Posts Tagged ‘Kultureinrichtungen’

Tagung aufbruch. museen und web 2.0 ¦ Interview mit Christian Gries

Donnerstag, April 5th, 2012

Logo aufbruch museen und web 2.0Am 20. April findet bereits zum zweiten Mal die Tagung „aufbruch. museen und web 2.0” in München statt. In diesem Jahr schließt sich ein Barcamp - das stARTcamp München an die Tagung an. Ich habe mit einem der Mitorganisatoren, Dr. Christian Gries von Janusmedia, über die Tagung und das stARTcamp gesprochen. (weiterlesen…)

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Rechtliche Stolperfallen (2) Kultur, Social Media und Recht

Freitag, März 16th, 2012

© skvoor, Fotolia.com

© skvoor, Fotolia.com

Nachdem vergangene Woche das Urheberrecht Thema war, sollen diese Woche ein paar Aspekte, des schier unerschöpflichen Themas Recht und Social Media, herausgegriffen und in Erinnerung gerufen werden. Viele Punkte wurden schon häufig genannt. Auf Spreerecht wurden sie alle schon mal ausführlich in einzelnen Blogbeiträgen dargelegt. Aber manchmal schadet es ja nicht, einige Punkte noch einmal aufzugreifen. Und wie auch schon vergangene Woche hat mir freundlicherweise Sebastian Dramburg für den Blogpost Woche Rede und Antwort gestanden.

Da wäre zunächst die Impressumspflicht bei Twitter und Facebook, oft erwähnt, nicht immer umgesetzt. Warum, weshalb und wie ist das Impressum einzubinden?

Rechtsanwalt Sebastian Dramburg

Rechtsanwalt Sebastian Dramburg

Sebastian Dramburg: Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen konkreten Web-Plattformen, d. h. aus rechtlicher Sicht besteht kein Unterschied zwischen einer Unternehmenswebsite, einem Newsblog oder eben einem Social Media Account wie bei Facebook oder Twitter. D. h. sobald eine derartige Plattform beruflich genutzt wird, muss die Impressumspflicht erfüllt werden.

Blog ist klar, aber besteht auch für andere Plattformen wie etwa Flickr, YouTube oder issuu die Impressumspflicht? Wenn ja, reicht die „2-Klick-Regel”?

Sebastian Dramburg: Ja, die Pflicht besteht. So muss beispielsweise ein Unternehmen, das einen Youtube-Kanal für seine Spots betreibt auch hier ein Impressum bereit halten.

Da es in den USA aber keine Impressumspflicht gibt und die meisten Plattformen da her kommen, ist es nicht immer möglich, das Impressum direkt dort unterzubringen.

Das ändert aber nichts an der Impressumpflicht. So wurde bereits durch ein deutsches Gericht entschieden, dass bei Facebook eine derartige Pflicht besteht.

Hier kommt die sog. “2-Klick-Regel” ins Spiel. Danach darf das Impressum auf einer Internetpräsenz (Youtube, Twitter, Blog, Facebook, etc.) nie länger als zwei Klicks entfernt werden.

Es bietet sich daher immer an, auf der Profilseite einen Direktlink auf das Impressum der Website zu setzen. Die beiden Bilder verdeutlichen es vielleicht etwas besser:

Screenshot der StädelMuseum-Facebook-Seite
Screenshot der StädelMuseum-Facebook-Seite
Screenshot der Spreerecht-Facebook-Seite
Screenshot der Spreerecht-Facebook-Seite

Twitter hingegen bietet sehr wenig Möglichkeiten, das eigene Profil zu gestalten. Um hier die Impressumspflicht zu erfüllen, sollte man, um sicher zu gehen, direkt auf das Impressum seiner Website verlinken.

Noch einmal zurück zu Facebook. Viele Kultureinrichtungen sind mit einer Seite vertreten ohne dass die Fans wissen, wer für die Seite schreibt. Das ist aus rechtlicher Sicht ja völlig in Ordnung. Doch was ist, wenn die Seite bei anderen Seiten oder Profilen kommentiert?

