Posts Tagged ‘Theater’

Im Dornröschenschlaf. Kultureinrichtungen und die Verwendung von Hashtags

Donnerstag, Juni 13th, 2013

Hashtag im DornroeschenschlafErst kürzlich hat Sebastian Hartmann über die Vorteile des Twitterns bei Konferenzen geschrieben. Am Beispiel der Neujahrs- und Silvesterkonzerte von Orchestern hatte ich darauf hingewiesen, dass es nicht nur unterhaltsam ist, über Konzerte zu twittern, vor allem dann, wenn die Konzerte live im Fernsehen oder online bei Arte Live Web übertragen werden, sondern die Mitleser auch einen Mehrwert davon haben. In allen Fällen ist ein vorab festgelegtes Hashtag (# das einem Wort vorangestellt wird; dadurch wird das Wort bei Twitter durchsuchbar und anklickbar) unabdingbar und Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Austausch zwischen den Twitterern.

Auch wenn zunehmend von Konferenzen im Kulturbereich getwittert wird, befindet sich die Verwendung und aktive Promotion von Hashtags noch im Dornröschenschlaf. Gerade zu Sonderausstellungen, Theaterstücken oder Opernaufführungen ist die Festlegung eines Hashtags durch die Kultureinrichtungen sinnvoll, da sie sich - im Gegensatz zu den ein- bis zweimal stattfindenden Klassikkonzerten - über einen längeren Zeitraum erstrecken. (weiterlesen…)

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Fan sein macht Spaß, ist aber zeitaufwändig

Donnerstag, Januar 10th, 2013

FCA-StadionEnde vergangenen Jahres habe ich das Projekt „Orchestrasfan” begonnen. Dabei geht es darum, meiner Begeisterung für Orchester Ausdruck zu verleihen und ihr eine virtuelle Heimat zu geben.

Zum Thema Fan heißt es bei Wikipedia

„Ein Fan ist ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen oder abstrakten Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert.” (weiterlesen…)

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Rechtliche Stolperfallen (2) Kultur, Social Media und Recht

Freitag, März 16th, 2012

© skvoor, Fotolia.com

© skvoor, Fotolia.com

Nachdem vergangene Woche das Urheberrecht Thema war, sollen diese Woche ein paar Aspekte, des schier unerschöpflichen Themas Recht und Social Media, herausgegriffen und in Erinnerung gerufen werden. Viele Punkte wurden schon häufig genannt. Auf Spreerecht wurden sie alle schon mal ausführlich in einzelnen Blogbeiträgen dargelegt. Aber manchmal schadet es ja nicht, einige Punkte noch einmal aufzugreifen. Und wie auch schon vergangene Woche hat mir freundlicherweise Sebastian Dramburg für den Blogpost Woche Rede und Antwort gestanden.

Da wäre zunächst die Impressumspflicht bei Twitter und Facebook, oft erwähnt, nicht immer umgesetzt. Warum, weshalb und wie ist das Impressum einzubinden?

Rechtsanwalt Sebastian Dramburg

Rechtsanwalt Sebastian Dramburg

Sebastian Dramburg: Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen konkreten Web-Plattformen, d. h. aus rechtlicher Sicht besteht kein Unterschied zwischen einer Unternehmenswebsite, einem Newsblog oder eben einem Social Media Account wie bei Facebook oder Twitter. D. h. sobald eine derartige Plattform beruflich genutzt wird, muss die Impressumspflicht erfüllt werden.

Blog ist klar, aber besteht auch für andere Plattformen wie etwa Flickr, YouTube oder issuu die Impressumspflicht? Wenn ja, reicht die „2-Klick-Regel”?

Sebastian Dramburg: Ja, die Pflicht besteht. So muss beispielsweise ein Unternehmen, das einen Youtube-Kanal für seine Spots betreibt auch hier ein Impressum bereit halten.

Da es in den USA aber keine Impressumspflicht gibt und die meisten Plattformen da her kommen, ist es nicht immer möglich, das Impressum direkt dort unterzubringen.

Das ändert aber nichts an der Impressumpflicht. So wurde bereits durch ein deutsches Gericht entschieden, dass bei Facebook eine derartige Pflicht besteht.

Hier kommt die sog. “2-Klick-Regel” ins Spiel. Danach darf das Impressum auf einer Internetpräsenz (Youtube, Twitter, Blog, Facebook, etc.) nie länger als zwei Klicks entfernt werden.

Es bietet sich daher immer an, auf der Profilseite einen Direktlink auf das Impressum der Website zu setzen. Die beiden Bilder verdeutlichen es vielleicht etwas besser:

Screenshot der StädelMuseum-Facebook-Seite
Screenshot der StädelMuseum-Facebook-Seite
Screenshot der Spreerecht-Facebook-Seite
Screenshot der Spreerecht-Facebook-Seite

Twitter hingegen bietet sehr wenig Möglichkeiten, das eigene Profil zu gestalten. Um hier die Impressumspflicht zu erfüllen, sollte man, um sicher zu gehen, direkt auf das Impressum seiner Website verlinken.

