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Ausstellungstipp ¦ Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen

Freitag, September 10th, 2010

Freunde antiker Geschichte, Kunst und Kultur können sich derzeit in der großen Sonderausstellung „Amazonen - Geheimnisvolle Kriegerinnen” auf eine spannende Reise in die Vergangenheit begeben.

Amazonen, Heidi mit originalgetreue Kopie eines Speers aus dem 3. Jh. v. Chr.

Amazone Heidi mit originalgetreue Kopie eines Speers aus dem 3. Jh. v. Chr.

Die Ausstellung widmet sich der Spurensuche nach dem sagenumwobenen Frauenvolk der Antike. Gespickt mit hochkarätigen, teils noch nie gezeigten, spektakulären Funden, spannt sie einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart.

Der Sage nach sollen die kriegerischen Frauen vor den Toren Trojas gekämpft und auch die Stadt Athen belagert haben, ja sogar mit Alexander dem Großen zusammengetroffen sein. Seit nahezu 3000 Jahren existiert die Legende vom Volk der Amazonen. Der antike Dichter Homer lieferte uns im 8. vorchristlichen Jahrhundert die ersten schriftlichen Quellen. Seitdem hat die Sage von diesem gleichermaßen schönen wie grausamen Frauenvolk die Fantasie der Menschen beflügelt. Bis heute inspiriert die Vorstellung von Amazonen Künstler aller Genres.

Kopf einer Amazone  2. Jh. n. Chr.  Leihgeber: Ny Carlsberg Glyptotek, Copenhagen  Römische Kopie, Marmorskulptur als Teil einer Herme  Foto: Ole Haupt

Kopf einer Amazone, 2. Jh. n. Chr. Foto: Ole Haupt

Wissenschaftler auf der ganzen Welt versuchen Beweise für die reale Existenz der antiken Kriegerinnen zu finden und gehen der Frage nach, ob hinter dem antiken Mythos doch eine historische Realität stecken könnte. Im sibirischen Altai-Gebirge wurde unter einem Grabhügel die Bestattung einer jungen Kriegerin entdeckt - eine archäologische Sensation, die das Historische Museum der Pfalz erstmals in Europa der Öffentlichkeit zugänglich macht. In den Steppengebieten zwischen Osteuropa und Sibirien sind heute über zweihundert solcher Gräber bekannt. Neben den üblichen Beigaben wie Schminkutensilien und Schmuck wurden den Frauen Waffen - meist Pfeil und Bogen aber auch Lanzen, Schwerter und Dolche - mit ins Grab gegeben. An den weiblichen Skeletten lassen sich Verwundungsspuren sowie Abnutzungen vom ständigen Reiten und Bogenschießen nachweisen. Galten diese Frauen in der Antike als Amazonen? Inspirierte der Kontakt mit den Nomaden der eurasischen Steppen die Griechen zur Legendenbildung um ein kriegerisches Frauenvolk? Herodots Beschreibungen der Sauromatinnen lassen sich anhand dieser Grabinventare jedenfalls eindeutig belegen. Darüber hinaus legen seine Ausführungen über die Ansiedlung der Amazonen in den Steppenregionen nordöstlich des Schwarzen Meeres nahe, dass hier historische und mythische Elemente zusammengeflossen sind.

Schriftliche Zeugnisse zum Amazonenmythos in der nachantiken Zeit wie verschiedene Weltchroniken oder das „Buch von Troja” aus dem Jahr 1479 berichten vom Volk der Amazonen, das von unterschiedlichen Königinnen angeführt wird. Diese Werke referieren meist die altbekannten Stereotype, die bereits bei Herodot, Diodor und anderen antiken Schreibern zu finden waren. Die klassischen Punkte sind die von den Männern separierte Lebensweise, das meist jährliche Treffen mit Männern zum Zweck der Fortpflanzung, das anschließende Behalten der Töchter und die Rückgabe der geborenen Söhne an ihre Väter bzw. die Tötung der männlichen Kinder, der Kampf mit Pfeil und Bogen, Streitaxt und Pelta - dem thrakischen Schild - die Reitkünste sowie die angebliche Verbesserung der Fertigkeiten beim Bogenschießen durch Ausbrennen oder Amputation der rechten Brust.

