Posts Tagged ‘Social Media’

Studie Museen und Orchester im Social Web ¦ 2 Allgemeine Beobachtungen

Donnerstag, Februar 18th, 2010

Pfefferminzmuseum

Pfefferminzmuseum

Museen abseits des Mainstreams
Bei der Auswahl der Museen und Orchester hätte ich mir die Arbeit erleichtern können, indem ich einfach bei den einzelnen Kanälen (Twitter, Facebook, YouTube, Flickr etc.) nachgesehen hätte, wer welchen Kanal nutzt und nicht umgekehrt. Also erst Museen und Orchester festlegen, um dann zu sehen, wer welchen Kanal nutzt.

Mir wäre einiges Interessante verborgen geblieben. Etwa die Fülle der Museen in Deutschland insgesamt, dass es kaum eine Stadt ohne Heimatmuseum gibt, dass die Dichte der Museen v. a. in Westdeutschland sehr hoch ist. Auch war ich überrascht ob der Kategorie der Museen: Bratwurstmuseum, Kartoffelmuseum, Schnapsmuseum, Artistenmuseum, Lügenmuseum, Pfefferminzmuseum, um nur einige Museen abseits des Mainstreams zu nennen. Eine Rolle im Social Web spielen sie allerdings nicht.

Argument Bekanntheitsgrad
Als ein Argument für Social-Media-Aktivitäten wird die Steigerung des Bekanntheitsgrades genannt. Denn Blogs werden von Suchmaschinen leichter gefunden als statische Internetseiten. Sie werden gerne verlinkt und zitiert und verbreiten sich dadurch rasch im Netz. Ähnliches gilt natürlich auch für die anderen Kanäle wie Twitter, Flickr, YouTube, Facebook etc.

Auffallend war allerdings, dass sich von der Anzahl der Google-Einträge nicht zwingend Rückschlüsse auf Social-Media-Aktivitäten schließen lassen. Drei Beispiele:

Beispiel 1: Die Berliner Philharmoniker sind per se schon so bekannt, dass deren Social-Media-Aktivitäten bei den Google-Einträgen kaum ins Gewicht fallen.  Die Motivation ihrer Web-Aktivitäten war insofern sicherlich nicht, den Bekanntheitsgrad zu steigern.

Beispiel 2: Die Duisburger Philharmoniker machten durch ihre rege Web-Aktivität deutschlandweit auf sich aufmerksam. Ihre Aktivitäten wirkten sich unmittelbar auf Google aus. Bereits auf den ersten Seiten stehen Einträge zu ihren Social Media-Aktivitäten.  Überrascht hatte mich ehrlich gesagt nur, dass die Anzahl der Einträge unter 20.000 liegt.

Beispiel 3: Das Städel Museum war auch schon vor Beginn seiner Social Media-Aktivitäten sehr bekannt Seine Google-Einträge gehen in die Hunderttausende, und auf den ersten beiden Google-Seiten sind ebenfalls Verweise auf Social Media.

Wo liegt der Unterschied? Meiner Meinung nach liegt er in der Wahl des „Social-Media-Namens”. Das Städel Museum ist auf allen Kanälen mit „staedelmuseum” zu finden. Dies führt eben auch dazu, dass diese Aktivitäten in den Suchmaschinen ganz vorne gelistet sind. Die Berliner Philharmoniker nennen sich kurz „BerlinPhil” und über die Social-Web-Aktivitäten der Duisburger Philharmoniker wird man unter „Philharmoniker” informiert.

Fazit
Das heißt also, dass eine Kultureinrichtung, der es vor allem darum geht, dass ihr Name in Suchmaschinen gefunden wird, um die Bekanntheit zu steigern, gut daran tut, den Namen der Institution konsequent in den einzelnen Profilen zu führen. Spielt der Name eine untergeordnete Rolle kann natürlich auch eine verkürzte Schreibweise verwendet werden. Um noch mal auf das Beispiel Duisburger Philharmoniker zurückzukommen. Ihnen bzw. deren Web-Team ist es durch die Wahl des Namens „Philharmoniker” gelungen, dass jeder, der im Internet einfach nur nach „Philharmoniker” sucht, bei ihnen landet. Also eine sehr clevere Wahl!

Ausblick: Nächste Woche stelle ich die einzelnen Kanäle vor, die benutzt werden.

Teil 1 - Studie Museen und Orchester im Social Web | Einleitung

Studie Museen und Orchester im Social Web

Mittwoch, Februar 10th, 2010

foto

Ein sprunghaftes Ansteigen von Twitter-Accounts und Facebook-Fanseiten von Kultureinrichtungen innerhalb des vergangenen Jahres lassen auf den ersten Blick vermuten, dass Kultureinrichtungen das Social Web entdeckt haben. Doch ist dem wirklich so? Und wenn ja, wie sehen die Aktivitäten aus? Wie viele Kultureinrichtungen sind es tatsächlich, die aktiv das Social Web nutzen? Sind es nur die „großen” Häuser oder sehen es auch kleine Häuser als attraktiv an, im Social Web präsent zu sein?