Sebastian Dramburg: Auch hier haftet dann nach außen der Betreiber der Facebookseite, also die Kultureinrichtung. Es gilt nichts anderes, als wenn ein Mitarbeiter einer Kultureinrichtung per Telefon woanders anruft und dort rumpöbelt. Handelt der Mitarbeiter während der Arbeitszeit, dann muss sich dies in den meisten Fällen der Arbeitgeber zurechnen lassen.

Insofern bieten die Kürzel in erster Linie Transparenz für das Unternehmen (welcher der Mitarbeiter war das?).

Und wie sieht es aus, wenn die Seiten-Admins namentlich bekannt sind. Darf dann unter Verwendung eines Kürzels auf einer anderen Seite kommentiert werden?

Sebastian Dramburg: Die Haftung wäre dann wie oben beschrieben. Die Verwendung von Kürzel ist keine Voraussetzung für das Kommentieren.

Das Problem beim Kommentieren auf anderen Seiten kommt aus einer anderen Ecke: Es kann als Werbemaßnahme eingestuft werden und gegen das Wettbewerbsverbot verstoßen. Hier sollte also nicht unüberlegt gepostet werden.

Was gibt es generell bei der Einbindung der Social-Media-Icons auf der Website, dem Blog, in Präsentationen etc. zu beachten?

Sebastian Dramburg: Facebook selber gibt genaue Vorgaben an, wann und wie deren Logos und Zeichen verwendet werden sollen:

Grundsätzlich gibt es keine allgemeine Regel, da die Plattformen hier selbst die Vorgaben bestimmen können. Realistischer Weise muss man aber sagen, dass es keine Probleme geben wird, wenn man mit einem Icon auf seine Social Media Seite verweist und hier nicht das Logo massiv verändert.

Datenschutz ist ja auch bei Blogs ein Thema. Was gibt es zu beachten?

Sebastian Dramburg: Jede Website braucht eine Datenschutzerklärung, um die Besucher der Seite über die Datennutzung und -erhebung aufzuklären. Je nach Art der Datennutzung und nach Nutzung der verschiedenen Social Plugins muss die Datenschutzerklärung entsprechend angepasst werden. Es gibt also kein “one-fits-all”-Muster.

Zudem sollte nicht zuletzt wegen der Diskussion in Puncto “Datenschutz vs. Social Plugins” besonders darauf geachtet werden, dass die Datenschutzerklärung einer Website auf dem aktuellen Stand ist.

Auf das Thema Bilder einzugehen würde vermutlich den Rahmen sprengen. Oder können Sie dazu in wenigen Sätzen was sagen?

Sebastian Dramburg: Puh :-)

Die Grundaussage ist stets: Fremde Inhalt in der Regel nur nach entsprechender Einwilligung nutzen. Das gilt für Texte ebenso wie für Bilder. Wobei ja Textzitate möglich sind, aber Bildzitate hingegen nur in sehr engen Voraussetzungen verwendet werden können.

Das heißt, vor der Verwendung fremder Fotos, Grafiken, Videos, Musik und Texten sollte eine Einwilligung eingeholt werden, um Ärger zu vermeiden.

Haben Sie einen Tipp, wie sich beispielsweise Museen verhalten sollten, wenn Fotos aus Ihren Ausstellungen gepostet werden? Viele Häuser gehen ja sehr strikt mit Copyright um.

Sebastian Dramburg: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Aus rechtlicher Sicht ist klar: Liegt keine Erlaubnis vor, dann kann es gegen das Urheberrecht verstoßen, wenn fremde Fotos verwendet werden. Nicht immer macht es aber Sinn, sofort mit der Rechtskeule zuzuschlagen. Es kommt also immer auf den Einzelfall an und eine pauschale Aussage ist schwer zu treffen. Denn es spielt natürlich auch eine Rolle, wer das eigene Bild verwendet. Ist es ein Kunstfreund, der in dem Blog über die Ausstellung berichtet, dann sollte anders verfahren werden, als wenn bspw. ein Unternehmen das Foto für eigene Zwecke kommerziell verwendet.

Vielen Dank, Sebastian Dramburg,  für die Antworten und Statements für die beiden Blogbeiträge!

