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Das war der Kulturinvestkongress 2009 – Mein Resümee

Montag, November 2nd, 2009

Mit ein bisschen Abstand hier nun meine Eindrücke und was ich so alles vom Kulturinvestkongress ich so alles mitgenommen habe. Ich kann nun sagen: Es war doch so Einiges …

Aufgrund der Fülle der Vorträge - vier im Hauptforum und 45 in den einzelnen Paneels zwei Tagen - möchte ich nur auf ein paar eingehen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.

Das war zunächst gleich am ersten Tag im Hauptforum der Vortrag von Thomas Girst, Sprecher Kulturkommunikation der BMW Group. Sein Vortrag war überschrieben mit „Geld ist der Fluch der Kunst”.

Ein paar Zahlen aus dem Vortrag:

  • Für jeden Euro der ins Sponsoring fließt, investiert das Unternehmen 4 bis 5 Euro zusätzlich in die flankierende Kommunikation des Sponsorings
  • Das Unternehmen sponsert in den drei Bereichen Klassische Musik, Zeitgenössische Kunst und Architektur & Design
  • Jährlich gehen etwa 2.000 Anfragen ein

Bezüglich Frank Tentlers Vortrag verweise ich auf die Slides von der stARTconference 2009 , falls es unter meinen Leserinnen und Lesern noch welche gibt, die das Projekt Philharmonie 2.0  noch nicht kennen sollten. Wobei die Folien natürlich den leidenschaftlich vortragenden Frank nicht ersetzen können.

Im Vortrag „Cultural Hacking” von Prof. Dr. Thomas Düllo von der UDK Universität der Künste Berlin ging es um das Eindringen in fremde Systeme,  sich orientieren und neue überraschende Orientierungen einführen. Zu dem Thema gibt’s demnächst einen extra Blogbeitrag, der dann nicht nur auf den Vortrag beschränkt bleibt.

Unter dem Vortrag „Ausstellungsmarketing 2.0″ von Dr. Katharina von Chlebowski, Managementservice für Kulturbetriebe, Neue Nationalgalerie, Berlin hatte ich mir zwar vorgestellt, dass es um Web 2.0 geht, doch die Erläuterung, wie die Nationalgalerie den Einsatz der klassischen Marketinginstrumente weiter professionalisiert und innovative Dienstleistungen hervor gebracht hat - Stichwort Ticketing - war sehr aufschlussreich.

Zum Abschluss zeigte dann noch Birke Natemeyer, Reiseanlass Kultur, DB Vertrieb GmbH in ihrem Vortrag „Entwicklung von Zielmärkten für den Reiseanlass Kultur” auf, wie Kooperation der Deutschen Bahn mit Kultureinrichtungen aussehen können. Klar, dass dabei im Mittelpunkt die speziellen Angebote der Deutschen Bahn zu Kulturveranstaltungen standen aber auch deren kommunikative Begleitung der Partnerschaft. Ich hatte den Eindruck, dass die Deutsche Bahn neuen Veranstaltungen durchaus aufgeschlossen gegenüber steht und ein Anruf allemal lohnt.

Am Donnerstagabend fand bereits die Verleihung des Kulturmarken-Awards statt, von der ich auch live getwittert hatte. Die stARTconference (hier deren Kongressbericht) stand ja bekanntlich auf der Shortlist für die Trendmarke des Jahres 2009 (und ist es leider nicht geworden).

Die Preisträger 2009 sind:

Karl Janssen (Kulturdezernent der Stadt Duisburg) und Folkert Uhde (Radialsystem V) wurden als Kulturmanager des Jahres 2009 ausgezeichnet.

Die  Bregenzer Festspiele wurden Kulturmarke des Jahres 2009.

Das Kulturnetzwerk Neukölln mit seinem Projekt “48 Stunden Neukölln” wurde zur Trendmarke des Jahres 2009 gekürt.

Glückwunsch auch noch mal an dieser Stelle an alle!

