Posts Tagged ‘Berliner Philharmoniker’

Silvester- und Neujahrskonzerte bei Twitter

Freitag, Januar 4th, 2013

Il Teatro La Fenice, Foto: @teatrolafenice

Neujahrskonzert, Il Teatro La Fenice ¦ Foto: Twitpic @teatrolafenice

Was bei Fußballspielen, Tatort oder anderen Großveranstaltungen selbstverständlich ist, findet auch bei Kultureinrichtungen allmählich Eingang: Paralleles Twittern zu Veranstaltungen vor allem wenn es um Konzerte, Opern- und Ballettaufführungen geht. Von Pressekonferenzen oder Symposien wird hingegen noch eher selten getwittert. (weiterlesen…)

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Jetzt also auch die Berliner Philharmoniker

Donnerstag, November 11th, 2010

Seit einigen Tagen sind die Berliner Philharmoniker auf Tournee und ihre Reiseimpressionen teilen sie den Interessierten auf ihrem Tour-Blog mit.

Während die Kommunikation bei Twitter und Facebook doch meist sehr sachlich geführt wird, “menschelts” hier, wie nicht nur die  Stellenanzeige zeigt. Was ich bisher so gesehen habe gefällt mir sehr gut.

Posted via email from UlrikeSchmid’s posterous

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Behind the Scenes

Mittwoch, Oktober 13th, 2010

Per Zufall entdeckt: Ein Video, das einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Oder besser gesagt, es gewährt hoch-interessante Einblicke, was vor und während eines Konzert-Mitschnitts der Berliner Philharmoniker für eine Übertragung in der Digital Concert Hall passiert.

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Ausgangspunkt war die Digital Concert Hall ¦ Interview mit Tobias Möller, Leiter Marketing und Kommunikation der Berlin Phil Media

Donnerstag, April 8th, 2010

Im Rahmen meiner Studie „Museen und Orchester im Social Web” führte ich ein Telefoninterview mit Tobias Möller, Leiter Marketing und Kommunikation der Berlin Phil Media GmbH, eines Tochter-Unternehmens der Stiftung Berliner Philharmoniker.

Ulrike Schmid: Was war Ihre Motivation, sich ins Social Web zu begeben?
Tobias Möller; Foto: Peter AdamikTobias Möller:
Wir bearbeiten dieses Feld seit einem Jahr, seit wir die Konzerte der Berliner Philharmoniker über unsere Digital Concert Hall im Internet verbreiten.

Normalerweise hätten wir wenig Anlass, für das Orchester zu werben, weil die Berliner Philharmoniker meistens vor ausverkauftem Haus spielen. Anders verhält es sich mit der Digital Concert Hall, denn dort ist das Platzangebot ja unbegrenzt. Für ein Orchester ist es schon ein couragiertes Unternehmen, nahezu alle seine Konzerte live und in HD per Internet zu übertragen. Wir realisieren über 30 Produktionen pro Saison. Das ist ein gewaltiges Investment in einen Markt, den es so noch nicht lange gibt. Würde uns unser Sponsor, die Deutsche Bank, nicht sehr großzügig unterstützen, wäre dieses Projekt völlig undenkbar. Aber wir haben natürlich den Anspruch, auch über Ticketverkäufe die Digital Concert Hall zu finanzieren. Da wir aber keine weltweiten Werbekampagnen schalten können, ist es für uns nur logisch, ein Publikum, das wir für Online-Übertragungen gewinnen möchten, auch über das Internet anzusprechen.

Unser wichtigstes Instrument, um die Qualitäten der Digital Concert Hall zu vermitteln, sind Ausschnitte unserer Produktionen. Diese Trailer von zwei bis drei Minuten Länge eignen sich bestens für die Kommunikation in den sozialen Netzwerken, wo die Menschen sich ja sehr gern gegenseitig Musikvideos zeigen. Ausgangspunkt ist unser Kanal auf YouTube, wo jeder unterwegs ist, der im Internet einen Film zu jeglichem Thema sehen möchte. Mit den Videos dieses Kanals befüllen wir auch unserer Accounts bei Facebook und bei Twitter.