Vor längerer Zeit hat sein Kollege Thomas Schwenke im Treffpunkt Kulturmanagement über das Thema Onlinerecht referiert. Die Aufzeichnung gibt’s hier zu sehen.  Und noch mehr Informationen gibt es in seinem Buch “Social Media Marketing und Recht“.

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Linktipps 15-3-2012 ¦ Kultur-Tweetups

Donnerstag, März 15th, 2012

KultUp-Logo. Gestaltung Birgit Schmidt-Hurtienne Heute in einer Woche steht der erste Frankfurter Kultur-Tweetup an. Ort des Geschehens ist das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt. Die Reihe haben wir unter das Motto “Tweet up your cultural life!” gestellt.

und bei

  • KultUp gibt es detaillierte Infos darüber, was wir vorhaben und wie’s funktioniert.

In diesem Sinne “Tweet up your cultural life!”

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Rechtliche Stolperfallen (1) – Scannen, Zitieren, Verlinken

Freitag, März 9th, 2012

© skvoor, Fotolia.com

© skvoor - Fotolia.com

In den vergangenen Wochen war viel von Urheber- und Nutzungsrecht im Kulturbereich die Rede. Die Abmahnungen der Süddeutschen und der Frankfurter Allgemeineen Zeitung gegenüber Künstlern haben für reichlich Aufregung gesorgt.

Ich möchte etwas Licht ins Dunkel bringen und da ich keine Rechtsexpertin bin, habe ich mir mit Sebastian Dramburg
von der Berliner Rechtsanwaltskanzel Schwenke & Dramburg - im Netz unter Spreerecht bekannt - einen Experten ins Boot geholt.

Das Feld der „Rechtsverfehlungen im Netz” ist weit. Im Folgenden gehe ich nur auf das Thema „Zitieren” bzw. Einstellen von Ausstellungs-, Konzert- oder Theaterbesprechungen etc. ein.

Die häufigsten unkorrekten Darstellungsformen, die mir bei der Recherche aufgefallen sind, waren:

  • Zitate aus Besprechungen ohne jeglichen oder mangelhaften Hinweis auf das Medium,
  • Komplett eingescannte Artikel oder,
  • „nur” Zitate mit denen die künstlerische Leistung unter Beweis gestellt werden soll.

Dass die beiden erstgenannten Punkte ein No-Go sind, versteht sich von selbst. Ersterer verstößt nicht nur gegen jedwede Form des korrekten Zitierens, sondern auch gegen die Netiquette. Auch beim zweiten Punkt dürfte jedem einleuchten, dass es sich um einen Rechtsverstoß handelt, sofern die Autorin/der Autor bzw. der Verlag nicht die Zustimmung gegeben hat.

Viele Künstler und PR-Verantwortliche sind davon ausgegangen, dass ein Zitat mit Quellenangaben, das lediglich aus ein paar Sätzen besteht, erlaubt sind. Dass dem nicht so ist, zeigt der Fall FAZ/Oper Frankfurt. Klar, wer (mich eingeschlossen) weist nicht gerne auf Berichte in namhaften Medien hin? Wenn Sie jetzt denken, Sie fragen einfach bei der Redakteurin/beim Redakteur nach, ob Sie den Beitrag veröffentlichen dürfen, liegen Sie leider falsch. Die Einwilligung muss der Verlag erteilen. Fragt man sich natürlich was das Problem der Medien dabei ist? Ist es nicht für beide Parteien eine „Win-Win-Situation”?

Rechtsanwalt Sebastian Dramburg

Rechtsanwalt Sebastian Dramburg

„Nicht ganz”, sagt Sebastian Dramburg dazu „Es kommt vor allem auf die Länge des Zitats an. Wenn komplette Texte verwendet werden, ist klar, dass dies nicht mehr vom Zitatrecht gedeckt ist. Wenn man Ausschnitte aus einem Text nutzen möchte, dann ist dies nur möglich, wenn man sich auch inhaltlich mit dem zitierten Text auseinander setzt. Die häufigsten Problem ist, dass entweder zu viel Text übernommen wird, oder der Text gar nicht als Zitat verwendet wird, sondern einfach nur kopiert wird, ohne sich inhaltlich damit zu befassen”.