In Speyer kann nun die Geschichte der Amazonen anhand von einzigartigen Exponaten und großartigen Meisterwerken bis in die Gegenwart verfolgt werden.

Die Ausstellung ist bis 13. Februar 2010 im Historischen Museum Speyer zu sehen.

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Ausstellungstipp ¦ Jeff Wall – Transit

Freitag, Juli 9th, 2010

Jeff Wall Storyteller, 1986Gleich die erste Fotoarbeit After ‚Invisible Man’ by Ralph Ellison, the Prologue (1999-2000), die ich von Jeff Wall bei der Documenta 11 gesehen habe, hat bei mir einen derart nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dass mich seine Arbeiten nicht mehr losgelassen haben. Es folgte die große, monographische Schau im Jahr 2004 im Baseler Schaulager und immer wieder sah ich The Storyteller (1986) im MMK Frankfurt .

Jetzt gibt es wieder eine größere Schau: Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigen im Lipsiusbau 26 Werke des kanadischen Fotokünstlers aus Vancouver. Eine durchaus beachtliche Zahl für den sorgfältig arbeitenden Jeff Wall mit seinem überschaubaren Oeuvre.

Das Faszinierende an diesen Fotoarbeiten ist für mich, Walls Fähigkeit Geschichten zu erzählen und Fragen aufzuwerfen. Auf den ersten Blick wirken die Fotografien wie beiläufige Beschreibungen von Alltagsszenen und wie zufällig geknipst. Doch dann - auf den zweiten Blick - werden die aufwändige konstruierten und theatralischen Inszenierung offensichtlich. Und plötzlich scheint so gar nichts mehr dem Zufall überlassen zu sein. Häufig sind urbane und häusliche Szenarien sein Sujet in denen er Laienschauspieler und Details in aufwändigen Einzelaufnahmen festhält und anschließend zu einem Gesamtbild montiert. Er verschmilzt Elemente der Fotografie mit denen des Films und der Malerei. So sind diese Fotografien perfekt ausgeleuchtet, nachgestellt und sehr genau geplant.

Jeff Wall, Restoration, 1993

Die Leuchtkästen geben den Großbilddias einen ganz eigenen Status: Sie sind weder Projektionen auf der Wand noch gerahmte Bilder an der Wand und doch irgendwie beides - Bilder im Raum. Der größte Leuchtkasten der Auswahl mit dem Titel Restoration (1993), schlägt eine Brücke nach Dresden. Denn „er thematisiert Wiederherstellung und Bewahrung der Vergangenheit anhand der Restaurierung eines monumentalen Panoramagemäldes”, so der Direktor der Galerie Neue Meister, Prof. Dr. Ulrich Bischoff.

Jeff Wall, Morning Cleaning, 1999

Ähnlich verhält es sich mit der Arbeit Morning Cleaning (1999), die Mies van der Rohes Deutschen Pavillon in Barcelona zeigt: Die akkurate Stuhlreihe ist verschoben, auf dem Teppichboden liegen Fussel, eine Reinigungskraft wischt den Boden. Jeden Morgen muss das kulturelle Erbe von Neuem hergerichtet werden. Der dokumentarisch wirkende Leuchtkasten ist ein Beispiel für Jeff Walls „kinematografisches” Werk.

Die Ausstellung Transit (bis 19. September 2010) bezieht sich auf die feinen Übergänge, sei es zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit, sei es zwischen Stadt und Land oder eine verborgene Geschichte, die es zu entdecken gilt. Und es gibt viel zu entdecken in den Arbeiten Jeff Walls.

