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Ausstellungstipp ¦ Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Gipfeltreffen des europäischen Porzellans

Freitag, August 6th, 2010

Suppenterrine, Service "Mare Nostrum", PM Nymphenburg 1760/19281Eine der größten und umfangreichsten Porzellanausstellung, die jemals in Europa zu sehen war, findet derzeit im Porzellanikon in Selb und Hohenberg an der Eger statt. Rund 1000 Exponate, darunter Leihgaben von 100 Museen und Sammlungen aus 17 Nationen, ergänzen die Stücke aus den eigenen Museumsbeständen. Die Ausstellung zeigt damit einen weltweit einmaligen und spannend inszenierten Überblick über die Entwicklung des europäischen Porzellans von 1710 bis heute. Darunter Porzellane, die es weltweit nur noch einmal gibt.

„Wir kooperieren mit Institutionen wie dem Metropolitan Museum aus New York, dem russischen Peterhof aus Petersburg, dem Louvre in Paris, dem Maritim Museum Helsinki, dem Victoria and Albert Museum aus London und zahlreichen bedeutenden Privatsammlungen. Es freut uns sehr, dass wir mit diesen großen Häusern zusammenarbeiten - dies unterstreicht unsere Bedeutung als größtes Porzellanmuseum Europas”, so der Direktor des Porzellanikons, Wilhelm Siemen.

Im Porzellanikon Hohenberg a.d. Eger sind nun atemberaubende und weltweit einmalige Ankerstücke der europäischen Porzellanentwicklung vom Barock bis zum Art Déco in atmosphärisch dichten und einfühlsamen Farbkonzepten und Ausstellungsarchitekturen präsentiert. „Was man hier zusammengetragen hat, ist überwältigen!” gab sich der Leiter des Museums im Schloss Fürstenberg Thomas Krueger begeistert.

Im Porzellanikon Selb endet die chronologische Zeitreise. Statt dessen werden die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten des facettenreichen Werkstoffes aufgezeigt. Das Prädikat “Spitzenklasse! Das geht nicht besser!” vergab Prof. Dr. Florian Hufnagel, Direktor der Neuen Sammlung München, beispielsweise für den Ausstellungsteil „300tX”, der die Ideen junger Studierender und Absolventen an europäische Hochschulen zum Thema Porzellan zeigt. Kurator ist hier Prof. Hubert Kittel von der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle.

Unter den Leihgaben befinden sich häufig sehr persönliche Gegenstände, wie etwa ein Teller von Napoleon Bonaparte, dessen Dekor er selbst festlegte, ein Stück Medici-Porzellan, das Bidet der Kaiserin Elisabeth „Sisi” oder ein noch nie ausgeliehenes Eierschalenporzellan aus der European Hall of Porcelain.

„Wir zeigen herausragende historische Ankerstücke der europäischen Porzellangeschichte”, erläutert Wilhelm Siemen. „Genauso spannend aber sind die Stücke internationaler Designikonen der Moderne oder aber die Arbeiten von Künstlern wie Tobias Rehberger, Cindy Sherman oder Marcel Wanders, die teilweise eigens für die Ausstellung realisiert wurden.

Die Ausstellung ist noch bis 2. November 2010 im Porzellanikon Selb und in Hohenberg a.d.Eger zu sehen.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es hier.