Wie die meisten anderen sind auch wir mit einer gewissen Unbedarftheit an Social Media herangegangen. Es hat uns sehr gefreut festzustellen, dass das Internetpublikum nicht einfach passiv Inhalte abruft. In allen unseren Social-Media-Auslegern entstanden sehr lebendige Debatten. Unsere Präsenz im Internet hat damit an Eigendynamik gewonnen. Über das virale Marketing für unsere Digital Concert Hall hinaus erkennen wir einen so gar nicht vorhergesehenen Image-Gewinn. Es wird sehr positiv aufgenommen, dass die Berliner Philharmoniker über diese Wege kommunizieren.

U. S. Es ist sehr auffallend, wie viel bei Ihrem YouTube-Kanal diskutiert wird.
T. M.
Ja, die Kommentare bei YouTube sind wirklich eindrucksvoll. Vor allem die Fachkenntnis, mit der dort diskutiert wird. Etwas anders liegt der Fall bei Facebook. Dort bringen die Fans meist in ganz kurzen Kommentaren ihre Begeisterung zum Ausdruck, während bei YouTube durchaus kontroverse Diskussionen stattfinden. Das finden wir sehr spannend.

U. S. Wann greifen Sie in die Diskussionen ein?
T. M.
Das ist für jeden, der sich in diese Öffentlichkeit begibt, eine Gratwanderung: Man will nicht zuviel moderieren und nicht als Wächter dastehen, der unbequeme Meinungen unterdrückt. Andererseits muss man natürlich aufpassen, dass die Kommentare nicht beleidigend werden, was gelegentlich auch vorkommt. Im Großen und Ganzen können wir uns aber wirklich nicht beschweren und melden uns nur zu Wort, wenn Fragen an uns gestellt werden.

U. S. Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihren Social-Media-Aktivitäten?
T. M.
Wie gesagt, die Digital Concert Hall war der Ausgangspunkt. Und um ehrlich zu sein, ist unser Hauptanliegen nach wie vor, die Menschen an dieses Angebot heranzuführen und im Optimalfall als zahlende Kunden zu gewinnen. Aber natürlich freuen wir uns, wenn durch Social Media die Präsenz der Berliner Philharmoniker im Internet insgesamt wächst. Und wir lernen selbst dabei: wie die Kommunikation im Web funktioniert und wie die jüngere Generation an klassische Musik herangeht.

U. S. Können Sie ein Beispiel nennen, was Sie vom Zuhören gelernt haben?
T. M.
Vor allem erfahren wir durch die Kommunikation in den sozialen Netzwerken, dass es über die ganze Welt verstreut ein großes Publikum für klassische Musik gibt, das nur eben meist keine Möglichkeit hat, unser Orchester hier vor Ort in Berlin zu erleben. Da haken wir mit der Digital Concert Hall ein. Vielleicht wird unser lokales Publikum kleiner - in Deutschland gehen sicherlich weniger Menschen ins klassische Konzert als noch vor 20 oder 30 Jahren -, dafür haben wir aber heute ganz andere Möglichkeiten, diejenigen anzusprechen, die sich weltweit für klassische Musik interessieren.

U. S. Gibt es Zahlen zum Altersdurchschnitt der Digital-Concert-Hall-Besucher?
T. M.
Das herauszufinden ist wieder eine Gratwanderung. Am liebsten würden wir die Besucher unserer Digital Concert Hall natürlich alles Mögliche fragen. Aber damit schreckt man die Menschen auch ab. Die Altersstruktur wird vielleicht ähnlich sein wie bei unserem YouTube-Kanal, wo jeweils die Hälfte der Nutzer über und unter 45 Jahre alt ist, während unsere Facebook-Fans größtenteils zwischen 18 und 34 sind.

U. S. Die meisten Videos bei YouTube sind Konzertmitschnitte. Hatten Sie schon mal daran gedacht, mittels Videos oder eines Blogs einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren?
T. M.
Das ist schon etwas, das wir gerne machen würden. Wir produzieren ja bereits zu jedem Live-Konzert, das wir in der Digital Concert Hall übertragen, ein Pauseninterview mit den beteiligten Künstlern. Diese Videos sind in der Digital Concert Hall und auch auf der Website der Berliner Philharmoniker eingestellt und können kostenlos angesehen werden. Auf YouTube sind sie ein bisschen unterrepräsentiert, weil die Leute sich dort lieber die Konzertausschnitte ansehen, wie wir gemerkt haben. Viele Menschen interessiert natürlich auch, was hinter der Bühne passiert, welcher Produktionsapparat dahinter steckt. Das würden wir gern zeigen, aber da stoßen wir im Moment an Kapazitätsgrenzen.