Ein frei erfundenes Beispiel:

Die positiven Pressestimmen und die Reaktionen der Zuhörer haben uns ermutigt auch im nächsten Jahr kein barockes Werk zur Aufführung zu bringen, sondern erneut Werke aus dem 19. Jahrhundert auf den November-Spielplan zu setzen, nicht zuletzt auch deshalb, weil unsere Interpretation so positiv bewertet wurde „[...] Der Chor hat in diesem Jahr in die von Barockmusik geprägten Weihnachtskonzerte eine Bresche für Neues geschlagen und damit großen Mut bewiesen. Er präsentierte französische und italienische Kompositionen der Romantik auf höchstem Niveau. [...]” [Name Medium, Link]

Gleiches gilt auch wenn man aus einem Online-Artikel oder einem Blogbeitrag ein Zitat übernimmt und direkt darauf verlinkt wird. Denn, so der Anwalt „ob online oder offline Inhalte spielt dabei keine Rolle. Sobald ein Text eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht hat, ist er urheberrechtlich geschützt. Wenn ich also im Rahmen eines Beitrages fremden Text als Zitat nutzen möchte, dann

  • darf ich nicht mehr als nötig kopieren,
  • muss ich den Text als Zitat kennzeichnen,
  • darf den Text nicht verändern und
  • muss die Quelle benennen und wenn möglich verlinken.”

So wie das meist unerlaubte Einstellen von ausgewählten Zitaten auf der Website, so gehört auch das Erstellen von Clipping-Dokumentationen (Medienspiegel) zum PR-Geschäft - schließlich wollen die Sponsoren sehen, wofür sie ihr Geld hergeben. Da werden ganze Bücher mit Pressebelegen gefertigt und verteilt. Da dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Medien passiert, scheint sich daran allerdings niemand am Urheberrecht zu stören, oder? „Auch bei den sog. Pressespiegeln oder Medienclippings darf man die Inhalte nur nach Einwilligung der Autoren/Verlage nutzen. Durch die Erwähnung des eigenen Unternehmens oder des Kunden wird keine Erlaubnis fingiert.

Nach § 49 UrhG ist eine Nutzung von Pressespiegeln ohne Einwilligung nur unternehmensintern erlaubt. Sobald also eine Agentur eine Pressemappe einem Kunden zu Verfügung stellt, liegt hier eine Verletzung des Urheberrechts vor.”

Gern integriert wird bei der Nennung des Zitats auf der Website in dem Zusammenhang auch immer das Logo des Mediums. „Das Textzitat betrifft nur den Text. Das heißt Fotos, oder urheberrechtlich geschützte Logos dürfen weiterhin nur mit Einwilligung genutzt werden. Möglich ist die Nutzung eines Markenlogos, wenn sich bspw. mit dem Unternehmen auseinander gesetzt wird. Werden die Logos und Marken aber aus Selbstdarstellungsgründen verwendet, wie bspw. bei „Unsere Kunden in den Medien” kann es hier Ärger geben”, so Dramburg.

Also, wer Ärger vermeiden will, sollte so wenig wie möglich zitieren und/oder sich die Einwilligung des Verlags holen (die dann häufig kostenpflichtig ist).

In einem zweiten Beitrag werden wir einige, für Kultureinrichtungen relevante, Aspekt des Social-Media-Rechts beleuchten.

Auf Spreerecht gibt es auch einen Blogbeitrag zum Zitieren.

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Das war’s mit der Kultur - Es war schön mit dir in diesem Jahr

Mittwoch, Januar 18th, 2012

© Ioannis Kounadeas, Fotolia

Während die Welle der Jahresvorschauen vorbei ist, bin ich schon am Ende des Jahres 2012 angekommen und befasse ich mich mit dem Jahresrückblick 2012. Das hat auch einen ganz einfachen Grund: Christoph Deeg hat zur Blogparade aufgerufen.

Was wird in den Bereichen Social-Media und Gaming passieren? Wird 2012 ein besonders gutes Jahr? Werden wir tolle neue Projekte erleben?

Christoph, du wirst es mir nachsehen, dass ich nichts zu Gaming schreibe - das ist dein Metier.