Es war eine sehr gelungen Gala im Berliner Admiralspalast. Das Oktett der Dresdner Sinfoniker stimmte anfangs mit Frank-Zappa-Stücken ein.  Heinz Conrad Walter und Eva Neumann von der Agentur Causales moderierten den Abend. Die Laudationes und  Dankesreden hatten genau die richtige Länge und mit der Vorstellung der Nominierten mittels Videos war es insgesamt ein kurzweiliger Abend.

Insgesamt war es für mich ein äußerst interessanter Kongress, bei dem ich sicherlich nicht zum letzten Mal war. Fürs nächste Mal wünschte ich mit nur auch zum Abschluss ein gemeinsames Hauptforum. Ich fand es schade, dass man einfach nach dem letzten Vortrag so auseinander ging. Eine Abschlussdiskussion würde ich begrüßen …

Bezüglich Fotos verweise ich auf den Flickr-Fotostream von Karin Janner.

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Kulturbetriebe und Web 2.0 ¦ Teil 1: Informieren Sie noch oder kommunizieren Sie bereits?

Donnerstag, Oktober 15th, 2009

Immer mehr deutsche Kultureinrichtungen nutzen Social Media für ihre Kommunikation. Die Twitter-Accounts haben explosionsartig zugenommen, keine größere Kultureinrichtung kommt mehr ohne einen aus. Ebenso verhält es sich mit einer eigenen Fanseite oder Gruppen bei Facebook. Auch Accounts bei Flickr und You Tube sind fast selbstverständlich geworden. Soweit so gut. Dies alles ist ja sehr erfreulich und zeigt, dass viele Kultureinrichtungen die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Bei all dem Hype den Social Media zurzeit bei Kultureinrichtungen erfahren, sind mir  einige Aspekte aufgefallen, die so gar nicht Web 2.0-mäßig anmuten. Ursprünglich wollte ich nur auf den mangelnden Dialog eingehen Doch beim Schreiben dieses Beitrags sind mir noch einige weitere Punkte gekommen, sodass es jetzt eine kleine Serie geben wird. Auf den elementarsten und offensichtlichsten komme ich heute zu sprechen: Dialog/Interaktion

Mittlerweile nutzt jede größerer Kultureinrichtung, die etwas auf sich hält und am Puls der Zeit sein will Social Media. Von wenigen Ausnahmen abgesehen dient ihnen Twitter und auch Facebook nur dazu, Veranstaltungen anzukündigen. Ein Austausch findet so gut wie gar nicht statt. Die neuen Medien werden genutzt um in den althergebrachten Strukturen zu arbeiten, also reine Informationen (Veranstaltungshinweise) zu geben. Die Weitergabe von Wissen geschweige denn, dass auch mal zugehört wird und Wünsche aus der Online Community angenommen werden, findet nicht statt. Diese reinen Ankündigungen machen es anders herum auch den Followern schwer, zu reagieren. Was soll ich zu einem Konzerthinweis schon groß antworten?

Als einfachste und auch unterste Stufe einer Interaktion - will man eine Skala für Interaktion festlegen - zähle ich einen Retweet. Eine Kultureinrichtung würde bei mir damit schon punkten, weil sie mir damit zeigt, dass sie auch Themen, die nicht nur sie angeht, empfiehlt. Diese Erfahrung habe ich bisher allerdings nur mit englischen oder amerikanischen Einrichtungen gemacht.

Ich frage mich: Liegt es nur am Zeitmangel, ist es Desinteresse oder ist in den Köpfen der Verantwortlichen einfach noch angekommen, dass das Schlagwort „Dialog” mehr ist als ein Schlagwort - nämlich zuhören und sich in Diskussionen einzubringen. Bin ich nur wieder einmal zu ungeduldig und die Kulturinstitutionen benötigen einfach noch mehr Zeit?

