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Ausstellungstipp ¦ Preußens Eros – Preußens Musen. Frauenbilder aus Brandenburg-Preußen

Freitag, September 24th, 2010

Im Rahmen des Themenjahres “Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg-Preußen” von Kulturland Brandenburg zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam derzeit die Sonderausstellung Preußens Eros - Preußens Musen. Frauenbilder aus Brandenburg-Preußen.

Antoine Pesne: Barbara Campanini, gen. "La Barbarina"  um 1745, Öl auf Leinwand.

Antoine Pesne: Barbara Campanini, gen. "La Barbarina" um 1745, Öl auf Leinwand.

Die Ausstellung präsentiert in 50 Meisterwerken europäischer Porträtkunst erstmals eine auf Brandenburg-Preußen bezogene Geschichte des weiblichen Bildnisses. Sie eröffnet damit einen ungewohnten Blick auf ein Land, dessen Name in der Geschichte zum Synonym männlich-militärischer Prägungen geworden ist und in dem Frauen - mit wenigen Ausnahmen - eine untergeordnete Rolle spielten.

Zum imaginären Dialog versammelt sich eine illustre Gesellschaft von Charakteren, Schönheiten und Musen aus vier Jahrhunderten: Königinnen und Mätressen, Hofdamen und Bürgerinnen, Salondamen und Musen, Künstlerinnen und Filmdiven. Die Auswahl der Bildnisse reicht von den Standesporträts des Barock bis hin zum Star-Foto der 1920er Jahre, von der ersten “Königin in Preußen”, Sophie Charlotte, bis zu Marlene Dietrich. In ihren Porträts spiegeln sich Persönlichkeit und Lebensgeschichte, sozialer Status und Geschlechterrolle, aber auch der sich verändernde künstlerische Blick von Malerinnen und Malern, die das Antlitz ihrer Epoche mit geprägt haben. Prominente, aber auch zu Unrecht fast vergessene Frauenbiografien werden im Bild lebendig. Sie erzählen von der höfischen Kultur Preußens, der bürgerlichen Welt des 19. Jahrhunderts, der Berliner Bohème um 1900 und von veränderten Frauenrollen während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus.

Die Ausstellung versammelt Werke der besten Porträtisten ihrer Zeit:  Antoine Pesne, Anna Dorothea Therbusch, Anton Graff, Carl Wilhelm Wach, Franz von Lenbach, Sabine Graef-Lepsius, Lovis Corinth, Max Slevogt, Charlotte Berend, Hanna Höch, Jeanne Mammen, Lotte Laserstein u. a.

Leihgeber sind unter anderem die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stiftung Stadtmuseum Berlin, die Nationalgalerie Berlin, die Berlinische Galerie, die Deutsche Kinemathek, die Hessische Hausstiftung, Kronberg, die Raczynski-Stiftung am Muzeum Narodowe (Nationalmuseum) in Poznan und private Leihgeber.

Die Ausstellung ist von heute an bis 2. Januar im Kutschstall, Am Neuen Markt in Potsdam zu sehen. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des HBPG.

Porträts der Frühen Neuzeit im Netz

Dienstag, August 25th, 2009

Über 200.000 Porträts wird das Bildarchiv Foto Marburg erschließen und online publizieren. Das Projekt “Digitaler Porträtindex druckgraphischer Bildnisse der Frühen Neuzeit” wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt und ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Ziel ist es, eine möglichst große, repräsentative Auswahl druckgraphischer Porträts der Frühen Neuzeit aus  öffentlichen deutschen und österreichischen Sammlungen systematisch zu erschließen. Gleichzeitig werden die Porträts als ein sammlungsübergreifender, illustrierter digitaler Verbundkatalog im Internet frei zugänglich eingestellt. Die Porträts - meist  Kupferstiche und Holzschnitte -  stellen bedeutenden Fürsten, Geistliche und Gelehrten der europäischen Länder dar.

“Der Digitale Porträtindex wird es den Kulturwissenschaften erheblich erleichtern, über Personen, Stände, Gruppen und Ereignisse der Frühen Neuzeit zu forschen”,

sagt Prof. Dr. Hubert Locher, der wissenschaftliche Direktor des Bildarchivs Foto Marburg, das der Philipps-Universität angegliedert ist.

Bereits Mitte nächsten Jahres soll der Porträtindex mit den ersten 130.000 Bildern und Daten online gehen. Na, da schlägt mein “Frühe Neuzeit- Herz”  höher.