Posts Tagged ‘Kunst’

Ausstellungstipp ¦ Alex Katz. Prints, Paintings, Cutouts

Freitag, November 12th, 2010

Alex Katz, Blue Umbrella, 1979–80, Lithografie © Alex Katz, VG Bild-Kunst Bonn, 2010, Albertina Wien.

Alex Katz, Blue Umbrella, 1979–80, Lithografie © Alex Katz, VG Bild-Kunst Bonn, 2010, Albertina Wien.

Mit einer großen Werkschau würdigt die Kunsthalle Würth derzeit den New Yorker Altmeister Alex Katz. Mit seinen oftmals spektakulär großen Werken, dem einfachen, sorgsam austarierten Bildaufbau, den klaren, strahlenden Farbkontrasten, scharf beschnittenen Konturen der Figuren und Landschaften, sowie den zu Flächen reduzierten Perspektiven avancierte er zur zentralen Figur des Cool Painting, einer US-amerikanischen selbstreflexiven Maltradition, für die der Gleichklang von Rationalität, Sinnlichkeit und Abstraktion kennzeichnend ist.

Seine cinemascopeartigen Formate zeigen Porträts, elegante Ausschnitte aus dem Leben der modernen New Yorker Intellektuellen und Kunstszene und der gut situierten Freizeitgesellschaft. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist den Naturidyllen von Maine im Nordosten der USA gewidmet, die Katz monumentale flächenbetonte Malerei jedoch zu radikalen Kompositionen von geradezu ikonischer Allgemeingültigkeit stilisiert.

Katz’ Bilder gleichen Erinnerungen, ohne sich dabei je im Anekdotischem zu verlieren. Präzise und vage, präsent und schon verblasst konservieren sie die memorierte Schönheit des Augenblicks, um dem Flüchtigen, Beiläufigen und Marginalen Dauer und Bedeutung zu verleihen.

In seinem druckgrafischen Werk, das in der Hauptsache aus Siebdruck, Aquatinta und Lithographie besteht, reproduziert, reflektiert und reduziert Katz seine Motive in weiteren Arbeitsschritten ohne Verlust der für seine Malerei so charakteristischen strahlenden Farbflächen. Vielmehr verleihen formale und technische Präzision, sowie extreme Reduktion und Nahsichtigkeit jedem Blatt den maximalen Ausdruck von Gegenwärtigkeit und höchster Prägnanz.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Albertina Wien entstanden. Während die in Wien aus eigenen Beständen konzipierte Ausstellung „Alex Katz Prints” einen repräsentativen Einblick in das druckgrafische Werk von der Mitte der 60er-Jahre des 20. Jahrhunderts bis heute gab, wurde die Schau der Kunsthalle Würth um über 20 monumentale Gemälde und Cutouts aus allen Werkphasen ergänzt.

Die Ausstellung ist noch bis 3. April 2011 in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, zu sehen.

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Veranstaltungshinweis ¦ 1. stARTtogether in Frankfurt

Mittwoch, Juli 14th, 2010

Am Montag, dem 26. Juli ist es soweit: Gemeinsam mit Frank Tentler von der stARTconference lade ich alle Kultur- und Web-2.0-Interessierten zum 1. stARTtogether in Frankfurt ein. Stattfinden wird es im Café Albatros in Bockenheim, Beginn ist 19.30 Uhr.

stARTtogether - was ist das?

“stART together” = Zusammenkommen, gemeinsam stARTen.

Auf der stARTconference wurde von vielen Teilnehmern der Wunsch geäußert, in Kontakt zu bleiben, sich zu vernetzen, sich regelmäßig auszutauschen.

Daher hat die stARTconference das “stARTtogether” ins Leben gerufen. Ein (lockeres) Zusammentreffen, bei dem man sich gegenseitig motiviert, den Schritt ins Social Web zu wagen, über Fortschritte mit Social Media in der eigenen Einrichtung berichtet und über Stolpersteine diskutiert.

Zum Auftakt wird Frank Tentler, einer der vier Mitorganisatoren der stARTconference und Social Web Strategist einen 20-minütigen Vortrag über „Kulturhauptstadt 2.0 - Die Social-Web-(R)Evolution in Duisburg” halten.

Im Anschluss an diesen Vortrag bleibt dann noch genügend Zeit, neue Leute kennen zu lernen, Leute wieder zu sehen und sich ohne großes Programm über Kultur und Web 2.0 auszutauschen.

Die genaue Adresse:
Café Albatros
Kiesstraße 27
60486 Frankfurt-Bockenheim

Anmeldung:
Die Veranstaltung ist kostenlos, Essen und Getränke müssen selbst beglichen werden.

Wir haben im Café Albatros einen extra Raum reserviert. Damit niemand stehen muss, bitten wir um Anmeldung.  Am Besten über Xing oder per Email

Wir freuen uns, wenn Sie/Ihr vorbeischaut!