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Kulturtipp ¦ Rodney Graham. Through the Forest

Freitag, Juni 18th, 2010

Studiokulisse von Allegory of Folly. Study for an Equestrian Monument in the Form of a Wind Vane, 2005 Courtesy the artist Photo: Scott Livingstone

Studiokulisse von Allegory of Folly. Photo: Scott Livingstone

Die Ausstellung des kanadischen Künstlers Rodney Graham “Through the Forest” im Kunstmuseum Basel gibt Einblick in die Entwicklung seines umfassenden Werkkomplexes. Die Wurzeln von Grahams Arbeitsweise, die beeinflusst ist von der Konzeptkunst der 1970er Jahre, und seine Art des Denkens begründen sich in der Adaption von literarischen Modellen.

Seine erste große fotografische Arbeit, 75 Polaroids, schuf Graham 1976. Die Serie von Schnappschüssen wurde nachts während eines Spaziergangs in den Wäldern rund um Vancouver aufgenommen und in der Pender Gallery in Vancouver ausgestellt; dies war zugleich Grahams erste Einzelausstellung und markiert den Beginn seiner Kariere als Künstler. 75 Polaroids enthält Elemente, die essentiell für seine späteren Arbeiten sind, in denen sich seine Faszination für fotografische Prozesse zeigen, die Objekte reiner Repräsentation in autonome Bilder übertragen, genauso wie die Idee, verschiedene Orte nachts mit einem Blitzlicht zu erleuchten. Im Anschluss an diese Arbeit experimentierte Graham mit einer Camera Obscura, die er selbst anfertigte und dazu benutzte, archäologische Fundorte während seines Aufenthaltes in der American Academy in Rome zu fotografieren. Diese Reihe von Arbeiten kulminierte in der Serie Rome Ruins (1978). 1984 wurde die bahnbrechende Außeninstallation mit dem Titel Two Generators in Vancouver ausgestellt.

Ein wesentlicher Teil der Ausstellung ist den frühen Arbeiten gewidmet und der Entwicklung seines Werkes. Aus diesem Grund wurde Yves Gevaert - ein belgischer Verleger, mit dem Rodney Graham viele seiner frühen Bücher publizierte - dazu eingeladen, erstmalig Einsicht in seine umfassende Materialsammlung an Büchern, Schriften, Fotografien und Entwurfzeichnungen zu geben, die es dem Besucher erlauben, Verbindungen zu Grahams Arbeitsmethode herzustellen. Eine Ansammlung von weiteren Materialien wurde außerdem hinzugenommen, die wesentlich zum Verständnis von Rodney Grahams Denkweise beitragen. Die Buchbindungen- und einbände, die Graham selber entwarf, sind beispielsweise Vorläufer der Judd-artigen Objekte.

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind seine späteren Filmen, die - auf formaler Ebene - die Tradition von konzeptuellen Textarbeiten und Phänomenen optischer Erscheinungen des Lichts in Hinsicht auf Thema und Motiv weiterführen.

Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Rolle des Künstlers. In der Videoarbeit Lobbing Potatoes at a Gong, 1969 (2006) stellt Graham eine Szene nach, die auf eine Anekdote eines Pink-Floyd-Konzerts zurück geht, bei dem ein Musiker Kartoffeln auf einen Gong warf. Ein Destilliergerät, mit dem Graham aus den Kartoffeln, die den Gong getroffen haben, Wodka machen ließ und der Wodka selbst sind Teil der Installation. Rodney Graham interessiert sich für diese Art von „Übersetzungsprozessen”: Dinge, die der Literatur entstammen, werden zu physischen Objekten, sobald sie in ein neues Medium übertragen werden.

Schließlich präsentiert sich Rodney Graham als ein Maler, der sich, im Gegensatz zu The Gifted Amateur, der Stilrichtung der sogenannten École de Paris zuwendet, um abstrakte Gemälde im Stil dieser Periode zu produzieren. Die Ausstellung Through the Forest zeigt einen langen Weg auf, der bei der Adaption von literarischen Modellen und der Aneignung von entscheidenden Momenten der Kunstgeschichte beginnt, über beeindruckende Filmarbeiten führt und letztendlich beim klassischsten aller Medien endet, der Malerei.

