURAKAMI MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Wochenlang war es geschlossen. Endlich nun sollte die Show, um die im Vorfeld ein riesen Spektakel gemacht wurde, eröffnet werden. Klar, dass ich also mit einer Freundin auch da war.

Du sollst keine andere Kunst außer der von Murakami sehen, lautet die Devise und so wurde das komplette Haus leer geräumt und nur der Kunst Takashi Murakami gewidmet. Das Auge wird einer Fülle von bunten Installationen, Filmen, Bildern, Figuren und Skulpturen ausgesetzt. Motive der Popkultur verbinden sich mit stilistischen Merkmalen traditioneller japanischer Kunst wie Flächigkeit, Muster und Ornamente, so die Beschreibung des Einladungstexts zur Eröffnung.

Was kann ich nun zur Ausstellung sagen? Ehrlich gesagt, ich finde (noch) keinen Zugang.� Ein schlauer “Museumsmann” hat mir mal gesagt, ich solle mir immer mit einer Begleitung eine Ausstellung ansehen. Denn durch den Gedankenaustausch, die Beschreibungen und die Fragen, die das Werk aufwirft, kann das Kunstwerk nicht nur entschlüsselt werden, sondern es können für mich ganz neue Aspekte zutage treten. Gesagt, getan.

Doch obwohl ich nun in Britta eine Begleiterin hatte, die von den Arbeiten überaus begeistert ist, wir uns rege ausgetauscht haben, sie äußerst interessante Details in den Arbeiten sah, die ich so nicht gesehen habe, bekomme ich keinen Bezug zu Murakamis Kunst. Der Funke will nicht überspringen.

Noch bin ich aber ganz optimistisch, dass ich in den nächsten drei Monaten doch noch einen Zugang finde …

Mein Kunstabenteuer

Montag, September 22nd, 2008

Mein liebstes Projekt – Mein Kunstabenteuer – ging am Freitag mit der Prämierung der Kunstabenteurerin 2008 zu Ende. Dieses Projekt, das mich nun knapp ein Jahr – von der ersten Idee, über die Konzeption bis zur Umsetzung – begleitet hat, will ich nun an dieser Stelle vorstellen.

Was verbirgt sich dahinter?

Die Idee zu diesem Projekt entstand, weil eines der fünf Mindelheimer Museen – das Heimatmuseum – ein Schattendasein führt. Untergebracht in einem ehemaligen Kloster birgt es zwar zirka 20.000 Exponate, die personelle und damit auch finanzielle Situation der Stadt lässt allerdings nur Öffnungszeiten am Donnerstagnachmittag und an jedem zweiten Sonntag im Monat zu. Nicht nur, aber auch, deshalb soll das Museum ins Jesuitenkolleg umziehen, wo sich bereits drei andere Museen befinden.

Um die Bevölkerung dennoch für dieses Museum und seine Schätze zu begeistern, wurde das Projekt „Mein Kunstabenteuer“ ins Leben gerufen. Der Kulturamtsleiter Christian Schedler war sofort von meiner Idee begeistert. Auch der Chefredakteur der örtlichen Tageszeitung, Johann Stoll, war bereit als Dritter im Bunde der Kooperationspartner alle zwei Wochen einen Platz für einen Artikel in der Mindelheimer Zeitung bereit zu stellen.

Die Idee

Idee des Projekts war es, dass „Leute, wie du und ich“ ins Heimatmuseum gehen, sich ein Objekt aussuchen, begründen weshalb ihnen dieses Werk so gut gefällt und sich mit ihm fotografieren lassen. Die Erklärungen wurden redaktionell überarbeitet und im vierzehntägigen Rhythmus mit Foto veröffentlicht. Zeitversetzt wurden die einzelnen Kunstabenteuer noch auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite der Stadt eingestellt. Am Ende waren es 16 Kunstabenteurer, die ganz unterschiedliche Objekte entdeckt hatten: Von Schmuck, über Möbel und Gemälde bis hin zu Skulpturen und Spielzeugen.

Nutzen für das Museum

Einerseits stiegen die Besucherzahlen an. Die Besucher nahmen den Artikel als Anlass endlich ins Museum zu gehen und waren schon vorab gut informiert. Gleichzeitig war das Heimatmuseum über sechs Monate regelmäßig in der Zeitung. Das Heimatmuseum war im Gespräch. Menschen, die ansonsten nichts oder nur wenig mit Kultur zu tun haben, lasen plötzlich die Geschichten, welche die Kunstabenteurer erlebt hatten. Teils weil sie die betreffende Person kannten, das Foto ansprechend war oder auch nur weil der „gehobene Schatz“ das Interesse weckte. Ehrlich gesagt, war für mich das Schönste, dass gerade die „Nicht-Kulturbeflissenen“ sich dadurch angesprochen fühlten. Ganz bewusst hatten wir keine hoch-wissenschaftlichen Abhandlungen geschrieben. Die Eindrücke der jeweiligen Personen waren viel wichtiger, ergänzt durch ein paar Daten und Fakten zum jeweiligen Objekt. Es wurden Geschichten erzählt und Einblicke in manch privaten Gedanken der Kunstabenteurer gewährt.

Das Ende

Mit der achtjährigen Julia wurde am Freitagabend eine Kunstabenteurerin prämiert, wie wir es uns als Organisatoren nicht besser hätten wünschen können. Für Julia war es nämlich damals im März der allererste Besuch eines Mindelheimer Museums. Als Preis hat sie einen Erlebnistag, den sie gemeinsam mit Freunden im Museum verbringen darf, gewonnen. Dass Julia sich auf ihren nächsten Museumsbesuch schon sehr freut, versteht sich da fast schon von selbst. Und ob das Ende jetzt der Anfang einer großen Museumsfreundschaft wird, wird sich zeigen …