Posts Tagged ‘Kommunikation’

Raus aus dem Feuilleton, rein in die Twitter-Timeline

Donnerstag, Mai 3rd, 2012

Da staunte ich nicht schlecht, als ich vorgestern in meiner Timeline folgenden Tweet vorfand. Nichts Besonderes, denken Sie?

Mich sprach er in zweierlei Hinsicht an und das, obwohl oder gerade weil ich vielen Kultureinrichtungen folge und mich auch mit vielen unterhalte. (weiterlesen…)

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Kontakte entstehen nicht durch statische Webseiten

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

Screenshot Homepage MdBK Leipzig

Im Rahmen meiner Studie hatte ich nicht nur nachgesehen, ob die Social-Media-Profile untereinander verknüpft sind, sondern auch inwieweit auf der Internetseite oder in Newslettern auf die Profile hingewiesen wird.

Ist schon die Vernetzung der einzelnen Online-Profile untereinander ausbaufähig (siehe entsprechend Blogposts etwa hier und hier), ist es bei der Einbindung der Icons in die Internetseite und Newsletter - gar nicht zu sprechen von den Printprodukten - erst recht ausbaufähig.

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: Die gute Nachricht - die Zahl derer, die ihre Profile auf den Homepages angeben nimmt zu. Waren es im Februar lediglich rund 31 % der Museen und 43 % der Orchester, die auf ihrer Homepage auf ihre Social-Media-Profile hingewiesen haben, sind es jetzt im Juli schon 47 % der Museen respektive 67 % der Orchester. Inwieweit die Profile auch in Newslettern angekündigt werden, kann ich nicht beurteilen, da ich nur von den wenigsten Newsletter abonniert habe. Ich vermute, dass die Tendenz hier ähnlich aussieht, wie bei der Einbindung auf der Homepage.

Dennoch: Der Verweis auf die Social-Media-Profile bei Printprodukten (Flyer, Anzeigen, Broschuren etc.) geht hingegen gegen Null. Ich bin mir nicht sicher, ob einfach keiner an die Verlinkung gedacht hat oder ob schlichtweg die Parallelwelten - hier klassisches Marketing, dort neue Medien - aufrechterhalten werden sollen. Möglicherweise liegt ja auch die Annahme zugrunde, dass Newsletter-Abonnenten oder Homepage-Besucher sich eh nicht für die neuen Medien interessieren und man sie auch nicht überfordern will. Vergessen wird dabei, dass man natürlich einerseits dadurch Interesse und Neugierde an Social Media weckt und dass sich gerade unter den Facebook-Nutzern immer mehr ältere Menschen befinden.

Außerdem ist eine vertane Chance, aus den Abonnenten oder Homepage-Besuchern Fürsprecher zu machen, indem eine Institution als Dialogpartner auftritt und wertvolles Feedback erhält. Und nicht zu vergessen: „Fans wissen mehr” (so der Slogan des Museums für Bildende Künste Leipzig) und sie multiplizieren dieses Wissen sogar im Netz.

Eine der wenigen Institutionen, für die die Verknüpfung aller Kommunikationsinstrumente selbstverständlich ist, ist das Österreichische Jüdische Museum in Eisenstadt. Der Direktor Johannes Reiss begründet dies folgendermaßen:

„Das hat zum einen sehr pragmatische Gründe: Wenn BesucherInnen unser Museum besuchen und sich diese Flyer, Prospekte etc. mitnehmen, haben sie so die Chance, mit uns in Kontakt zu bleiben, auch wenn sie wieder zu Hause sind, evtl. die eine oder andere Frage zu stellen, aber auch - umgekehrt - uns etwa Hilfe in Spezialfragen zu geben. Es gibt kaum Befriedigenderes, als wenn aus einem (kurzen) Museumsbesuch ein nachhaltiger Kontakt entsteht! Und diese Kontakte können nicht durch statische Webseiten entstehen und wachsen.

Oder mit anderen Worten: Web und insbesondere Web 2.0 und Social-Media-Dienste waren und sind für uns keine zusätzlichen Angebote im Sinne eines Angebots mit anderer qualitativer Gewichtung, sondern sowohl das physische Museum (in Eisenstadt, mit Ausstellung und Synagoge) als auch unsere Onlineangebote sind substantieller Teil der musealen Gesamtidentität.”

Wäre wünschenswert, wenn in naher Zukunft viele Kultureinrichtungen diesem Beispiel folgen würden.

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Formspring – Sinnvoll für Kultureinrichtungen?