Die Ausstellung wurde organisiert vom Museu d’Art Contemporani de Barcelona in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Basel, dem Museum für Gegenwartskunst und der Hamburger Kunsthalle und ist noch bis 26. September 2010 zu sehen.

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Ausstellungstipp ¦ Spickzettel. Bloß nicht erwischen lassen!

Freitag, Juni 11th, 2010

Wer erinnert sich nicht an den wohl berühmtesten Spickzettel - den Zettel den Jens Lehmann bei der WM 2006 im Spiel gegen Argentinien aus dem Stutzen zog? Dieser und weitere 1.000 weniger prominente Mathe-Spicker, 12. Klasse Gymnasium, 2009 ©Schulgeschichtliche Sammlung Nürnberg Spickzettel aus 100 Jahren Schulgeschichte in allen Farben und Formen werden derzeit im Museum für Kommunikation Frankfurt in einer Wechselausstellung „Spickzettel. Bloß nicht erwischen lassen” präsentiert.

Lange geisterte die Frage durch die Medien, was denn nun wirklich auf Jens Lehmanns Zettel stand. Die Besucher des Museums für Kommunikation Frankfurt können sich nun selbst davon überzeugen, was sich der Nationalkeeper zu den gegnerischen Elfmeter-Schützen notierte. Neben den klassischen Spickzetteln aus Papier können in der Ausstellung aber auch umgebaute Armbanduhren, präparierte Schokolade, Hightech-Brillen und andere kuriose Basteleien bestaunt werden. Darüber hinaus warten spannende interaktive Stationen zum Mitmachen und Raten auf die Besucherinnen und Besucher.

Die in der Ausstellung gezeigten Spicker zeugen von Kreativität und handwerklichem Geschick - Fähigkeiten, die sich die Lehrer oftmals für den Unterricht wünschten - allerdings ohne Mogeleien. Schließlich ist effektives Lernen dem Herstellungsprozess eines Spickzettels ähnlich: Der Unterrichtsstoff muss komprimiert und zusammengefasst werden. Um mit den Stichworten etwas anfangen zu können, müssen auch die Inhalte dazu „sitzen”.

Im Mittelpunkt der Ausstellung, die vom Schulmuseum Nürnberg entwickelt und in Kooperation mit dem Museum für Kommunikation umgesetzt wurde, stehen die Funktion und Bedeutung des Spickzettels im Kosmos Schule. Eröffnet werden ungewohnte Einblicke in die Welt des Lernens: die Effekte des Spickens für die Leistungsmessung und die Lernstrategien von Schülerinnen und Schülern. Gezeigt werden auch historische Entwicklungslinien, der Spickzettel als internationales Phänomen, persönliche Erfahrungen und Geschichten von Schülerinnen und Schülern von 1900 bis heute sowie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Motiven, Methoden und zur Verbreitung des Spickens. Die Ausstellung bietet somit einen faszinierenden, aber auch ernsten Blick auf die Vielschichtigkeit und Spannbreite des Themas Spicken.

Die Ausstellung ist noch bis 5. September 2010 zu sehen.

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Kulturtipp ¦ Olafur Eliasson „Innen Stadt Außen“

Freitag, April 30th, 2010

Model room, 2003,Holz, Modelle, Maquetten, Prototypen in verschiedenen Materialien Maße variabel Olafur Eliasson in Zusammenarbeit mit Einar Thorsteinn  Foto: Jens Ziehe Courtesy the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York  © 2003 Olafur Eliasson

Model room, 2003, Olafur Eliasson in Zusammenarbeit mit Einar Thorsteinn Foto: Jens Ziehe Courtesy the artist © 2003 Olafur Eliasson

Innen Stadt Außen ist die erste Einzelausstellung des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson in einer Berliner Institution. Thematischer Ausgangspunkt der speziell für den Martin-Gropius-Bau konzipierten Ausstellung ist Olafur Eliassons enge Beziehung zu Berlin - der Stadt, in der er seit vielen Jahren lebt und arbeitet und in der er ein ungewöhnlich facettenreiches Atelier etabliert hat, das Recherche, Produktion und Lehre gleichsam miteinander verbindet. Seit 2008 hat er eine Professur an der Universität der Künste Berlin und leitet dort das Institut für Raumexperimente.