Thema Blog: Auch das würden wir gern anbieten. Da so ein Angebot aber auch kontinuierlich redaktionell gepflegt werden muss, sind wir im Moment wieder davon abgekommen. Dagegen sind die Diskussionen, die wir auf YouTube, Facebook und Twitter führen, nicht nur lebhaft, sondern auch für uns überschaubar im Aufwand. Es hat noch einen weiteren Vorteil, dass wir diese Diskussionen auf externen Plattformen führen. Wir hatten vorhin über das Thema Moderation gesprochen: Bei YouTube haben wir neben viel Lob gelegentlich auch sehr kritische Kommentare. Weil auch die natürlich zur Diskussion gehören, lassen wir die meistens stehen, was auf einer externen Plattform viel leichter geht. Auf einer Berliner-Philharmoniker-Plattform wird man stärker mit den Äußerungen der Besucher in Verbindung gebracht. Ob es später einmal ein eigenes Blog geben wird, wird die Zukunft zeigen.

U. S. Haben Sie schon einmal über Liveblogging parallel zu Konzert-Übertragung in der Digital Concert Hall nachgedacht?
T. M.
Die Idee finden wir spannend und haben sie schon diskutiert. Aber auch hierfür fehlen im Moment die Kapazitäten.

U. S. Wie stark identifizieren sich die Musiker mit den Social-Media-Aktivitäten?
T. M.
Die Idee zur Digital Concert Hall, dem Ausgangspunkt für unsere Social-Media-Aktivitäten, ging vom Orchester selbst aus, genau gesagt von Olaf Maninger, einem der Solocellisten. Dass die Aufzeichnungen nicht nur über unsere eigene Plattform verbreitet werden, sondern - in Form von Trailern - über die verschiedensten Social-Media-Kanäle, ist für die Berliner Philharmoniker logisch, richtig und gut. Es gibt ja auch viele Musiker, die eigene Facebook-Profile und eigene Fanseiten haben. Man darf außerdem nicht vergessen, dass die Berliner Philharmoniker ein junges Orchester sind. Der Altersdurchschnitt der Musiker liegt bei 38 Jahren, da sind für viele die sozialen Netzwerke ganz normal und vertraut.

U. S. Wie halten Sie es mit dem Dialog bei Twitter?
T. M.
Wir stürzen uns nicht proaktiv in die Diskussion. Für uns ist Twitter eher ein Newsticker. Wenn wir aber angesprochen und etwas gefragt werden, antworten wir natürlich. Wir selbst nutzen Twitter in erster Linie, um zu schauen, wie andere Orchester und Kultureinrichtungen sich im Netz präsentieren.

U. S. Wie lautet Ihr bisheriges Resümee?
T. M.
Wir sind vor allem begeistert von der Resonanz. Auf Facebook haben wir über 50.000 Fans, auf YouTube wurden unsere Videos innerhalb eines Jahres 1,5 Mio-Mal abgerufen. Auch bei Twitter kommen pro Woche über 100 Follower dazu. Allerdings merken wir auch, dass man nicht den Arbeitsaufwand unterschätzen sollte, um sich in diesem Umfeld angemessen zu präsentieren - zumal es bei uns niemanden gibt, der sich ausschließlich um dieses Thema kümmert.

U. S. Was empfehlen Sie anderen Kultureinrichtungen, die Social Media in ihrer Kommunikation einbinden wollen.
T. M.
Wichtig ist im Vorfeld zu klären: Was wollen Sie erreichen? Womit können Sie das Interesse der Menschen wecken? Und man sollte genau hinschauen, um die Regeln der Kommunikation in den Netzwerken zu verstehen. Wie in jeder Kommunikation nützt es nichts, wenn man selbst als einziger von der Relevanz seiner Inhalte und Äußerungen überzeugt ist. Dann führt man bald Selbstgespräche - auch im Netz. Zu guter Letzt würde ich empfehlen: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor und versuchen Sie nicht, ein ganzes Geschäftsmodell auf Social Media aufzubauen. Über diesen Weg etwas unmittelbar verkaufen zu wollen, funktioniert nur bedingt. Wenn Sie diese Kanäle dauerhaft und qualitätsbewusst nutzen, werden Sie allerdings erreichen, dass Ihr Angebot diskutiert wird und im Gespräch bleibt. In einer Welt, in der es so unendlich viele Möglichkeiten gibt, Kultur zu nutzen, ist das viel wert.