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Galerie für einen Tag

Montag, Mai 3rd, 2010

ohne Titel, ©AntekWir sprechen oft davon, was Museen und Ausstellungshäuser tun können, damit die Besucher in Scharen kommen. Kaum einer spricht davon, was für Künstler getan werden kann, abseits der Galerien, Kunstmessen und dem großen Kunst-Zirkus.

Eine Idee: Galerie für einen Tag

Galerie für einen Tag - das war die etwas andere Geburtstagsfeier meiner Freundin Susanna. Sie hatte kurzerhand ihre Wohnung für einen Abend als Galerieraum umfunktioniert. Eingeladen wurden a) ein Künstler und b) viele FreundInnen. Der Künstler Antek brachte jede Menge Gemälde mit, die an den Wänden ihrer Wohnung und im Treppenhaus hingen, die FreundInnen ein gefülltes Portemonnaie und Freude an der Kunst.

Nachhause gingen wir FreundInnen mit Gemälde unterm Arm, der Künstler mit circa 10 Werken weniger, dafür aber um einige Euro reicher.

Dass diese Aktion so gut geklappt hat, lag sicherlich daran, dass Susanna mit der Wahl des Künstler auch den Geschmack ihrer FreundInnen getroffen hatte, der Künstler natürlich persönlich vor Ort war und sich als sympathischer Zeitgenosse präsentiert hat, aber auch, dass die Werke im unteren dreistelligen Euro-Wert lagen. Also durchaus noch eine Summe, die man „mal eben so” für ein Gemälde ausgibt.

Die Aktion hat übrigens auch schon Nachahmer gefunden.

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Kulturtipp ¦ Roni Horn – Well and Truly

Freitag, April 23rd, 2010

Well and Truly, 2009/10 Massiv gegossenes blaues Glas, 10 Teile Je: Durchmesser: 91,5 cm, Höhe 45,5 cm Ausstellungsansicht 3. OG, Kunsthaus Bregenz Foto: Stefan Altenburger © Kunsthaus Bregenz, Roni Horn

Well and Truly, 2009/10, Ausstellungsansicht 3. OG, Kunsthaus Bregenz Foto: Stefan Altenburger © Kunsthaus Bregenz, Roni Horn

Die speziell für das Kunsthaus Bregenz konzipierte Ausstellung von Roni Horn ist die erste umfassende Einzelpräsentation der international renommierten New Yorker Künstlerin in Österreich. Auf vier Stockwerken werden bedeutende Werkgruppen der letzten Jahre gezeigt, die einen tiefen Einblick in die künstlerische Vorgehensweise Roni Horns ermöglichen.

Seit den frühen 1970er-Jahren bedient sich Roni Horn verschiedener künstlerischer Formen und hat Skulpturen, Fotografien, Künstlerbücher und Zeichnungen geschaffen. Da sie keinem bestimmten Medium den Vorzug gibt, widersetzen sich ihre Werke jeder simplen Kategorisierung. Die mit bemerkenswerter Virtuosität und Sensibilität verwendeten Materialien gewinnen metaphorische Qualität und vermitteln die zentralen Themen der Künstlerin mit großer visueller Eindringlichkeit.

Ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist die Erkundung der Möglichkeiten, die in der Sprache als skulpturaler Form liegen. Würfel- und stabförmige Skulpturen aus Kupfer oder poliertem Aluminium verbindet Horn mit Textfragmenten von Emily Dickinson oder Franz Kafka. Eine Auswahl aus dieser Serie mit dem Titel „White Dickinsons” sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.

Die Schau präsentiert außerdem auch eine neue Glasarbeit namens „Well and Truly” (2009), die aus mehreren Objekten besteht und der ein eigenes Stockwerk vorbehalten ist. Des Weiteren ist die Fotoinstallation „a.k.a.”, (2008/09) zu sehen. Das erst vor Kurzem abgeschlossene Werk besteht aus 15 Paaren fotografischer Porträts, welche die Künstlerin im Lauf mehrerer Jahrzehnte gesammelt hat.

Ein weiteres zentrales Medium im Werk von Roni Horn ist die Papierarbeit. Zeichnen spielt eine Schlüsselrolle im Schaffen der Künstlerin und steht, wie sie selber sagt, am Beginn des Arbeitens in allen Medien. Für ihre zumeist sehr großformatigen Papierarbeiten zerschneidet sie die Pigment-Zeichnungen und fügt die Einzelteile zu neuen Formen zusammen - eine Technik, die Aspekte der Collage beinhaltet. Beispiele aus dieser Werkgruppe sind ebenfalls zu sein.

Die Ausstellung ist bis 4. Juli 2010 im Kunsthaus Bregenz zu sehen.

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Kulturtipp ¦ Le grand geste! Informel and Abstract Expressionism, 1946-1964

Freitag, April 16th, 2010

K. R. H. Sonderborg "Komposition", 1960,  Courtesy Galerie Georg Nothelfer, Berlin

K. R. H. Sonderborg "Komposition", 1960, Courtesy Galerie Georg Nothelfer, Berlin

Die Ausstellung “Le grand geste!” im Düsseldorfer museum kunst palast zeichnet, fünfzig Jahre nach dem Höhepunkt der gestisch-abstrakten Malerei in den Jahren 1958/59, den Weg und die künstlerische Entwicklung von Informel und Abstraktem Expressionismus nach: ein Weg, der von Frankreich und Amerika durch Deutschland, Italien, Holland, Spanien und andere europäische Länder führte.