Donnerstag, Dezember 17th, 2009

Formspring.me

Derzeit macht ein neues PR-Tool namens Formspring.me die Runde. Ich habe mir die Für und Widers u. a. bei Twitter eine Weile angesehen, unschlüssig, ob ich das nun mitmachen will oder nicht. Letztenendes obsiegten die Neugierde und die Entdeckerlust und so habe ich mir ein Profil angelegt.

Die Idee hinter Formspring.me ist äußerst einfach. Auf der Plattform werden, nicht unähnlich den Gästebüchern auf Homepages, Fragen an registrierte Nutzer gestellt. Diese können auch anonym erfolgen und der User beantwortet diese dann. Die Befragten müssen allerdings auch nicht alle Fragen beantworten. Die Fragen erscheinen erst dann öffentlich, wenn sie auch beantwortet sind. Der Link kann im Blog eingebunden werden und/oder über Twitter und die sozialen Netzwerke verbreitet werden, um den eigenen Freundeskreis zum Fragestellen aufzufordern.

Ob sich Formspring.me für mich als sinnvoll erweisen wird, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich schau’s mir jetzt ersta mla an. Für Kultureinrichtungen halte ich es allerdings für eine gute Ergänzung zu den bestehenden Social-Media-Kanälen.

Meine Argumente dafür, dass Kultureinrichtungen es nutzen sollten:

  • All diejenigen, die im Internet nicht namentlich in Erscheinung treten wollen (ich meine damit nicht die „Unter-der Gürtellinie-Kritiker” sondern diejenigen, die aus persönlicher Überzeugung nicht im Netz auftauchen wollen) haben dennoch die Möglichkeit Fragen zu stellen.
  • Manchen Fragen passen nicht in das Umfeld eines Blogbeitrags, taugen nicht als Pinnwandeintrag und sind zu lang, um als Tweeds gestellt zu werden.
  • Es können (auch kritischere) Fragen gestellt werden, selbst wenn der Fragesteller sich nicht traut, dies öffentlich zu tun.

Kritische Stimmen mögen nun sagen, dass damit den „Unter-der Gürtellinie-Fragen” bzw. den äußerst kritischen Fragen Tür und Tor geöffnet werden. Ich denke allerdings, dass in Zeiten des Web 2.0 die kritischen Stimmen auch anderswo ihr Ventil finden, ausschließen lassen sie sich nie und so haben die Kultureinrichtungen es selbst in der Hand zu reagieren (oder sie verpuffen zu lassen).

Was halten Sie davon?

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Interviews als PR-Tool

Donnerstag, Oktober 16th, 2008

Interviews sind für mich mittlerweile ein sehr beliebtes PR-Tool geworden. Ich unterscheide dabei zwei Versionen, mit denen ich auch zwei unterschiedliche Intentionen verfolge. Zum einen die Sorte, wo sich mein Kunde (oder auch ich mich) auf der Internetseite kurz und knapp präsentiert, um ein paar Schwerpunkte, Besonderheiten und Eigenschaften darzulegen.

Die andere Variante sind ausführliche Interviews, die für mich schon lange einen festen Bestandteil einer jeden Pressemappe meiner Kunden bilden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Art einer Presseinformation oder besser gesagt einer Hintergrundinformation sich gerade für Musiker besonders gut eignet. Ich biete den Journalisten diese Interviews als eine Inspirationsquelle an - ich will sie ja nicht bevormunden - und gestatte ihnen auch Fragen (und Antworten) daraus zu übernehmen und als die ihren auszugeben. Diese Vorgehensweise kam bisher immer sehr gut an und die Journalisten fühlten sich auch nicht bevormundet, sondern sahen es wirklich als eine Bereicherung an.

Ich finde, ein solches Interview hat den Vorteil, dass es Journalisten oder auch sonstige Leser (ich stelle sie auch auf der Internetseite des jeweiligen Kunden ein) einfach quer lesen können und sich die Aspekte rausziehen können, die für sie gerade interessant sind und nicht einen kompletten Text lesen müssen. Außerdem habe ich dadurch auch die Möglichkeit, ein viel persönlicheres Bild von meinem Interviewpartner/Kunden zu geben, als das in einer Pressemeldung möglich ist. Für mich persönlich ist es oft auch sehr erhellend. Einerseits muss ich noch mal ganz anders in die Materie einsteigen, mir Fragen überlegen, deren Antworten Leser und Journalisten gleichermaßen interessieren. Andrerseits erfahre auch  ich einige Details, die ich für eine Pressemeldung nicht abgefragt hätte, ich aber dennoch interessant finde.

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