Vielen Dank Herr Möller für Ihre Zeit und das Gespräch!

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Studie Museen und Orchester im Social Web ¦ 2 Allgemeine Beobachtungen

Donnerstag, Februar 18th, 2010

Pfefferminzmuseum

Pfefferminzmuseum

Museen abseits des Mainstreams
Bei der Auswahl der Museen und Orchester hätte ich mir die Arbeit erleichtern können, indem ich einfach bei den einzelnen Kanälen (Twitter, Facebook, YouTube, Flickr etc.) nachgesehen hätte, wer welchen Kanal nutzt und nicht umgekehrt. Also erst Museen und Orchester festlegen, um dann zu sehen, wer welchen Kanal nutzt.

Mir wäre einiges Interessante verborgen geblieben. Etwa die Fülle der Museen in Deutschland insgesamt, dass es kaum eine Stadt ohne Heimatmuseum gibt, dass die Dichte der Museen v. a. in Westdeutschland sehr hoch ist. Auch war ich überrascht ob der Kategorie der Museen: Bratwurstmuseum, Kartoffelmuseum, Schnapsmuseum, Artistenmuseum, Lügenmuseum, Pfefferminzmuseum, um nur einige Museen abseits des Mainstreams zu nennen. Eine Rolle im Social Web spielen sie allerdings nicht.

Argument Bekanntheitsgrad
Als ein Argument für Social-Media-Aktivitäten wird die Steigerung des Bekanntheitsgrades genannt. Denn Blogs werden von Suchmaschinen leichter gefunden als statische Internetseiten. Sie werden gerne verlinkt und zitiert und verbreiten sich dadurch rasch im Netz. Ähnliches gilt natürlich auch für die anderen Kanäle wie Twitter, Flickr, YouTube, Facebook etc.

Auffallend war allerdings, dass sich von der Anzahl der Google-Einträge nicht zwingend Rückschlüsse auf Social-Media-Aktivitäten schließen lassen. Drei Beispiele:

Beispiel 1: Die Berliner Philharmoniker sind per se schon so bekannt, dass deren Social-Media-Aktivitäten bei den Google-Einträgen kaum ins Gewicht fallen.  Die Motivation ihrer Web-Aktivitäten war insofern sicherlich nicht, den Bekanntheitsgrad zu steigern.

Beispiel 2: Die Duisburger Philharmoniker machten durch ihre rege Web-Aktivität deutschlandweit auf sich aufmerksam. Ihre Aktivitäten wirkten sich unmittelbar auf Google aus. Bereits auf den ersten Seiten stehen Einträge zu ihren Social Media-Aktivitäten.  Überrascht hatte mich ehrlich gesagt nur, dass die Anzahl der Einträge unter 20.000 liegt.

Beispiel 3: Das Städel Museum war auch schon vor Beginn seiner Social Media-Aktivitäten sehr bekannt Seine Google-Einträge gehen in die Hunderttausende, und auf den ersten beiden Google-Seiten sind ebenfalls Verweise auf Social Media.

Wo liegt der Unterschied? Meiner Meinung nach liegt er in der Wahl des „Social-Media-Namens”. Das Städel Museum ist auf allen Kanälen mit „staedelmuseum” zu finden. Dies führt eben auch dazu, dass diese Aktivitäten in den Suchmaschinen ganz vorne gelistet sind. Die Berliner Philharmoniker nennen sich kurz „BerlinPhil” und über die Social-Web-Aktivitäten der Duisburger Philharmoniker wird man unter „Philharmoniker” informiert.

Fazit
Das heißt also, dass eine Kultureinrichtung, der es vor allem darum geht, dass ihr Name in Suchmaschinen gefunden wird, um die Bekanntheit zu steigern, gut daran tut, den Namen der Institution konsequent in den einzelnen Profilen zu führen. Spielt der Name eine untergeordnete Rolle kann natürlich auch eine verkürzte Schreibweise verwendet werden. Um noch mal auf das Beispiel Duisburger Philharmoniker zurückzukommen. Ihnen bzw. deren Web-Team ist es durch die Wahl des Namens „Philharmoniker” gelungen, dass jeder, der im Internet einfach nur nach „Philharmoniker” sucht, bei ihnen landet. Also eine sehr clevere Wahl!

Ausblick: Nächste Woche stelle ich die einzelnen Kanäle vor, die benutzt werden.

Teil 1 - Studie Museen und Orchester im Social Web | Einleitung

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