Noch einmal zurück zu Facebook. Viele Kultureinrichtungen sind mit einer Seite vertreten ohne dass die Fans wissen, wer für die Seite schreibt. Das ist aus rechtlicher Sicht ja völlig in Ordnung. Doch was ist, wenn die Seite bei anderen Seiten oder Profilen kommentiert?

Sebastian Dramburg: Auch hier haftet dann nach außen der Betreiber der Facebookseite, also die Kultureinrichtung. Es gilt nichts anderes, als wenn ein Mitarbeiter einer Kultureinrichtung per Telefon woanders anruft und dort rumpöbelt. Handelt der Mitarbeiter während der Arbeitszeit, dann muss sich dies in den meisten Fällen der Arbeitgeber zurechnen lassen.

Insofern bieten die Kürzel in erster Linie Transparenz für das Unternehmen (welcher der Mitarbeiter war das?).

Und wie sieht es aus, wenn die Seiten-Admins namentlich bekannt sind. Darf dann unter Verwendung eines Kürzels auf einer anderen Seite kommentiert werden?

Sebastian Dramburg: Die Haftung wäre dann wie oben beschrieben. Die Verwendung von Kürzel ist keine Voraussetzung für das Kommentieren.

Das Problem beim Kommentieren auf anderen Seiten kommt aus einer anderen Ecke: Es kann als Werbemaßnahme eingestuft werden und gegen das Wettbewerbsverbot verstoßen. Hier sollte also nicht unüberlegt gepostet werden.

Was gibt es generell bei der Einbindung der Social-Media-Icons auf der Website, dem Blog, in Präsentationen etc. zu beachten?

Sebastian Dramburg: Facebook selber gibt genaue Vorgaben an, wann und wie deren Logos und Zeichen verwendet werden sollen:

Grundsätzlich gibt es keine allgemeine Regel, da die Plattformen hier selbst die Vorgaben bestimmen können. Realistischer Weise muss man aber sagen, dass es keine Probleme geben wird, wenn man mit einem Icon auf seine Social Media Seite verweist und hier nicht das Logo massiv verändert.

Datenschutz ist ja auch bei Blogs ein Thema. Was gibt es zu beachten?

Sebastian Dramburg: Jede Website braucht eine Datenschutzerklärung, um die Besucher der Seite über die Datennutzung und -erhebung aufzuklären. Je nach Art der Datennutzung und nach Nutzung der verschiedenen Social Plugins muss die Datenschutzerklärung entsprechend angepasst werden. Es gibt also kein “one-fits-all”-Muster.

Zudem sollte nicht zuletzt wegen der Diskussion in Puncto “Datenschutz vs. Social Plugins” besonders darauf geachtet werden, dass die Datenschutzerklärung einer Website auf dem aktuellen Stand ist.

Auf das Thema Bilder einzugehen würde vermutlich den Rahmen sprengen. Oder können Sie dazu in wenigen Sätzen was sagen?

Sebastian Dramburg: Puh :-)

Die Grundaussage ist stets: Fremde Inhalt in der Regel nur nach entsprechender Einwilligung nutzen. Das gilt für Texte ebenso wie für Bilder. Wobei ja Textzitate möglich sind, aber Bildzitate hingegen nur in sehr engen Voraussetzungen verwendet werden können.

Das heißt, vor der Verwendung fremder Fotos, Grafiken, Videos, Musik und Texten sollte eine Einwilligung eingeholt werden, um Ärger zu vermeiden.

Haben Sie einen Tipp, wie sich beispielsweise Museen verhalten sollten, wenn Fotos aus Ihren Ausstellungen gepostet werden? Viele Häuser gehen ja sehr strikt mit Copyright um.

Sebastian Dramburg: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Aus rechtlicher Sicht ist klar: Liegt keine Erlaubnis vor, dann kann es gegen das Urheberrecht verstoßen, wenn fremde Fotos verwendet werden. Nicht immer macht es aber Sinn, sofort mit der Rechtskeule zuzuschlagen. Es kommt also immer auf den Einzelfall an und eine pauschale Aussage ist schwer zu treffen. Denn es spielt natürlich auch eine Rolle, wer das eigene Bild verwendet. Ist es ein Kunstfreund, der in dem Blog über die Ausstellung berichtet, dann sollte anders verfahren werden, als wenn bspw. ein Unternehmen das Foto für eigene Zwecke kommerziell verwendet.

Vielen Dank, Sebastian Dramburg,  für die Antworten und Statements für die beiden Blogbeiträge!

Vor längerer Zeit hat sein Kollege Thomas Schwenke im Treffpunkt Kulturmanagement über das Thema Onlinerecht referiert. Die Aufzeichnung gibt’s hier zu sehen.  Und noch mehr Informationen gibt es in seinem Buch “Social Media Marketing und Recht“.

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