Nach zahlreichen internationalen Übersichtsausstellungen und Projekten - u. a. in London, New York, Kanazawa und Sydney - wird diese Ausstellung davon profitieren, dass Berlin Olafur Eliasson als Ort für Experimente mit Architektur und urbanen Strukturen offen steht. Durch zahlreiche neue, speziell für die Ausstellung realisierte Installationen wird der Martin-Gropius-Bau zum Schauplatz von Olafur Eliassons Praxis.

Innen Stadt Außen beschäftigt sich intensiv mit dem Verhältnis von Museum und Stadt, Architektur und Landschaft, sowie von Raum, Körper und Zeit. Die Entwicklung ortsbezogener Arbeiten für den musealen Kontext wird durch ephemere Projekte im öffentlichen Raum erweitert und kommentiert und verknüpft so den Martin-Gropius-Bau mit unterschiedlichen Orten innerhalb der Stadt.

Kuratiert wird die Ausstellung von Daniel Birnbaum, Kritiker, Ausstellungsmacher und (Noch-)Rektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule, Frankfurt und des angegliederten Portikus (dort ist übrigens eine Lichtinstallation, die speziell für das Dach des neuen Portikus konzipiert wurde seit zu sehen. Sichtbar wird sie erst bei Einbruch der Dunkelheit).

2009 leitete Birnbaum die 53.Internationale Kunstausstellung der Biennale Venedig. Künstler und Kurator verbindet eine langjährige Zusammenarbeit an Buchpublikationen, Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum, die bis in die 90er Jahre zurückreicht. Die Ausstellung Innen Stadt Außen ist bisher ihre umfassendste Kooperation und ist noch bis 9. August 2010 im Martin-Gropius-Bau zu sehen.

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Kulturtipp ¦ Das Wesen im Ding

Freitag, Februar 5th, 2010

Meine Empfehlung in dieser Woche gilt der Ausstellung „Das Wesen im Ding”, die ab heute im Frankfurter Kunstverein zu sehen ist. Die Gruppenausstellung kreist um Fragen der Mimesis, verstanden als nachahmende Darstellung der Wirklichkeit, und spürt der Rolle nach, die sie heute in künstlerischen Produktionen einnimmt.

Gezeigt werden Arbeiten der Künstler Nina Canell, Florian Haas, Till Krause, Bettina Lauck, Yoon Jean Lee, Egill Saebjörnsson und Andreas Wegner. Sie präsentieren unterschiedliche Methoden der Suche nach dem „(lebenden) Wesen im (leblosen) Ding”. Dabei bedienen sie sich einer formal zunächst ähnlichen Sprache: Sie zeigen zumeist Serien malerischer, fotografischer oder gefilmter Abbilder profaner Dinge wie Flaschen, Gläser, Eimer aber auch von Naturgegenständen wie Steinen, Pilzen, Blumen oder Früchten.

Ein paar Eindrücke:

Mittels verschiedener Beobachtungs- und Darstellungsmethoden stellen sie Versuche an, von der Gestalt eines Gegenstands auf dessen Wesen zu schließen. Auf diese Weise bringen sie aber auch grundsätzlich Neues hervor. So befragen die Arbeiten exemplarisch eine Verfasstheit von „realer Welt” und das Verhältnis des Betrachters zu ihr. Ergänzend zu den sieben Positionen werden einige Exponate aus der Sammlung des Museum der Dinge des Berliner Werkbundarchivs gezeigt.

Die Ausstellung  ist bis 25. April zu sehen. Mehr Informationen, auch zu den Vorträgen und Künstlergesprächen, gibt es auf der Homepage des Frankfurter Kunstvereins.

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