Meine These ist ja, dass die die Social-Media-Aktivitäten von der PR-Abteilung gemacht werden - und das sicherlich auch zu Recht. Ich glaube nur, dass die wenigsten loslassen können und eher Sorge haben, sie könnten die Kontrolle verlieren. Die Gefahr „etwas Falsches” zu twittern ist natürlich bei Tweets, die nicht auf eine Veranstaltung verweisen viel größer.

Christian Henner-Fehr hat in seinem Blogbeitrag “Web 2.0 ist auch eine Frage der Haltung” kürzlich empfohlen, die Kultureinrichtungen sollten beginnen zu moderieren.

„Versuchen Sie doch mal, sich nicht nur als Sprachrohr Ihrer Kultureinrichtung zu verstehen, sondern schlüpfen Sie mal ganz bewusst in die Rolle eines Moderators, wenn Sie das nächste Mal twittern oder Ihre Facebook-Seite bzw. Ihr Blog mit Inhalten füllen.”

Und weiter

„Aus dem Ansatz „ich möchte meine Info loswerden” wird z. B. plötzlich „ich bin gespannt, worüber wir heute twittern werden”.

Eine schöne Vorstellung, die allerdings auch bedeutet, dass der/die Verantwortliche den ganzen Tag über die Twitterstreams der Follower verfolgt - und ich habe meine Zweifel, dass dem so ist.

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stART.09 ¦ Interview mit Karin Janner

Donnerstag, April 23rd, 2009

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Im September wird in Duisburg eine sehr interessante Konferenz stattfinden: Die stARTconference - eine Konferenz zu Kultur + Web 2.0. Veranstalter ist die Agentur 4_CULTURE in Zusammenarbeit mit den Duisburger Philharmonikern Ich habe nun Karin Janner von 4_CULTURE dazu befragt:

Karin, worum geht es bei der Konferenz genau?

Karin JannerBei der stART.09 geht es um Kunst/Kultur und das Web 2.0 - und zwar darum, wie Kulturbetriebe, Künstler und Kulturschaffende Blogs, Podcasts, Wikis, Twitter und andere Web 2.0-Tools nutzen können: Welche Einsatzgebiete es gibt, welche Chancen das „neue Internet” eröffnet und auch welche Risiken zu beachten sind.

Wo siehst Du denn die Einsatzgebiete des Web 2.0 im Kulturbereich? Wofür können Kultureinrichtungen oder Künstler diese Tools nutzen?
Einmal natürlich, um sich bekannt zu machen, neue (junge) Zielgruppen zu erschließen und mit Publikum, Förderern und Sponsoren ins Gespräch zu kommen. Also im Marketing, in der PR, im Fundraising und in der Sponsorenakquise. Da der Kulturbereich aktuell mit Herausforderungen wie Besucherrückgang, Überalterung des Publikums und Budgetkürzungen zu tun hat, sind hier neue Ansätze gesucht und gefragt.
Auch in der Kulturvermittlung können die Instrumente des Web 2.0 eingesetzt werden - man kann die Besucher aus dem Internet über multimediale Darstellung an das Thema einer Kultureinrichtung heranführen, über die Kommentarfunktion können sie Fragen stellen und auch untereinander kommunizieren.
Zu guter Letzt in der „Produktion” von Kunst und Kultur selbst. Es gibt schon spannende Projekte, die das Web 2.0 für kollaboratives Schaffen von Kunst nutzen.

Es gibt ja schon einige Konferenzen über Web 2.0, wie etwa die next in Hamburg, die picnic in Amsterdam oder Le Web in Paris - warum braucht der Kulturbereich eine eigene Konferenz zum Thema Web 2.0?
J
a, es gab bereits Konferenzen zum Thema Web 2.0 - aber keine, die sich mit den Chancen und Möglichkeiten auseinandersetzt, die das Web 2.0 speziell dem Kulturbereich bietet - und auch mit den Risiken.
Die Herausforderungen, Ziele und Prioritäten sind im Kulturbereich andere als z.B. im Konsumgüterbereich. Auch stehen Künstler, Musiker und Kulturschaffende dem Internet generell oft skeptisch gegenüber - besonders im Bereich der „Hochkultur”. Man muss sicher noch Vorbehalte abbauen - und natürlich ist nicht alles, was mit Web 2.0 zu tun hat, für den Kulturbereich geeignet.

