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NPO Blogparade: Anmerkungen zum Online-Fundraising

Freitag, Januar 30th, 2009

In der aktuellen NPO-Blogparade hat Christian Henner-Fehr auf seinem Kulturmanagement Blog die Frage aufgeworfen

Was können oder müssen wir als NPO tun, um das Online-Fundraising bei uns voranzutreiben?”

Meiner Meinung nach muss als erster Schritt das Thema Web 2.0 und Social Networks noch stärker ins Bewusstsein sowohl der Fundraiser als auch der „potentiellen Geldgeber” gerückt werden und eine Akzeptanz über deren Möglichkeiten erreicht werden. Und da bedarf es offline noch vieler Gespräche und teils Überzeugungsarbeit.

In Gesprächen mit Fundraisern oder Leuten, die sich intensiv dafür einsetzen, Gelder und Spenden für Projekte und Institutionen einzuwerben hat sich für mich heraus kristallisiert, dass sie sich selbst kaum mit den neuen Medien und den neuen Kommunikationsmöglichkeiten auseinandergesetzt haben, ihnen teilweise sogar sehr ablehnend gegenüberstehen. Schaut man sich die Interviews an, die Karin Janner auf ihrem Blog Kulturmarketing geführt hat, wird einem schnell klar, dass diesbezüglich - mit wenigen Ausnahmen - großer Nachholbedarf besteht.

Meiner Meinung nach hat es Online-Fundraising aus zwei Gründen schwer

1. Fehlendes Wissen um die Möglichkeiten von Web 2.0 und Social Networks

Die Fundraiser sind selbst noch nicht mit den Möglichkeiten, die ihnen Web 2.0 und Social Networks vertraut. Ergo setzen sie es auch nicht fürs Online-Fundraising ein. Gleichzeitig ist ihre Zielgruppe dort ebenso wenig zuhause. Das Internet nutzen sie lediglich, um zu recherchieren.

2. Persönliche Beziehung sind eine Grundvoraussetzung

Bei der Summe welche die Fundraiser einwerben, setzen die mir bekannten bevorzugt auf persönliche Gespräche und persönliche Beziehungen. Man kennt sich, man trifft sich bei diversen Veranstaltungen und Abendessen, wird zu sozialen Zirkeln eingeladen, um sein Projekt vorzustellen, spricht in entspannter Atmosphäre über Projekte und Engagements, oder kennt jemanden, der als Türöffner fungiert. Es herrscht ein sehr persönliches Netzwerk, das gepflegt wird.

Der persönliche Kontakt und die Mund-zu-Mund-Propaganda sind ein nicht zu unterschätzender Aspekt zum Einwerben von Spenden. Welcher Institution spende ich? Na der, deren Veranstaltungen mir am besten gefallen und dessen Team mich auch am meisten begeistert. Nimmt mich eine Institution als „Spender” ernst und schätzt meine Unterstützung werde ich dies sicherlich weiterhin tun.

Meine Schlussfolgerung

Da das Spenden äußerst emotional motiviert ist und weil „Menschen Geld für Menschen geben und nicht für Dinge” muss Online-Fundraising „offline” beginnen. Nur wenn in der realen Welt eine Beziehung aufgebaut wurde, kann diese Beziehung auch in Online-Netzwerken gepflegt werden und ein Austausch stattfinden. Erst wenn Online-Marketing in der „Breite” der Bevölkerung angekommen ist, hat Online-Fundraising eine reale Chance. Das heißt, es muss per se noch viel “Überzeugungsarbeit” geleistet werden. Die NPOs müssen zunächst  mittels ihrer Web 2.0-Aktivitäten von sich Reden machen, ehe überhaupt an Online-Fundraising zu denken ist.

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NPO-Blogparade: Folgen der Finanzkrise für Nonprofits – Bedrohung oder Chance?

Mittwoch, November 5th, 2008

Ein Aspekt, der im Rahmen der Blogparade noch gar nicht aufgegriffen wurde (mir ist zumindest nichts bekannt), sind die Künstler und ich beziehe mich hier konkret auf die bildenden Künstler. Viel wurde bis dato über die Museen und sonstige Kultureinrichtungen geschrieben und diskutiert. Was bedeutet die Finanzkrise aber konkret für die jungen, sich noch in der Ausbildung befindlichen bildenden Künstler. Ist für sie die Party vorbei, ehe sie richtig anfing?