Ein paar Beobachtungen

2012 war das Jahr indem die Nutzung von Social Media und das Bewegen im Social Web zunehmend normal wurde und beides ein selbstverständlicher Teil im (Kommunikations-)Alltag wurde.

Interaktionen wurden wichtiger

In den vergangenen zwölf Monaten habe ich beobachtet, dass Kultureinrichtungen zunehmend mutiger wurden und mehr Wert auf Interaktion gelegt haben. Es kam teils schon fast einem Wettbewerb gleich, wie sie sich mit Maßnahmen überboten. Gleich zum Jahresbeginn startete etwa das Museum für Völkerkunde Hamburg ein Fotogewinnspiel, wenig später initierte das MMK Frankfurt die “MMK Sprechstunde” auf Facebook, bei der sie die Fans aufforderten, Fragen ans Team zu stellen.  Bereits Ende bewies das Thalia Theater Mut, indem es bei Facebook über den Spielplan 2012/13 abstimmen ließ und das Maxim Gorki Theater brachte Effi Briest online zur Aufführung, und hat es damit sogar ins Mashable-Blog (!) geschafft. Und das war erst der Anfang, zahlreiche ähnliche Aktionen folgten im Jahresverlauf.

(Musik-)theater und Festivals boten nicht nur Livestreams zu Gesprächsrunden mit Dirigenten, Musikern und Regisseuren an, sondern ließen das Publikum per Chat partizipieren, wie etwa die Bayerische Staatsoper zum Ring des Nibelungen.

Twitter lebendig wie nie zuvor

Museen hingegen übertrugen ihrer Pressekonferenzen live und online (Nachtrag: Z. B. Staatstheater Wiesbaden)  und luden Twitterer ein, von den PKs zu Ausstellungseröffnungen zu twittern, wie etwa das Haus der Kunst in München. Zurückzuführen war dies auf die von aufbruch. museen und web 2.0 ursprünglich für den Münchner Raum konzipierten und organisierten Tweetups, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuten. Nachdem es einen bundesweiten “Tweetup-Museums-Tag” gab, organisierten viele Museen, vom Erfolg überwältigt, Tweetups und Adaptionen desselben an. Ich finde es besonders erfreulich, dass die Museen die Möglichkeiten und auch die Vorteile, die solch ein Event bietet, erkannt haben: Kulturvermittlung, Steigerung des Bekanntheitsgrades, Beziehungspflege um nur einige Stichwörter zu nennen, die ich mit diesem Event verbinde. Ich habe munkeln gehört, dass für 2013 auch Orchester und Opernhäuser sich etwas in diese Richtung überlegen.

Twitter-Events nach den Vorbilder “Ask a curator” bzw. “Ask the musician” machten erfreulicherweise ebenfalls die Runde. Im kleinen Stil begann die Kronberg Academy bereits 2009 mit Twitter-Interviews (KAtalk), das Beethovenfest Bonn hat 2011 zum Interview mit mehreren Orchester “geladen” und in den vergangenen zwölf Monaten folgten weitere Festivals diesem Vorbild.

Kulturvermittlung

Apropos Kulturvermittlung. Dieses Thema hat ebenfalls neue Dimensionen erreicht. Nicht nur dass die Kultureinrichtungen selbst, durch entsprechende Beiträge Kultur vermittelten, sondern die Vermittlerrolle wurde zunehmend von den Fans und Freunden selbst eingenommen und es entstanden sich gegenseitig befruchtende Gespräche in den Kommentaren der Blogs. Wer etwas wusste, hat dieses Wissen in „die Waagschale” geworfen.

Glücklicherweise erfreuen sich Blogs bei Kultureinrichtungen größerer Beliebtheit. Endlich sind auch die „posterous-Endungen” weggefallen und die Museen haben erkannt, dass eine eigene Vanity-URL zur Schärfung des eigenen Profils und für den Markenauftritt unabdingbar sind.

In den zurückliegenden Monaten herrschte aber noch nicht überall eitler Sonnenschein. Es gibt immer noch ein paar Unverbesserliche, die unemotionale Standardmeldungen veröffentlichen, auf Twitter-Anfragen nicht reagieren und das alleinige Heil in Facebook sehen. Aber: Es werden weniger.