Wen sprecht Ihr mit der stARTconference an, wen wollt Ihr damit erreichen?
Wir sprechen Künstler und Kulturschaffende an, Führungskräfte und Mitarbeiter von Kultureinrichtungen und aus der Kulturverwaltung, Leute aus der Medienbranche und der Kreativwirtschaft (z. B. Musikindustrie, Verlagswesen), Agenturen, die Kulturbetriebe beraten und betreuen, Veranstalter von Events und Festivals, Lehrende und Studenten von Kulturmanagement-Studiengängen - kurz: alle, die im Kulturbereich tätig sind oder sein werden und sich darüber informieren und austauschen wollen, wie sie das Web 2.0 in ihrer Arbeit zielführend einsetzen können.

Das sind recht unterschiedliche Zielgruppen, die wahrscheinlich nicht dieselben Schwerpunkte haben und auch nicht dieselben Vorkenntnisse in Bezug auf das Web 2.0 mitbringen. Ist es nicht schwierig, ein Programm zu bieten, das allen gerecht wird?
Ja, das ist schon eine Herausforderung. Einerseits bezüglich der Themen: Die Musikindustrie steht gegenwärtig vor anderen Problemen als öffentliche Kultureinrichtungen, Künstler haben andere Ziele als Leute aus der Kulturverwaltung. Andererseits bezüglich der Vorkenntnisse: Die einen bewegen sich souverän durch Social Networks, bloggen und twittern. Anderen sind die neuen Begriffe noch gar nicht geläufig und sie wissen nicht, was sie mit den Web 2.0-Tools anfangen können. Wir werden für jede unserer Zielgruppen aktuelle Kernthemen bringen, aber bei allen Unterschieden: es gibt genug Themen, die für alle interessant sind.
Und um den Web 2.0-Neulingen den Einstieg zu erleichtern, habe ich auf dem Konferenz-Blog eine Serie gestartet: Web 2.0 im Kulturbereich - Basiswissen. Dort erkläre ich jeden Montag Grundbegriffe und gebe Anwendungsbeispiele - bis zur Konferenz.

Apropos Konferenzblog: Ich nehme an, dass ihr selbst im Marketing und für die PR auch das Web 2.0 nutzen werdet?
Ja, unsere Website mit integriertem Blog ist seit Februar online. Außerdem gehen wir in Social Networks und haben bereits Gruppen oder Seiten auf Facebook, Xing, Friendfeed, Soup, Lifestream, YouTube, Vimeo, Flickr, und Delicious.
Erfreulich ist, dass auf Xing und in unserem Blog bereits die User nicht nur mit uns, sondern auch schon untereinander diskutieren. Natürlich nutzen wir auch Twitter, wo wir schon über 2.000 Followers haben.

Zu den Sprechern und Themen: Was wird uns denn erwarten?
Wir achten auf eine gute Mischung der Themen und hohe Qualität bei den Sprechern. Es werden international bekannte Keynote-Speaker wie z.B. Gerd Leonhard kommen, sowie Praktiker, die die Web 2.0-Aktivitäten ihrer Kultureinrichtungen vorstellen (neben den Duisburger Philharmonikern sind das z.B. Kerstin Schilling/Berliner Festspiele und Daniela Bamberger/Städel Museum). Auf Deinen Vortrag über die Social Media Strategie der Kronberg Academy bin ich natürlich auch schon gespannt!
Wir werden uns aktuellen Web 2.0-Hypes widmen. Nicole Simon, Autorin des Twitter Buches „Mit 140 Zeichen zum Web 2.0″ wird einen Twitter-Workshop geben. Wir werden aber auch Hintergrundberichte zur wissenschaftlichen Untermauerung anbieten wie etwa von Simon A. Frank vom Institut für Kulturmanagement Ludwigsburg, der über User generated Culture srechen wird. Es wird also nicht nur darum gehen, welche „Knöpfe” man drücken kann, damit etwas passiert, sondern warum man sie drücken sollte und welche Überlegungen dahinter stecken.
Das Programm steht mittlerweile großteils, die Sprecher und ihre Themen werden wir ab der nächsten Woche ausführlich in unserem Blog vorstellen.