Mir fiel jetzt wieder ein Gespräch mit einem Student der hiesigen Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule - ein, das ich vor geraumer Zeit hatte. Damals sagte er, dass viele seiner Kommilitonen und Kommilitoninnen und auch er selbst bereits zu Studienzeiten Käufer und Sammler für ihre Arbeiten hätten. Es gehöre schon fast zum guten Ton, als Student Sammler für seine Werke zu haben. Unterschwellig käme man also schon fast in Zugzwang und jeder sei bestrebt, sich ein „Käuferschicht” aufzubauen.

Die Konsequenz ist dann doch aber, dass die jungen Künstler schon zu Studienzeiten für den „Markt produzieren”, eben was Sammler mögen. Auf der Strecke bleibt die künstlerische Entwicklung und Arbeiten, die sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzten.

Wenn nun, bedingt durch die Finanzkrise, weniger Käufer zur Verfügung stehen, sehe ich das für junge Künstler durchaus als eine Chance, wieder mehr zu experimentieren und sich Zeit zu geben, um einen ganz eigene Stil zu entwickeln ohne gleich den Kunstmarkt im Blick zu haben. Ich sehe natürlich durchaus auch die Gefahr, dass es für die Künstler schwieriger wird, Käufer zu finden. Andrerseits denke, dass sich gute und interessante Arbeiten dennoch durchsetzen werden …

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NPO-Blogparade - Ich bin dabei

Montag, November 3rd, 2008

Anfang Oktober wurde von Dr. Brigitte Reiser von npo-vernetzt die NPO-Blogparade initiiert, die sich mit der Frage “Folgen der Finanzkrise für Nonprofits - Bedrohung oder Chance? befasst. Im Rahmen dieser NPO-Blogparaden werden Fragen gestellt und bearbeitet, die den gemeinnützigen Bereich als Ganzes in den Blick nehmen und nicht nur Teile davon. Auch ich beteilige mich daran und will es an dieser Stelle auch noch mal kurz erläutern.

Wie funktioniert’s?

Blogs aus verschiedenen Nonprofit-Bereichen stellen sich als Gastgeber (Hosts) zur Verfügung. In einer bestimmten Frequenz - angedacht ist jeweils der 15. eines Monats - formuliert ein Host eine Frage zum Nonprofit-Bereich und fordert die Blogosphäre auf, bis zu einem bestimmten Stichtag einen eigenen Blogbeitrag über das vorgegebene Thema zu schreiben und diesen Beitrag per trackback mit dem Blogbeitrag des Hosts zu verlinken. Anschließend werden die Beiträge ausgewertet und ein Blogpost dazu verfasst, indem auf alle bis dahin erschienenen Beiträge hingewiesen bzw. verlinkt wird.

Wer macht bis dato als Host sonst noch mit?

Dr. Brigitte Reiser von npo-vernetzt
Karin Janner vom Kulturmarketing-Blog
Christian Henner-Fehr vom Kulturmanagement-Blog
Sebastian Schwiecker von Helpedia

Wie kann man sich beteiligen?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Einerseits kann jeder Blogger, der einen Beitrag über das entsprechende Thema schreiben will - ob Nonprofit-Blog oder nicht - mitmachen. Er muss nur einen Trackback an den Host-Blog schicken.

Andererseits besteht für diejenigen, deren Blog im NPO-Bereich angesiedelt ist, die Möglichkeit als Gastgeber (Host) mitzumachen, indem er selbst eine Frage stellt und die Beiträge auswertet. Der Vorteil hierbei ist, dass Sie selbst das Thema bestimmen können und - hoffentlich - jede Menge Blogposts zu “Ihrem” Thema und Aufmerksamkeit erhalten.

Was bringt das Ganze?

Auf den Punkt gebracht: Wissen! Dadurch, dass Blogger aus den verschiedensten NPO-Bereichen teilnehmen, wächst das vorhandene Wissen. Blogs, die das Thema NPOs bearbeiten, können sich vernetzen, so dass ein Nonprofit-Blogger-Netzwerk samt den damit verbundenen Synergie-Effekten entsteht. Das Thema Nonprofit-Organisationen rückt stärker ins Rampenlicht und bekommt neue Unterstützer. Und last but not least entstehen neue Ideen und Kontakte …

Warum ich mitmache?

weil ich …

… das eine oder andere Interessante aus der Kulturszene beitragen kann
… nicht nur vor mich hinschreiben will
… im Austausch mit anderen viel lerne und erfahre

Noch Fragen?

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