Die künstlerische Avantgarde nach 1945 - zerrissen und desillusioniert, aber auch in höchstem Maße moralisch und existentiell motiviert - suchte nach Ausdrucksformen, die nicht durch die unmittelbare Vorgeschichte des Weltkriegs korrumpiert waren und größtmögliche Freiheit beim Entstehungsprozess ermöglichten.

Die jungen Künstler, die z. T. an Bildpraktiken des Surrealismus anknüpften, experimentierten mit neuen Materialien und Prozessen, die das formale und konzeptuelle Spektrum enorm erweiterten: So wurde Farbe gegossen und geträufelt, wurden Malgründe zerkratzt oder der Malvorgang extrem beschleunigt. Auf dem Boden liegende Leinwände entwickelten sich zur Bühne des Künstlers. Hier kündigte sich bereits der Übergang zur späteren Aktionskunst an, was auch der von Harold Rosenberg für die gestische Malerei der USA geprägte Begriff „Action Painting” verdeutlicht.

Das europäische Äquivalent dieser Kunst belegte man mit zahlreichen Begriffen, wie lyrische Abstraktion, Tachismus oder Informel. Die 1950 von dem französischen Kritiker Michel Tapié eingeführte Bezeichnung Informel wurde hier die tragfähigste. Wie ein informelles Bild ist diese Kunstströmung selbst als variable, offene Struktur beschreibbar - also weniger ein Stil als eine künstlerische Haltung. Mit den Worten von Karl Otto Götz, einem ihrer wichtigsten deutschen Protagonisten handelt es sich bei der informellen Kunst um: „die Auflösung des klassischen Formprinzips mit malerisch und materialmäßig vielen Möglichkeiten.” Hiermit wurden wichtige strukturelle Vorarbeiten geleistet, auf die die nachfolgende Künstlergeneration aufbauen konnte.

Die Düsseldorfer Ausstellung Le grand geste! konzentriert sich auf die Jahre zwischen 1946 und 1964, fokussiert hier die Höhepunkte des deutschen Informel bis hin zu der Zeit, als Pop Art die internationale Kunstszene zu dominieren begann und abstrakt-expressionistische Tendenzen weitgehend verdrängte. Deutlich sichtbar wird der existentielle Anspruch dieser gestischen, abstrakt-expressionistischen Malerei, ein Anspruch, der sich nicht zuletzt in den großen Formaten vieler Hauptwerke dieser Kunstströmung manifestiert.

Besondere Bedeutung nehmen innerhalb der Ausstellung die deutschen gestisch-abstrakten Künstler ein - Brüning, Dahmen, Gaul, Götz, Hoehme, Nay, Schultze, Schumacher, Sonderborg, Thieler oder Trier - die in einem übergeordneten, internationalen Kontext betrachtet werden können.

Die Ausstellung ist bis 1. August 2010 im museum kunst palast in Düsseldorf zu sehen.

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Kulturtipp ¦ Das Wesen im Ding

Freitag, Februar 5th, 2010

Meine Empfehlung in dieser Woche gilt der Ausstellung „Das Wesen im Ding”, die ab heute im Frankfurter Kunstverein zu sehen ist. Die Gruppenausstellung kreist um Fragen der Mimesis, verstanden als nachahmende Darstellung der Wirklichkeit, und spürt der Rolle nach, die sie heute in künstlerischen Produktionen einnimmt.

Gezeigt werden Arbeiten der Künstler Nina Canell, Florian Haas, Till Krause, Bettina Lauck, Yoon Jean Lee, Egill Saebjörnsson und Andreas Wegner. Sie präsentieren unterschiedliche Methoden der Suche nach dem „(lebenden) Wesen im (leblosen) Ding”. Dabei bedienen sie sich einer formal zunächst ähnlichen Sprache: Sie zeigen zumeist Serien malerischer, fotografischer oder gefilmter Abbilder profaner Dinge wie Flaschen, Gläser, Eimer aber auch von Naturgegenständen wie Steinen, Pilzen, Blumen oder Früchten.

Ein paar Eindrücke:

Mittels verschiedener Beobachtungs- und Darstellungsmethoden stellen sie Versuche an, von der Gestalt eines Gegenstands auf dessen Wesen zu schließen. Auf diese Weise bringen sie aber auch grundsätzlich Neues hervor. So befragen die Arbeiten exemplarisch eine Verfasstheit von „realer Welt” und das Verhältnis des Betrachters zu ihr. Ergänzend zu den sieben Positionen werden einige Exponate aus der Sammlung des Museum der Dinge des Berliner Werkbundarchivs gezeigt.

Die Ausstellung  ist bis 25. April zu sehen. Mehr Informationen, auch zu den Vorträgen und Künstlergesprächen, gibt es auf der Homepage des Frankfurter Kunstvereins.

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