Gibt es denn schon Tickets, wie viele und was kosten sie?
Der Ticket-Verkauf hat im April gestartet. Wir haben ein Kontingent von 500 Tickets, mehr Leute passen nicht in den Konferenzsaal.
Super Early Bird Tickets kosten 290 Euro, die regulären Tickets dann 590. Für Besucher von Partnerveranstaltungen sowie für Gruppen (ab 2 Personen) und Studenten gibt es zusätzliche Ermäßigungen (Partnerveranstaltungen und Gruppen -20% und Studenten 230 Euro). Die Tickets kann man über unseren Vertriebspartner Amiando im Internet kaufen.

Die Preise sind ungewöhnlich hoch für eine Konferenz im Kulturbereich …
Das stimmt, aber dazu muss man sagen: Konferenzen dieser Art gab es im Kulturbereich bisher nicht. Üblich sind Tagungen mit 10 - 15 Programmpunkten, gefördert z.B. von Landesverbänden. Bei uns wird es um die 50 Sprecher geben, die parallel Vorträge oder Workshops halten - Förderungen bekommen wir keine, dazu ist das Thema noch zu neu.
Die ganze Veranstaltung wird auch im Cyberspace (Open Simulator, die Open Source Variante von Second Life) stattfinden, wo Teilnehmer von überall auf der Welt partizipieren können. Wir betreiben bereits jetzt ein Blog, eine Xing-Gruppe usw., in denen wir über die Möglichkeiten des Web 2.0 im Kulturbereich informieren, diskutieren (3 - 4 Fachbeiträge in der Woche, über Monate) und konkrete Hilfestellungen zum Thema bieten. Das alles ist sehr aufwändig und verursacht natürlich höhere Kosten als eine herkömmliche Kulturmanagement-Tagung.
Den Kosten für die Besucher steht ein hoher Nutzen entgegen: Innovative Modelle der Kulturfinanzierung, das Erschließen junger Zielgruppen, Besucherbindung oder interessante Geschäftsmodelle für Branchen, die sich gerade neu erfinden müssen (wie z.B. die Musikindustrie und die Medienbranche) - bekommt man hier neue Perspektiven, hat man das Geld für die Konferenz schnell wieder drinnen.
Dass die Instrumente des Web 2.0 - richtig eingesetzt - enorm viel bewirken können, machen ja gerade die Duisburger Philharmoniker vor, mit einer Besuchersteigerung im 2-stelligen Prozent-Bereich seit Beginn des Projektes „Philharmonie 2.0″ und einer vollends ausverkauften Spielzeit. Die „klassischen” Web 2.0-Konferenzen kosten übrigens bei weitem mehr: Z. B. die next 820 Euro oder Le Web über 2.000 Euro.

Karin, vielen Dank für das ausführliche Interview. Ich freue mich schon sehr auf die Konferenz und natürlich auch, dass ich als Sprecherin über die Erfahrungen, die die Kronberg Academy mit ihren Web 2.0-Maßnahmen gemacht hat, berichten darf. Es wird sicherlich ein sehr spannende Konferenz!

Und hier noch mal alle Links auf eine Blick:
stARTconference Website/ Blog

stARTconference Netzwerke, in denen Sie mit uns diskutieren oder sich auch einfach nur informieren können:

  • Twitter
  • Facebook
  • Xing
  • Friendfeed
  • Soup
  • Lifestream
  • YouTube
  • Vimeo
  • Flickr
  • Delicious
  • stARTconference Ticketshop / Amiando

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    122 Seiten zum Download

    Dienstag, Januar 20th, 2009

    122 Seiten - so dick ist die Diplomarbeit von Karin Janner, die sie auf ihrem Blog zum kostenlosen Download bereit stellt.