Chancen für kleine Kultureinrichtungen

Bei all den positiven Entwicklungen darf allerdings auch nicht vergessen werden, dass die Masse der Kultureinrichtungen, die kleinen sind, für die es unglaublich schwierig ist, zeitlich und personell im Social Web Fuß zu fassen. Einige sind dem Beispiel der Würzburger Bachtage gefolgt und sind Social-Media-Partnerschaften bzw. Kooperationen eingegangen. Hat Birgit Schmidt-Hurtienne 2011 lediglich ein Interview zu Beginn und nach Ende der ersten Social-Media-Partnerschaft geführt, konnte sie sich 2012 vor Anfragen nicht mehr retten. ;-)

Es war ein wunderbares Kultur-2.0-Jahr! Weiter so, liebe Kultureinrichtungen.

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Leidenschaft, Engagement, Passion – Gedanken und Linktipps

Montag, September 19th, 2011

Vergangene Woche haben mich zwei Beiträge bereichert, die auch irgendwie zusammenpassen und sich auch ergänzen.

Da ist zum einen der Videomitschnitt von Christoph Bornschein bei der webinale, auf den ich bei Kultur 2 Punkt 0 gestoßen bin.

Es lohnt sich, sich die 30 Minuten Zeit zu nehmen. Auch wenn es in dem Beitrag um Konsumgüter, um Marken geht, enthält der Vortrag einige interessanten Aspekte, die auch auf den Kultursektor übertragen werden können bzw. die auch für Kulturvermittler einen Gedanken wert sein sollten.

Ein paar Stichpunkte

„Silo-Denken”: Die verschiedenen Abteilungen, die in einem Unternehmen für Marken profilbildend sind, arbeiten nicht zusammen, reden nicht miteinander. Gemeint sind: PR (hat die Aufgabe stets etwas Neues zu erzählen), Marketing (zahlt auf die Marke ein) und die Medienabteilung (sorgt für die nötige Reichweite). Um jedoch nachhaltig zu wirken und mit interessanten redaktioneller Inhalten zu punkten müssen alle Abteilung langfristig zusammenwirken.

Love Brands kommunizieren weniger, sind weniger Dialogorientiert als „normale” Marken (kennen wir auch von Kultureinrichtungen).

Sinn und Zweck von Gewinnspiele. Kultureinrichtungen haben meines Erachtens Gewinnspiele, sofern sie nicht kulturvermittelnd motiviert sind, nicht nötig. (Ausführlicher habe ich mich in den Kommentaren bei Steffen schon geäußert.)

Relevanz ist Abstoßung von anderen. Gemeint ist damit, dass nicht jede Marke und ihr Social-Media-Auftritt auf breiten Zuspruch findet, Mainstream ist, sondern dass diese Marken bei wenigen dafür umso passionierteren Fans/Dialogpartner auf regen Zuspruch stößt.

Leidenschaft, Engagement, Passion.

Dieser letzten Punkt wurde auch von Thilo Specht in dem Beitrag mit dem provokanten Titel „Tschüss Social Media, es ist vorbei! The Passion Haz Gone” umfassend erläutert. Christian Henner-Fehr hat im Hinblick auf diesen Artikel bei Facebook die Frage gestellt, ob man Social Media und die Leidenschaft, die es dafür braucht lernen kann. Lernen kann man sie sicherlich nicht. Entweder man hat sie oder man sie nicht. ;-) Man kann sich allerdings davon anstecken lassen. Wenn ein(e) Social-Media-Verantwortliche(r) für die eigene Kultureinrichtung und ihre Themen „brennt”, sich leidenschaftlich dafür einsetzt wird sie auch Social Media leben. Nicht selten wird ja auch davon gesprochen, dass Social Media eine Einstellung, eine Haltung ist - Passion - eben und nicht nur eine Aufgabe. Voraussetzungen sind meines Erachtens ein gesundes Maß an Selbstdarstellung, Lust am Diskutieren und sich auch als Person (und mit dem eigenen Namen) voll und ganz für die Kultureinrichtung einzusetzen und für sie zu sprechen, um Social Media erfolgreich umzusetzen.

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