Diesen und anderen Fragen will ich in den nächsten Wochen nachgehen.

Ausgangssituation
In Deutschland gibt es allein rund 6.500 Museen und Ausstellungshäuser und die Deutsche Orchestervereinigung listet 133 Kultur- und Kammerorchester. Nicht zu vergessen, die Bibliotheken, Festivals, Musik(hoch)schulen, Theater, Literaturhäuser, Archive, Chöre und so weiter und so fort. Wenn man all diese Einrichtungen zusammenzählt, kommt man leicht auf eine fünfstellige Zahl deutscher Kulturinstitutionen. Dagegen mutet die Zahl der im Social Web Aktiven geradezu bescheiden an.

Methode
In meiner Untersuchung beschränke ich mich auf Museen (ich verwende den Begriff Museen synonym für Museen, Ausstellungshäuser, Kunstvereine) und Orchester. Aufgrund der hohen Anzahl kultureller Einrichtungen in Deutschland (u. a. Schauspiel- oder Opernhäuser, Festivals etc.) ist eine Begrenzung notwendig, um eine sinnvolle Analyse durchzuführen. Qualität geht in auch in diesem Fall vor Quantität. Die Auswahl der beiden Kategorien, Museen und Orchester hängt - ganz ehrlich - auch mit meinen persönlichen Vorlieben und Erfahrungen zusammen. Die Gegenüberstellung Orchester/Museen wird - so meine Erwartung - sicherlich aufzeigen, dass es im Bereich der Kommunikation kultureller Einrichtungen nicht nur Unterschiede in Bezug auf die „Größe” der Einrichtungen geben wird. Vielleicht ist das Kommunikationsverhalten - zumindest bezogen auf das Social Web - ja auch abhängig, welche Inhalte wie in dieser Welt kommunizierbar sind?

Vorgehen
Selbst bei Beschränkung auf zwei Kategorien ist eine weitere Eingrenzung der zu untersuchenden Einrichtungen notwendig. Hierbei bin ich u. a. mit einer, wie ich natürlich weiß, sehr vereinfachenden Prämisse vorgegangen: eine geringe Webpräsenz lässt auf noch geringere Aktivitäten im Bereich Social Media schließen.

Auswahl der Orchester
Die zu untersuchenden Institutionen habe ich folgendermaßen recherchiert. Im Falle der Orchester war es relativ einfach. Die Anzahl 133 ist überschaubar und bei der Deutschen Orchestervereinigung sind alle Kultur- und Kammerorchester gelistet. Eingang in die Untersuchung fanden alle jene Orchester, die mindestens 20.000 Google-Einträge haben, denn dies ist für mich ein Indiz dafür, dass sie im Netz rege sind. Mir ist sehr wohl bewusst, dass dies noch nichts über Social Media-Aktivitäten aussagt und begrenzte „Google-Treffer” auch andere Ursachen haben können, als eine bescheidene Social Media-Präsenz. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.

Auswahl der Museen
Schwieriger war es, Museen zu recherchieren (nicht alle Museen sind auch Mitglied beim Deutschen Museumsverband) und dann von den rund 6.500 Museen eine überschaubare Zahl zu untersuchen. Da sich bei Wikipedia eine sehr umfangreiche Liste deutscher Museen findet, diente diese mir als erstes Auswahlkriterium. Im nächsten Schritt hatte ich festgelegt, dass ich nur all die Museen in die „enger Auswahl” nehme, die bei Google mindestens 50.000 Einträge haben. Bei kleineren Einrichtungen, die mir erst im Laufe des Beobachtens und Vergleichens aufgefallen sind, hab ich diejenigen zusätzlich mit aufgenommen, die mindestens 100 Follower bei Twitter und/oder Fans auf der Facebook-Fanseite haben.

Von den 6.633 Museen und Orchestern blieben letztendlich insgesamt rund 160 113, die ich mir näher ansehe. Über die Ergebnisse werde ich an dieser Stelle regelmäßig berichten.

NPO-Blogparade ¦ Welche Schritte müssen Kultureinrichtung intern vollziehen, um Social Media erfolgreich einzusetzen

Montag, November 23rd, 2009

npo-blogparade

In der aktuellen NPO-Blogparade hat Kathrin Kiefer auf ihrem Blog netzwerk-pr die Frage aufgeworfen

Welche Schritte müssen NPOs intern vollziehen, um Social Media erfolgreich einsetzen zu können?