    “Das Internet in der Kommunikationspolitik von Kultureinrichtungen - neue Ideen und Best-Practice-Beispiele” lautet der Titel ihrer Arbeit.

    In ihrer Arbeit geht sie der Frage nach

    “Wie funktioniert das Medium Internet und wie setzt man es in der Marketingkommunikation ein? Wie können es Kultureinrichtungen für ihre Darstellung nach außen nutzen? Welche Möglichkeiten bieten die neuen Entwicklungen in Richtung Partizipation für den Austausch mit den Anspruchsgruppen, die Besucherbindung oder die Pflege des Freundeskreises? Und welche Risiken gibt es zu beachten?”

    Karin Janner liefert viele wertvolle Antworten auf die obigen Fragen und ergänzt sie mit Beispielen aus der Praxis. Sie gibt zahlreiche Anregungen für alle, die sich mit dem Thema Web 2.0 oder Social Media befassen wollen. Interessant zu lesen sind die Einschätzungen von Experten zum Thema Online-Marketing in Kultureinrichtungen, die sie im Anhang vorstellt.

    Allen, die dem Thema Online-Marketing noch skeptisch gegenüberstehen, aber auch allen anderen sei diese Arbeit empfohlen.

    Mein Einstieg ins Web 2.0 war übrigens nicht unwesentlich von Karins Blogbeiträgen geprägt …

    Und hier geht’s zum Download

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    Cäcilien-Chor Frankfurt entdeckt Facebook für sich

    Sonntag, Oktober 12th, 2008

    Eigentlich längst überfällig, ist ein Beispiel, das ich in meinem Beitrag “Wie alles begann” angekündigt hatte. Damals ging es u. a. darum inwieweit meine Kunden sich auf Web 2.0 bzw. Social Media einlassen.

    Das erste Beispiel heißt nun Cäcilien-Chor Frankfurt. Abgesehen davon, dass er immer wieder in meinem Blog erwähnt wird - er somit in gewisser Weise also im Web 2.0 angekommen ist -, hat der Chor auch eine Facebook-Präsenz. Noch befindet sich diese in der Aufbauphase. Einige Chormitglieder sind eigens dafür Facebook-Mitglieder geworden, haben sich der Cäcilien-Chor-Gruppe sowie den verschiedenen Veranstaltungen angeschlossen und schon vereinzelt Beiträge gepostet.

    Voller Enthusiasmus hatte ich die Gruppe angelegt und gehofft, dass die Sänger und Sängerinnen genau so enthusiastisch sind. Ich hatte dabei nur vergessen, dass Web 2.0 nicht für alle so einen hohen Stellenwert hat wie für mich. Ich kenne und nutze die neuen Medien und Kommunikationsformen ja schon von berufswegen. Beim Chor hingegen handelt es sich,  wie ich es gerne nenne, um einen professionellen Laienchor, und die Mitglieder nehmen diesbezügliche Aktivitäten in ihrer Freizeit vor. Dafür, dass es in deren Freitzeit passiert, hat sich denn doch schon einiges getan und ich werde einfach geduldiger sein. Schließlich hat es bei mir mir auch ein Weilchen gedauert, bis ich mit der “neuen Öffentlichkeit”  vertraut war. Und nach dem Jubliäumskonzert gibt es sicherlich auch Bedarf und ensprechendes Bildmaterial, sich an der Pinwand auszutauschen sowie Fotos und Videos einzustellen …

    Übrigens wird im nächsten Newsletter auf das Facebook-Profil hingewiesen und die Adressaten werden aufgefordert, den Chor auch dort zu begleiten. Es bleibt spannend …

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    Mein Kunstabenteuer

    Montag, September 22nd, 2008

    Mein liebstes Projekt – Mein Kunstabenteuer – ging am Freitag mit der Prämierung der Kunstabenteurerin 2008 zu Ende. Dieses Projekt, das mich nun knapp ein Jahr – von der ersten Idee, über die Konzeption bis zur Umsetzung – begleitet hat, will ich nun an dieser Stelle vorstellen.

    Was verbirgt sich dahinter?

    Die Idee zu diesem Projekt entstand, weil eines der fünf Mindelheimer Museen – das Heimatmuseum – ein Schattendasein führt. Untergebracht in einem ehemaligen Kloster birgt es zwar zirka 20.000 Exponate, die personelle und damit auch finanzielle Situation der Stadt lässt allerdings nur Öffnungszeiten am Donnerstagnachmittag und an jedem zweiten Sonntag im Monat zu. Nicht nur, aber auch, deshalb soll das Museum ins Jesuitenkolleg umziehen, wo sich bereits drei andere Museen befinden.

    Um die Bevölkerung dennoch für dieses Museum und seine Schätze zu begeistern, wurde das Projekt „Mein Kunstabenteuer“ ins Leben gerufen. Der Kulturamtsleiter Christian Schedler war sofort von meiner Idee begeistert. Auch der Chefredakteur der örtlichen Tageszeitung, Johann Stoll, war bereit als Dritter im Bunde der Kooperationspartner alle zwei Wochen einen Platz für einen Artikel in der Mindelheimer Zeitung bereit zu stellen.

    Die Idee

    Idee des Projekts war es, dass „Leute, wie du und ich“ ins Heimatmuseum gehen, sich ein Objekt aussuchen, begründen weshalb ihnen dieses Werk so gut gefällt und sich mit ihm fotografieren lassen. Die Erklärungen wurden redaktionell überarbeitet und im vierzehntägigen Rhythmus mit Foto veröffentlicht. Zeitversetzt wurden die einzelnen Kunstabenteuer noch auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite der Stadt eingestellt. Am Ende waren es 16 Kunstabenteurer, die ganz unterschiedliche Objekte entdeckt hatten: Von Schmuck, über Möbel und Gemälde bis hin zu Skulpturen und Spielzeugen.

    Nutzen für das Museum

    Einerseits stiegen die Besucherzahlen an. Die Besucher nahmen den Artikel als Anlass endlich ins Museum zu gehen und waren schon vorab gut informiert. Gleichzeitig war das Heimatmuseum über sechs Monate regelmäßig in der Zeitung. Das Heimatmuseum war im Gespräch. Menschen, die ansonsten nichts oder nur wenig mit Kultur zu tun haben, lasen plötzlich die Geschichten, welche die Kunstabenteurer erlebt hatten. Teils weil sie die betreffende Person kannten, das Foto ansprechend war oder auch nur weil der „gehobene Schatz“ das Interesse weckte. Ehrlich gesagt, war für mich das Schönste, dass gerade die „Nicht-Kulturbeflissenen“ sich dadurch angesprochen fühlten. Ganz bewusst hatten wir keine hoch-wissenschaftlichen Abhandlungen geschrieben. Die Eindrücke der jeweiligen Personen waren viel wichtiger, ergänzt durch ein paar Daten und Fakten zum jeweiligen Objekt. Es wurden Geschichten erzählt und Einblicke in manch privaten Gedanken der Kunstabenteurer gewährt.

    Das Ende

    Mit der achtjährigen Julia wurde am Freitagabend eine Kunstabenteurerin prämiert, wie wir es uns als Organisatoren nicht besser hätten wünschen können. Für Julia war es nämlich damals im März der allererste Besuch eines Mindelheimer Museums. Als Preis hat sie einen Erlebnistag, den sie gemeinsam mit Freunden im Museum verbringen darf, gewonnen. Dass Julia sich auf ihren nächsten Museumsbesuch schon sehr freut, versteht sich da fast schon von selbst. Und ob das Ende jetzt der Anfang einer großen Museumsfreundschaft wird, wird sich zeigen …

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