Bevor eine Kultureinrichtung mit Social-Media-Aktivitäten beginnt, sollte sie sich für sich geklärt haben, darüber im Klaren sein, ob sie tatsächlich bereit ist in den Dialog mit ihr Publikum zu treten und einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Wenn sie mit den Schlagwörtern, die in dem Zusammenhang immer fallen - Partizipation, Interaktion, Zuhören, Authentizität - etwas anfangen kann, steht einem Beginn nichts mehr im Wege.

Motivator für den Einsatz von Socia Media sollte die Begeisterung für diese Möglichkeit der Kommunikation sein, und nicht, in den neuen Medien einen weiteren PR-Kanal zu sehen, mittels desse nur Veranstaltungen angekündigt werden. Genau überlegt werden sollte sie sich, weshalb sie nun auf Social Media setzt? Nur weil es derzeit in aller Munde ist oder begreift die Kultureinrichtung es tatsächlich als Haltung bzw. Einstellung.

Sind diese Fragen geklärt, kann sich die Kultureinrichtungen Gedanken darum machen, welche Themen sie kommunizieren möchte und welche Personen sie überhaupt damit ansprechen möchte. Denn danach richtet sich auch die Wahl des Kanals (Twitter, Facebook, XING, YOU TUBE, Flickr, Blog etc.)  Nicht jede Personengruppe erreiche ich mit demselben Medium.

Am Anfang sollten Regeln aufgestellt werden anhand derer die, für Social Media Verantwortlichen orientieren können. Meiner Meinung nach gibt es auch nicht nur den einen Verantwortlichen, sondern jeder, der ein Online-Profil hat, wird zum Botschafter der Kultureinrichtung und das muss den Mitarbeitern auch immer wieder eingeschärft werden. Klar, dass denjenigen, die die Kultureinrichtung „offiziell” über den Twitter-Account, die Facebook-Fanseite etc. vertreten eine besondere Rolle und auch Verantwortung zukommt.

Stichwort Verantwortung Karin Janner hat es in Ihrem Beitrag bereits erwähnt, dass bei viele Kultreinrichtungen die Befürchtung besteht, das Image der Einrichtung zu stören, wenn man zu viel preisgibt, oder was und wie Informationen kundgetan werden. Ich denke, diese Sorge ist grundlos. Jemanden der sich mit Social Media länger beschäftigt, weiß auch in welchem Stil und was über die Kultureinrichtung erzählt werden kann. Dass dies auch ein Lernprozess ist, steht außer Frage und ist auch legitim. Denn der Stil muss sowohl zum Social-Media-Verantwortlichen als auch zur Kultureinrichtung passen.

Kulturbetriebe und Web 2.0 – Teil 2 ¦ Der Einrichtung ein Gesicht geben

Montag, Oktober 19th, 2009

Der Einrichtung ein Gesicht geben ist eines der Schlagworte, die im Zusammenhang mit Web 2.0 zu hören sind. Ganz wörtlich genommen meine ich damit: Bei wie vielen Kultureinrichtungen, die twittern oder auch eine Facebook-Fanseite haben, wissen Sie tatsächlich mit wem Sie sich austauschen?

Das führt dann zwangsläufig zu der Frage: Soll eine Kultureinrichtung als solche (und dann eher anonym) oder besser eine Person twittern? Eine allgemeingültige Antwort dürfte es wohl kaum geben.

Ich gehöre zu denjenigen, die gerne wissen, mit wem sie sich austauschen. Dabei stört es mich auch keineswegs, wenn dass Profilfoto dem Logo der Kultureinrichtung entspricht und die Einrichtung als solche twittert. Dennoch möchte ich gerne wissen, welche Person und welches Gesicht hinter den Tweets steckt. Ein Hinweis in der Profilbeschreibung wäre der erste Schritt. Noch besser fände ich es, wenn die Personen sich „auch mal zeigt”, sei es mittels eines über Twitpic hochgeladenen Fotos oder im Hintergrundbild. Füllen mehrere Mitarbeiter den Twitter-Channel mit Inhalten können alle Beiträge mit Kürzeln versehen werden, die in der Profilbeschreibung aufgeschlüsselt sind. Auch eine denkbare Variante.

Eine Alternative wäre natürlich auch, auf einen personenbezogenen Kanal zu setzen. Dass eine Kultureinrichtung diese Variante nur in den seltensten Fällen wählt, kann ich gut nachvollziehen. Die Gefahr, dass bei einem Jobwechsel möglicherweise die Follower gleich mitwechseln oder dass die neue Verantwortliche mühsam die Kontakte aufbauen muss ist groß.

Für welche Variante sich eine Kultureinrichtung auch entscheidet, wichtig finde ich, dass eine Person erkennbar ist, um einen Bindung herzustellen, die Lust auf Dialog macht und der Kultureinrichtung ein Gesicht gibt.

Wie sehen Sie das? Stört es Sie, wenn Sie nicht wissen, mit  wem Sie es zu tun haben?